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RAG-Chef Müller Glück ab!

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Müller hatte dafür in bewährter Manier hinter den Kulissen ganze Arbeit geleistet. Er kennt sich aus: Schon als Wirtschaftsminister der ersten rot-grünen Regierungskoalition unter Kanzler Gerhard Schröder von 1998 bis 2002 führte er einen politisch brisanten Auftrag aus: den Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergienutzung. Müller hält zwar die Kernenergie für wichtig, er akzeptiert aber früh ihre geringe Akzeptanz in der Bevölkerung. Der frühere Veba-Manager (heute Eon) brachte etwas zu Stande, was viele für unmöglich hielten.

Müller hatte sich bei dieser Gelegenheit aber nicht nur Freunde gemacht. Das rächte sich nun. Viele seiner Gegner traf der gebürtige Essener bei seiner Rückkehr ins Revier wieder. Und einige nahmen es ihm übel, dass er schon wieder mit einem politischen Spezialauftrag antrat. Sein härtester Widersacher: der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU).

Müllers Spezialauftrag ist allerdings auch äußerst schwierig: Diesmal soll der bekennende Kohlefreund das leidige Thema Kohlesubventionen ein für alle Mal beenden. Und zugleich mit einer langen Tradition im Revier brechen. Die SPD-Seite ist von einem vorzeitigen Ausstieg aus dem Steinkohlenbergbau in Deutschland im Jahr 2018 zu überzeugen. Der mächtigen Gewerkschaft IG BCE muss Müller versichern, dass bei der Abwicklung der letzten deutschen Zechen keiner der noch 34 000 Kohlekumpel ins Bergfreie fällt.

Außerdem muss ihm noch der Nachweis gelingen, dass die voraussichtlichen Einnahmen aus dem Börsengang ausreichen werden, um die Altlasten des Bergbaus abzudecken.

Da sollte sich Müllers Kunstfertigkeit erweisen, selbst größte Kritiker zu überzeugen. Denn Müller beantwortet keine Fragen, stellt auch keine Gegenfragen. Müllers Verhandlungsstrategie beginnt sehr häufig mit dem Satz: „Nun stellen Sie sich doch einmal vor ...“ – und am Ende sind jegliche Zweifel zerstreut, sein Gedankengang könne abwegig sein.

Untermalt von klassischer Musik, umnebelt vom Rauch edler Zigarren, knicken sogar hartgesottene Gegner ein. Selbst Politiker in den Reihen von CDU und FDP würdigen, wie freundlich und zugleich zielstrebig Müller seine Ziele durchsetzt.

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