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RAG-Chef Müller Glück ab!

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So wie schon einmal, im Herbst 2005. Da war eine Lösung der Kohlefrage greifbar nahe gerückt, sagen Beteiligte. Doch dann habe Franz Müntefering (SPD) – Vizekanzler, Arbeitsminister und aus Nordrhein-Westfalen – die Idee vom „Sockelbergbau“ geboren. Um nicht vollends von ausländischen Importen abhängig zu werden, schlug Müntefering vor, zumindest zwei oder drei Kohlebergwerke dauerhaft zu erhalten. Seine Partei nahm die Idee gerne auf, die in diesem Fall von ihren nordrhein-westfälischen Teilen und der – damals noch designierten – Landesvorsitzenden Hannelore Kraft getrieben wurde.

Die geschwächte Landes-SPD wieder auf die Beine zu bringen war nicht bloß das Ziel der Oppositionspolitikerin in Düsseldorf, sondern auch das des Parteivorsitzenden Kurt Beck. Müller hatte wieder zu arbeiten, und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) soll damals einige klärende Gespräche mit der nächsten Spitzenkandidatin seiner Partei bei der Landtagswahl 2010 geführt haben. Münteferings Vorstoß habe schon „einige Monate gekostet“, heißt es in Müllers Umfeld.

Im März 2007 dann fühlt sich Müller aber endgültig am Ziel – und begeht einen folgenschweren Fehler: Siegesgewiss stellt er nun die Forderung, Chef der milliardenschweren Stiftung zu werden – und klare Gehaltsvorstellungen hat er auch. Das Salär eines Dax-Vorstands findet Müller angemessen.

Das ruft seine Widersacher auf den Plan. Ministerpräsident Rüttgers versucht, Müllers Börsenpläne zu torpedieren und bringt als Käufer für Degussa den Chemiekonzern Lanxess ins Spiel. Immer wieder denkt er laut darüber nach, dass ein Einzelverkauf der RAG-Unternehmen aus Sicht des Steuerzahlers doch viel lukrativer wäre als ein Börsengang. Einen SPD-nahen „Sonnenkönig an der Ruhr“ als Chef der Kohlestiftung lehnt Rüttgers ab. Müller hatte im Landtagswahlkampf 2005 eindeutig Partei ergriffen für den damaligen NRW-Ministerpräsidenten Steinbrück, was Rüttgers ihm noch heute ankreidet.

Rüttgers holt sich zudem Rückendeckung bei Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Der verkündet Pfingsten Müllers Verzichts auf den Stiftungsvorsitz und legt am vergangenen Wochenende nochmals nach. Müller sei weder als Chef der Stiftung noch als Vorstandschef des künftigen RAG-Konzerns tragbar.

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