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Raumfahrt Teure Träume für das All

Die Wunschliste der europäischen Weltraumplaner ist lang, doch das Geld ist knapp. Vor allem auf deutschen Unternehmen lastet ein hoher Wettbewerbsdruck.
  • Markus Fasse und Thomas Wiede
Die Ariane-Rakete im Detail. Zum Vergrößern klicken Sie auf das plus-Zeichen. Grafik: Handelsblatt

Die Ariane-Rakete im Detail. Zum Vergrößern klicken Sie auf das plus-Zeichen. Grafik: Handelsblatt

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Die deutsche Raumfahrt-Lobby hat lange in Berlin getrommelt, und am Ende zumindest einen Teilerfolg errungen. Die klamme Bundesregierung will nun keine 35 Mill. Euro pro Jahr aus ihrem Etat für die europäische Weltraumagentur Esa kürzen, wie im Haushaltsentwurf für 2006 zunächst vorgesehen. Mit 542 Mill. Euro bleibt Deutschland neben Frankreich der wichtigste Zahler. Das ist viel Geld für eine Branche, die mit einem halben Dutzend Firmen und gerade einmal 4 800 Mitarbeitern zu den kleinsten in Deutschland zählt.

Die Entscheidung des neuen Kabinetts hat gute Gründe. Es geht auch um Prestige: Deutschland ist in diesen Tagen Gastgeber der Esa-Ministerratstagung. Die alte Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren das Raumfahrtbudget um ein Drittel gekürzt; Frankreich, Italien und Spanien haben dagegen ihre Mittel drastisch aufgestockt.

Weil es an Geld fehlt, setzt Deutschland auf politisches Poker: Nachdem die Bundesregierung monatelang ihre Zahlungen für das ambitionierte Satelliten-Navigationssystem Galileo zurückgehalten hatte – immerhin das wichtigste Infrastrukturprojekt der EU – dürfen nun weitere deutsche Firmen mitmachen: Zu dem Verbund TeleOp zählen T-Systems, der kommerzielle Zweig des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und EADS.

Ohne den stetigen Fluss staatlicher Mittel geht in der Luft- und Raumfahrtindustrie aber nichts. „Nur so kann der Niedergang der deutschen Raumfahrtindustrie verhindert werden“, sagt Hans-Joachim Gante, Präsidialgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie. Raumfahrtpolitik ist Industriepolitik: Wer an die Esa zahlt, erhält auch dem Beitrag entsprechende Aufträge an die eigene Industrie.

Für die Unternehmen heißt das: Die abgesicherten Aufträge von der Weltraumbehörde garantieren zwar das Überleben. Doch die politischen Entscheidungsprozesse sind oft langsam. Die komplizierte Aufteilung der Projekte an dutzende Unternehmen der Esa-Mitgliedstaaten ist zudem nicht immer sinnvoll. Als ein Beispiel kann das Raketenprogramm Ariane herhalten: 13 Nationen arbeiten mit – einige aber, wie Irland oder Dänemark, mit einemIndustrieanteil von weniger als einem Prozent.

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