Regierungsfahrzeuge China sperrt ausländische Automarken aus

Die chinesische Autoindustrie demonstriert Selbstbewusstsein. Peking schreibt Funktionären vor, künftig nur noch chinesische Modelle zu fahren. Aktien deutscher Hersteller brechen ein.
27 Kommentare
China will die Staatsflotte künftig ausschließlich auf heimische Fahrzeugen aufstocken. Quelle: Reuters

China will die Staatsflotte künftig ausschließlich auf heimische Fahrzeugen aufstocken.

(Foto: Reuters)

PekingChinesische Funktionäre müssen künftig auf ausländische Automarken verzichten. Zum Schutz der heimischen Autoindustrie veröffentlichte das Industrieministerium in Peking eine vorläufige Liste mit rund 400 Modellen chinesischer Hersteller, die offizielle Vertreter von Staat und Partei stattdessen kaufen sollen. Bis zum 9. März nimmt das Ministerium öffentliche Kommentare zu der Liste an. 

Als Reaktion stiegen am Montag die Aktienkurse chinesischer Autohersteller wie Dongfeng und First Automotive Works (FAW). Besonders hart trifft die Vorgabe deutsche Hersteller von repräsentativen Fahrzeugen wie Audi, Volkswagen und Daimler, deren Aktien deutlich verloren. 

Dirk Moens, Generalsekretär der Europäischen Handelskammer in China, kritisiert die Vorgabe scharf:„China scheint ausländische Investoren langsam aber sicher aus dem heimischen Automarkt auszuschließen“, sagt er Nachrichtenagentur Bloomberg. „Die Chinesen können nicht erwarten, im Ausland herzlich willkommen zu sein, wenn sie ihren heimischen Markt für ausländische Investoren schließen.“ 

Die Folgen einer Beschränkung von Dienstwagen auf heimische Marken sind unter Experten umstritten. Angesichts des starken Wachstums des Privatkundengeschäfts sei das Flottengeschäft mit Behörden heute nur noch sehr klein, sagten informierte Kreise in Peking. Audi macht rund 20 Prozent seines Umsatzes mit Regierungsfahrzeugen - Volkswagen, General Motors, Toyota und Nissan sogar nur zehn Prozent. Industrie-Insider zeigten trotzdem Unverständnis für die Pläne und wiesen darauf hin, dass ausländische Autobauer wie Volkswagen oder General Motors ihre Fahrzeuge für den chinesischen Markt schließlich auch in China und mit lokalen Partnern bauten. 

Am deutschen Aktienmarkt gingen die Einschätzungen ebenfalls auseinander. Ein Händler kommentierte, damit drohe ein riesiger Markt mit einem geschätzten Volumen von 13 Milliarden Dollar zu verschwinden. Metzler-Experte Jürgen Pieper hob dagegen hervor, dass die Meldung keinen Einfluss auf Dienstwagen für Unternehmen habe. 

Auch unter den chinesischen Beamten dürfte die Meldung nicht nur positiv aufgenommen werden. Ausländische Autos gelten wegen ihrer höheren Qualitätsstandards als Statussymbol. Bei einer Staatsflotte von 5,2 Millionen Fahrzeugen, von denen rund 80 Prozent aus ausländischer Produktion stammen, wird die komplette Umrüstung wohl noch Jahre dauern.

  • dpa
  • bay
Startseite

27 Kommentare zu "Regierungsfahrzeuge: China sperrt ausländische Automarken aus"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • ADV haben ja mit Ihren teuren Bullen die Deutschen ausgeschlossen,anstatt diese Autos in der Masse verkaufbar
    für die deutschen Verbraucher herzustellen. Ein 4 Liter Auto,
    mit Brennstoffzelle zu einem normalen Benzinerpreis ist die nachaltige Lösung. Jetzt bekommen die Bosse ein drauf und das ist nur der Anfang>da gibt es keinen Vertrauensschutz

  • Dummkopf, wieso posten sie nicht bei BILD!

  • Auch hier gilt der Spruch:
    "Dieser Planet ist ein Zoo und Deutschland die Abteilung der Primaten!"

  • Dieser Planet ist wohl ein Zoo und Deutschland die Abteilung der Primaten!

  • Bravo und Hut ab, vor den chinesischen Volksvertetern! Sie scheinen diesen Namen zu verdienen im Gegenteil zu den deutschen Volkstretern!

    Kein einziges Auto würde ich anderen Stelle ins Land lassen. Nur noch in China produzierte Fahrzeuge, die mindestens zu 60% aus rein chinesischer Produktion stammen!
    Dann verkommt die einzige deutsche Industrie, die noch ein wenig funktioniert zur Zulieferindustrie, die diese Autokonzerne jahrzehntelang gegängelt hat.
    Die Geschichte wiederholt sich, in diesem Falle Gott sei Dank!

    Hochmut kommt immer vor den Fall!

  • @GHi : Da bin ich aber gespannt, auf den chinesischen kopierten Mercedes, und noch mehr auf den (welchen?) Käufer, der so bescheuert ist, dafür Geld auszugeben !!!!

  • Die Macht kommt aus den Gewehrläufen.
    Mao Tse-Tung

    Meine Omma sachte immer (richtig: des Teufels Großmutter ;-): "Wenn dem Esel zu wohl wird, geht er auf's Eis."

    Und dann kommen ein paar esotherische Möchtegernabsahner (die meisten vegetieren real an der Armutsgrenze…) und verkaufen Selbsterfahrungsseminare.

    Mannoman, ich bin heute aber redseelig. Na gut, 10 % mit KonicaMinolta in 14 Tagen machen ja auch etwas glückstrunken…
    Nu aber: Klappe dicht!

  • schauen Sie mal ein paar Jahre nach vorne und nicht immer nur nach hinten! Ihr Vorredner hat schon recht.

  • @oje
    Sie müssen langfristig denken, nicht wie ein Manager aus der westlichen Welt. Hier geht es nicht um Monate oder 1-2 Jahre. Es geht um den Zeitraum von 10-20 Jahren, in diesen Dimensionen denken die Chinesen.

    Was glauben Sie, weshalb die Chinesen sich qualitativ hochwertige Herstellung von Automobilen bei den Premium-Herstellern abschauen. Dazu werden Autofirmen (Saab, Volvo, Rover etc. ) zugekauft mit bereits fertigen Produktionsstrassen und Produktionsabläufen. Das ist alles als chin. Experimetierkasten anzusehen.
    In 10-20 Jahren sind sie so weit, dass sie alle ausländischen Automarken erst vom chinesischen Markt und dann vom weltweiten Markt verdrängen werden. Unsere Manager spielen hier voll mit, weil sie momentan den Reibach machen, aber die Zukunft der Branche hierzulande billigst verschleudern.
    China will weg vom Produzieren der kleinen und billigen Produkte und drückt in den Markt von hochwertigen Produkte der Unterhaltungsindustrie, der Automobilbranche, der Flugzeugindustrie etc.

    Jetzt können Sie sich sicher selbst die Frage beantworten, weshalb 90% aller weltweit hergestellter Jeans aus China kommen, weshalb fast jedes Spielzeug in unseren Regalen "Made in China" ziert. Das gleiche Vorgehen, aber nur einfache Produkte, bei denen die Konkurrenten aus dem Markt gedrückt werden.
    Unsere Solarzellenhersteller erleben es gerade. Sie werden von den chinesischen Herstellern an die Wand gequetscht. Inzwischen stimmt die Qualität bei deutlich kleineren Preisen. Es bleiben nur noch kleine Nischen für unsere Hersteller übrig.

    Wer das noch nciht verstanden hat, verschließt die Augen vor der Zukunft.

  • Welche chinesischen Automarken gibt es denn bitte hier auf dem deutschen Markt? Die Abwrackprämie hat chinesischen Autoherstellern gleich gar nichts gebracht, wenn dann vielleicht noch den Franzosen.
    Profitiert haben die deutschen Firmen als inmitten der Wirtschaftskrise China ein Milliardenprogramm startete das nicht unwesentlich den deutschen Export beflügelte.Ohne China hätten deutsche Autobauer letztes Jahr keine solch grossen Milliardengewinne gemacht ( VW erzielte das grössten Gewinn eines Daxkonzerns jemals). Ich finde es ja generell nicht zu befürworten dass wenn China eine negative Schlagzeile bringt, hier gleich die Aktienkurse einrechen lässt, aber das ist nicht Chinas Schuld, es ist der größte Abnehmer unserer Autos und wir sind zu abhänging.
    Was hat das mit Solidarität zu tun? Deutschland ist der grosse Gewinner der Krise.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%