Reichster Chinese Sany-Konzern auf Einkaufstour in Deutschland

Liang Wengen.
Peking Angst vor China? Karl Schlecht, Gründer des deutschen Betonpumpenspezialisten Putzmeister, ist voll des Lobes für den Käufer seiner eigenen Firma. Der Chinese Liang Wengen teile „nicht nur unseren Unternehmergeist, sondern auch die Werte von Putzmeister“, sagte Schlecht nach Bekanntwerden der Übernahme. Liangs Firma, der Baumaschinenkonzern Sany, betritt damit Neuland: In dieser Größenordnung haben chinesische Investoren noch nie einen gesunden deutschen Traditionsanbieter übernommen.
Der 55-jährige Liang gilt als einer der tüchtigsten Unternehmer Chinas. Seine Produkte erreichen längst das selbst erklärte Ziel, „mindestens japanische Qualität“ zu bieten. Der Umsatz kratzt an der Marke von fünf Milliarden Euro, das Erlöswachstum liegt bei rund 30 Prozent pro Jahr.
Liang hat die Expansion seiner Firmengruppe in klingende Münze umgewandelt, auch für sich selbst: Chinas Unternehmermagazin „Hurun-Report“ hat ihn genau wie „Forbes“ als reichsten Einwohner des Landes identifiziert. Liangs Privatvermögen wird auf deutlich über sieben Milliarden Euro taxiert.
Selbst die sonst eher kritischen Chinesen gönnen ihm seinen Reichtum, denn Sany gilt als rundum gut geführter Konzern. Einer Umfrage des Jobportals Chinahr.com zufolge belegte Liang im Vorjahr Platz eins der besten Führungskräfte des Landes, die Sany-Gruppe wurde zudem als bester Arbeitgeber ausgezeichnet. Putzmeister aus Aichtal bei Stuttgart erhält damit einen neuen Eigentümer, der für gutes Management steht und in der internationalen Baubranche bestens verdrahtet ist.
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