Reifenhersteller Michelin investiert massiv in deutsche Werke

Der Reifenhersteller Michelin hat sich mit der Gewerkschaft IG BCE geeinigt: Die Arbeitszeit wird flexibilisiert, betriebsbedingte Kündigungen bis 2020 ausgeschlossen – und die Bedeutung der deutschen Standorte gestärkt.
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Auch eine Flexibilisierung der Arbeitszeit sowie den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2020 konnte die Gewerkschaft IG BCE herausholen. Quelle: Reuters
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Auch eine Flexibilisierung der Arbeitszeit sowie den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2020 konnte die Gewerkschaft IG BCE herausholen.

(Foto: Reuters)

Karlsruhe, MainzDer Reifenhersteller Michelin investiert einen dreistelligen Millionenbetrag in deutsche Standorte. Nach einem Bericht der „Allgemeinen Zeitung“ (Mainz) gibt das Unternehmen mit einem „Zukunftspakt“ seinen fünf Standorten in Deutschland zudem eine Bestandsgarantie bis 2020. Die deutsche Michelin-Zentrale in Karlsruhe dementierte den Bericht am Donnerstag nicht, wollte sich gleichwohl aber nicht näher äußern. Die Gewerkschaft IG BCE bestätigte den Abschluss.

Nach der Zeitung, die sich auf Unternehmenskreise beruft, haben sich Management und Arbeitnehmervertreter auf ein Paket geeinigt, das neben hohen Investitionen eine deutliche Flexibilisierung der Arbeitszeit sowie den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen vorsieht. Der Zukunftspakt sei seit August in Kraft. Der Mainzer Bezirksleiter der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Walter Dörrich, bestätigte am Donnerstag die Übereinkunft und sagte: „Wir sind durchaus zufrieden mit dem Abschluss.“

Dem Bericht zufolge werden die mehr als 5500 deutschen Beschäftigten in Bad Kreuznach (1500), Bamberg (1000), Homburg (1400), Karlsruhe (1500) und Trier (110) künftig deutlich flexibler arbeiten. Demnach soll die Wochenarbeitszeit je nach Aufträgen zwischen 35 und 40 Stunden betragen; der Ausgleich erfolge über Arbeitszeitkonten. Stellenabbau, Lohnkürzungen oder insgesamt längere Arbeitszeiten seien nicht geplant.

Gewerkschafter Dörrich findet insbesondere die erzielte Arbeitsplatz- und Zukunftssicherheit der deutschen Standorte positiv. „Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2020 ausgeschlossen.“ Mit den Investitionen würden die deutschen Werke besser für die Zukunft aufgestellt. Weniger gut sei, dass neues Personal ein Jahr lang finanziell schlechter gestellt werde als die Belegschaft. „Der Arbeitsmarkt wird enger. Begehrte Fachkräfte wird man über diesen Weg nicht kriegen.“ Der französische Gesamtkonzern mit Sitz in Clermont-Ferrand ist Europas größter Reifenhersteller.

Das sind die Gewinner im europäischen Automarkt
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Platz 10 – Renault – Absatzplus: 9,4 Prozent

Endlich geht es wieder aufwärts für die Franzosen. Nach den deprimierenden Vorjahren verkaufen sich Clio und Co wieder besser. Auch der neue Twingo erfüllt die Erwartungen. Insgesamt verkauft die Marke europaweit rund 863.200 Fahrzeuge.

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Mit dem XC90 haben die Schweden den ersten SUV, der unter chinesischer Führung entwickelt wurde, an den Start gerollt. So sollen die Absätze auch im kommenden Jahr zulegen. Insgesamt wurden im Jahr 2014 rund 236.200 Volvos verkauft.

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  • dpa
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