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Reiseplanungs-App Teilverkauf von Moovel: Daimler und BMW stutzen ihre Mobilitätsdienste weiter zurecht

Die Autobauer verkaufen den Geschäftskundenbereich ihrer Reiseplanungs-App Moovel an die Deutsche Bahn. Auch der gemeinsame Taxi-Dienst und die Park-App könnten veräußert werden.
22.10.2020 - 13:04 Uhr Kommentieren
Daimler zieht sich nicht nur bei Moovel langsam zurück. Quelle: dpa
Digitale Dienste nicht mehr erwünscht

Daimler zieht sich nicht nur bei Moovel langsam zurück.

(Foto: dpa)

München Mit großem Tamtam fusionierten Daimler und BMW Anfang 2019 ihre Mobilitätsdienste. Das hehre Ziel: einen globalen „Gamechanger“ zu erschaffen, der Wettbewerber wie Uber zumindest in Europa zur Luftnummer verkommen lässt. „The sky ist the limit“ – nur der Himmel gebe die Grenzen der Partnerschaft vor, verkündeten Daimler wie BMW damals und investierten zusammen eine Milliarde Euro.

Unter dem Dach der Your-Now-Holding wurden fünf Joint Ventures in den Bereichen Carsharing, Mitfahrdienste, Parken, E-Ladesäulen und Apps zur Reiseplanung gegründet. Kaum waren die Gesellschaften im Handelsregister eingetragen, wurden die Geschäfte aber auch schon wieder zurechtgestutzt.

Aus fünf selbstständigen Einheiten wurden drei. Das Carsharing in Nordamerika gaben die Autobauer Ende vergangenen Jahres auf. Jetzt wird auch noch ein Teil von Moovel verkauft, wie Daimler und BMW am Donnerstag mitteilten. Konkret veräußern die Autobauer das Geschäft mit Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung (B2B und B2G) der Reiseplattform an die Mobimeo GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Bahn. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Das Endkundengeschäft (B2C) von Moovel verbleibt dagegen in dem Mobilitätsverbund von Daimler und BMW unter der Marke Reach Now. Sowohl Mobimeo als auch Moovel bieten intuitiv bedienbare Smartphone-Apps an, über die unterschiedliche Mobilitätsangebote verglichen, Routen geplant und Tickets gekauft werden können. Im Zuge des Teilverkaufs von Moovel wechseln 75 Mitarbeiter innerhalb Berlins zur Mobimeo GmbH.

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    John David von Oertzen, bisher Geschäftsführer von Moovel, soll künftig Mobimeo leiten. Daimler und BMW übernehmen eine Minderheitsbeteiligung an der Tochterfirma der Deutschen Bahn. Zur konkreten Höhe des Anteils äußerten sich die Konzerne nicht.

    Free Now könnte an Uber verkauft werden

    Schon vor dem Teilverkauf an die Bahn glich Moovel nur noch einem Schatten seiner selbst. Konnten die Dienste unter dem Label Reach Now Ende 2019 noch in 20 Städten genutzt werden, waren es zur Jahresmitte 2020 infolge eines Rückzugs etwa aus Kanada nur noch fünf Städte.

    Auch bei den anderen Einheiten von Your Now ist Ernüchterung eingekehrt: Die Skalierung der Geschäfte gestaltet sich teils zäher als gedacht, viele Dienste drohen auf Jahre hinaus ein Zuschussgeschäft zu bleiben.

    Die Folge: Daimler und BMW reden aktuell intensiv über einen Verkauf ihres Chauffeurdienstes Free Now (früher MyTaxi), heißt es übereinstimmend in Branchenkreisen. Konkret erwägen die Autobauer, das Herzstück ihres Mobilitätsverbundes mit mehr als 46 Millionen Nutzern ausgerechnet an den Konkurrenten Uber zu veräußern.

    Kommt es so, würden sich Daimler-Chef Ola Källenius und BMW-Boss Oliver Zipse endgültig von der Vision ihrer beiden Vorgänger Dieter Zetsche und Harald Krüger verabschieden, aus den traditionellen Autobauern allmählich wendige Mobilitätsdienstleister zu formen. In Stuttgart und München steht in Zeiten der Corona-Pandemie das Kerngeschäft Autobau im Fokus. Unrentable Randeinheiten werden in den Konzernzentralen zunehmend kritisch beäugt. Selbst für die Parkplatzsuch-App Park Now suchen Daimler und BMW daher nun nach Käufern.

    Mehr: Nach Milliardenverlust für Daimler und BMW: Kartendienst Here verspricht erstmals Gewinne.

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