Rekordstrafe für Fiat Chrysler Marchionnes Goldesel macht Probleme

Die Pannenserie in den USA ist für Fiat Chrysler nicht nur finanziell ein Schlag ins Kontor. Dass ausgerechnet die verkaufsstarken US-Modelle betroffen sind, wirft die hochfliegenden Pläne des Konzernchefs weit zurück.
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Gerade die verkaufsstarken US-Modelle werden jetzt für Fiat Chrysler zum Problem. Quelle: dpa
Chrysler-Fahrzeug Ram

Gerade die verkaufsstarken US-Modelle werden jetzt für Fiat Chrysler zum Problem.

(Foto: dpa)

New YorkFür den Autobauer Fiat Chrysler (FCA) kommt es derzeit in den USA knüppeldick: Die US-Aufsichtsbehörde für Verkehrssicherheit (NHTSA) bestraft den italienisch-amerikanischen Hersteller mit der Rekordstrafe von 105 Millionen Dollar. Der Autobauer hatte in 23 Fällen den Widerruf von technisch defekten Fahrzeugen nicht schnell genug durchgeführt.

FCA muss Kunden ein Angebot zum Rückkauf von mehr als 500.000 Fahrzeugen des beliebten Kleintransporters Ram und anderer Modelle mit Sicherheitsmängeln unterbreiten. Der kostspielige Deal ist Teil einer Einigung mit US-Aufsichtsbehörden, nachdem es Probleme bei rund zwei Dutzend Rückrufaktionen gegeben hatte. Fiat Chrysler habe Millionen von Kunden und den öffentlichen Straßenverkehr in Gefahr gebracht, sagte NHTSA-Chef Mark Rosekind.

„Die heutige Entscheidung zieht Fiat Chrysler zur Rechenschaft für Fehler der Vergangenheit“, kommentierte US-Verkehrsminister Anthony Foxx. Fiat Chrysler akzeptierte die Strafe und gelobte Besserung.

Große Oper für ein schweres Erbe
Alfa Romeo Giulia
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„Vincerò“ – ich werde siegen, hat Andrea Boccelli gesungen, während am Abend des 24. Juni 2015 die neue feuerrote Giulia von Alfa Romeo erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde. „Vincerò“ – das hofft auch Sergio Marchionne, der Vorstandsvorsitzende von Fiat Chrysler Automobiles (FCA), der ebenfalls ins neue Alfa-Romeo-Museum in Arese im Norden Mailands gereist war. Es hatte den 105. Geburtstag der italienischen Kultmarke mit der Schlange im Wappen auserkoren für die Präsentation des des neuen Modells. Denn an das knüpft er besonders hohe Erwartungen ...

Fiat Chrysler CEO Sergio Marchionne
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„Giulia ist ein reiner, authentischer Alfa Romeo“, schwärmt der Chef. Mit dem neuen sportlichen Modell mit 6-Zylindermotor und einer Spitzenleistung bis zu 510 PS will der Fiat-Chrysler-Chef vor allem den US-Markt aufrollen. Aber auch mit Emotion. Nach dem Relaunch des „Cinquecento“ ist dies der zweite große Versuch einer Kult-Modell-Reanimation aus dem Fiatkonzern ...

Mit der Power von Ferrari
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In der Spitzenvariante Giulia Quadrifoglio hämmert unter der Haube ein Sechszylinder-Turbotriebwerk, das von Ferrari für Alfa Romeo entwickelt wurde. Mit einer Leistung von 375 kW (510 PS) soll der Alfa so in nur 3,9 Sekunden auf 100 Kilometer beschleunigen.

Präsentation im eigens renovierten Alfa-Museum in Arese
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Auf der Straße soll die Giulia mit einer perfekten Gewichtsverteilung von 50:50 und einem Gewicht von weniger als drei Kilogramm pro PS besonders dynamisch daherkommen.

Verzögert wird mit Karbon-Kermik-Bremsen
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Durch den Einsatz von Kohlefaser und Aluminium wurde das Gewicht so gering wie möglich gehalten. Da Giulia sich die Plattform mit Maserati teilt, wird sie über die Hinterachse angetrieben.

Blick auf die Details
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Auch das Logo selbst wurde noch einmal modernisiert - auch wenn alle traditionellen Insignien wie das rote Kreuz und die markante Schlange, aus deren Mund ein Säugling schlüpft, beibehalten wurden.

Ableger sind in Planung
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Mit Emotion und Mythos will FCA den US-Markt erobern. Die Giulia knüpft mit ihrem Namen an ein Erfolgsmodell von 1962 an, das mit bis zu 112 PS so manchem Porsche das Leben schwer machte. Auch damals kam der Sportwagen als Limousine daher. Für die neue haben rund 700 Ingenieure die vergangenen Monate und Jahre damit verbracht, alles im Geheimen zu entwickeln. Auf der gleichen Plattform der Giulia sollen in Zukunft auch SUV, Spider und die Oberklassenlimousine basieren.

Die schlechten Nachrichten kommen ungelegen. Denn Chrysler ist für den Gesamtkonzern eigentlich ein Goldesel. Der boomende US-Automarkt und die steigende Beliebtheit von Geländewagen verhelfen dem US-Geschäft und der Marke Jeep beträchtlichen Auftrieb. Dagegen leidet Konzernmutter Fiat unter der Euro-Krise, und auf dem asiatischen Markt ist der Konzern kaum vertreten.

Die jetzt getroffene Einigung mit der US-Behörde ist der jüngste Beweis, dass die Sicherheitswächter immer entschiedener gegen Autokonzerne vorgehen, die Defekte entweder nicht angemessen veröffentlichen oder Rückrufaktionen nicht korrekt über die Bühne bringen.

Es handelt sich um den größten Wagenrückkauf, in den die NHTSA je involviert war. Die Aktion dürfte Fiat Chrysler Hunderte Millionen Dollar kosten. Insgesamt wird dem Autobauer Fehlverhalten bei 23 Rückrufaktionen vorgeworfen, die mehr als elf Millionen Fahrzeuge betrafen.

Neben dem Pickup-Modell Ram, dem Verkaufsschlager von Fiat Chrysler, sind auch Jeep-Modelle betroffen. Teile der Lenkung des Ram sind defekt, damit kann der Fahrer die Kontrolle über die Wagen verlieren. Weil einige Reparaturen nichts brachten, stimmte Fiat Chrysler einem Rückkauf zu, um die Wagen von den Straßen zu holen, wie aus veröffentlichten Dokumenten der zuständigen Verkehrssicherheitsbehörde hervorgeht. Die Kunden haben aber auch die Option, ihre Wagen reparieren zu lassen.

Brandgefahr und Hackerangriff
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1 Kommentar zu "Rekordstrafe für Fiat Chrysler: Marchionnes Goldesel macht Probleme"

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  • So ein Gesetz müsste auch für D-Hersteller geben.
    BMW und co. verschleiern alles mit Hilfe D-Gesetze.
    - Preisabzocke hierzulande
    - Mangelhafte Garantieverpflichtung
    Vereinfacht gesagt: "Der D-Autobesitzer wird nach Strich und Faden verars...."
    BMW verkauft wissentlich Premiumfahrzeuge mit mangelhaften Triebwerken/Reifen u.a.
    der Kunde hat keine gesetzliche Möglichkeit die Autos zurückzugeben-bleibt auf dem Mangel sitzen.

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