Rekordstrafe in den USA VW muss wohl 4,1 Milliarden Euro zahlen

VW kommt im Abgas-Skandal einer Einigung mit dem US-Justizministerium näher: Ein Vergleichsentwurf sieht Strafzahlungen in Höhe von rund 4,1 Milliarden Euro vor. Es wäre die höchste Strafe aller Zeiten in der Branche.
Update: 11.01.2017 - 07:46 Uhr 5 Kommentare
Der Autobauer habe einen konkreten Vergleichsentwurf mit den US-Behörden ausgehandelt, hieß es. Quelle: dpa
Volkswagen

Der Autobauer habe einen konkreten Vergleichsentwurf mit den US-Behörden ausgehandelt, hieß es.

(Foto: dpa)

Wolfsburg/Washington/New YorkZehn Tage vor der Amtsübernahme von Donald Trump kommt der Kompromiss: Volkswagen muss im Abgasskandal in den USA weitere Milliarden auf den Tisch legen. In den Verhandlungen mit dem US-Justizministerium sieht ein Vergleichsentwurf Strafzahlungen in Höhe von rund 4,3 Milliarden Dollar vor, wie VW am Dienstag mitteilte.

Volkswagen befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit dem US-Justizministerium sowie der US-amerikanischen Zollbehörde. Ziel der Gespräche sei der Abschluss von Vergleichsvereinbarungen über die Beilegung bestimmter strafrechtlicher Untersuchungen und bestimmter zivilrechtlicher Bußgeldverfahren.

Der Autobauer habe einen konkreten Vergleichsentwurf mit den US-Behörden ausgehandelt, hieß es. Dieser sehe Bußgeld- und Strafzahlungen in einer Gesamthöhe von rund 4,3 Milliarden Dollar (rund 4,1 Milliarden Euro) vor. Teil dieses Vergleichsentwurfs sei auch ein Schuldanerkenntnis in Bezug auf bestimmte US-Strafvorschriften.

Es ist eine Rekordsumme: Toyota zahlte 2014 für seine von allein beschleunigenden Fahrzeuge 1,2 Milliarden Dollar, General Motors 2015 für defekte Zündschlösser 900 Millionen Dollar. Die zuständigen VW-Gremien würden sich mit der Sache kurzfristig befassen, möglicherweise noch im Laufe des heutigen Dienstags bzw. morgigen Mittwochs.

So wird der Bus zum Buzz
Der Kleinbus ist das zweite Mitglied der Familie, mit der VW ab 2020 im Elektro-Zeitalter ankommen will
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Die Detroit Motor Show, wird von einem Überangebot an dicken SUV, Pickups und kraftstrotzenden Sportwagen dominiert. Doch ein futuristisches Unikum für acht Insassen, mit reinem Elektroantrieb, ohne richtiges Armaturenbrett und mit einem Spitzentempo von gerademal 160 km/h hat das Zeug zum Messehit.

Der VW I.D. Buzz soll die nostalgischen Gefühle der inzwischen ergrauten Vertreter der Flower-Power-Generation erwärmen und gleichzeitig die Trendsetter unter den heutigen Autokäufern überzeugen...

Zurück in die Zukunft
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Der immerhin 4,92 Meter lange Kleinbus mit dem üppigen Radstand von 3,30 Metern ist das zweite Mitglied der Familie, mit der VW ab 2020 im Elektro-Zeitalter ankommen will. Zuerst wird die Steilheck-Limousine an den Start gehen, danach folgt ein noch unbekannter SUV.

Dann aber schon könnte sich der jetzt enthüllte Bus einreihen. „Wir machen die Elektromobilität zum neuen Markenzeichen von VW“, kündigt VW-Chef Herbert Diess an.

Vieles am I.D. Buzz erinnert an die Ikone der 60er-Jahre
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Die technisch jetzt unnötigen Luftschlitze an der letzten Dachsäule, die leicht gewölbte Front ohne Motorhaube oder auch die umlaufende Linie, die am Bug ein übergroßes VW-Logo in die Mitte nimmt. In Summe kommt der Neue trotz der deutlichen Anleihen beim Urgroßvater betont futuristisch daher.

Das Zusammenspiel zwischen Morgen und Vorgestern ist den Designern um Klaus Bischoff gelungen. „Dabei haben wir kein Retro-Design auf 22-Zoll-Räder gestellt, sondern das erfolgreichste Van-Design der Welt logisch weiterentwickelt“, heißt es.

Motto „Lebensfreude durch Vielseitigkeit“
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Die je nach Version dreireihig angeordneten Sitze lassen sich drehen oder auf Gleitschienen verschieben, in der Mitte findet sich auf Wunsch ein ausklappbarer Tisch.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, den I.D. Buzz in ein rollendes Schlafzimmer mit einer Liegewiese zu verwandeln. Diese Möglichkeit liebten schon die Fans des Veteranen auf den Open-Air-Festivals von Woodstock und anderswo.

Der Innenraum bietet Lounge-Atmosphäre, die durch verschiedene Lichtinstallationen der Stimmung angepasst wird
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Tagsüber passt dank eines Panoramadachs und großer seitlicher Fensterflächen der Lieblingsbegriff aus vielen Immobilienanzeigen - lichtdurchflutet. Der flache Boden besteht wie bei einer Yacht aus edlem Birkenholz.

Die seitlichen verschiebbaren Sonnenblenden sind so weich gepolstert, dass Fondpassagiere sich auf langen Fahrten kuschelig an die Fenster lehnen können. Natürlich ist der VW der nahen Zukunft immer online und stets mit der Außenwelt vernetzt.

Da der I.D. Buzz ein sogenanntes Konzeptfahrzeug ist, bleibt die Frage, was von alledem mal in der Serie landen wird
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Weil bei einem Elektroauto nun mal viele Komponenten eines klassischen Fahrzeugs wegfallen, ist im Neuling noch mehr Platz als es die Außenmaße vermuten lassen.

Bischoff rechnet vor: „Der I.D. Buzz steht auf der Grundfläche eines T 6, bietet innen aber die Dimensionen des gleichen Modells mit langem Radstand“. Alles kommt dabei den Insassen zu Gute. Oder auch einem künftigen Transporter für den Einsatz als Nutzfahrzeug.

Nutzer des künftigen Kult-Mobils müssen aber auch Verzicht üben. Das vertraute Cockpit ist Vergangenheit.
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Der I.D. Buzz kommt mit einem rechteckigen Touchscreen-Monitor im Zentrum vor den Frontsitzen aus, über den fast alles gesteuert werden kann. Er kann abgenommen werden, und wird so zum Tablet, um zum Beispiel schon zu Hause die geplante Route zu programmieren oder sich die Lieblingsmusik aufzuspielen.

Auch die gewohnten Instrumente fallen weg. Alle Informationen werden in die Windschutzscheibe projiziert. Für den Fahrer erscheinen die Zahlen von Tacho oder die Anweisungen des Navigationssystems aber so, als wären sie weit vor dem Auto auf die Straße gemalt.

Der Konzern kommt in den USA einen großen Schritt weiter, die Manipulation von Emissionswerten zu bewältigen und einen Neustart im zweitgrößten Automarkt der Welt einzuläuten. „Wir hatten eher eine Summe um die drei Milliarden Dollar erwartet“, schrieb Arndt Ellinghorst von Evercore ISI. „Nichtsdestotrotz ist es eine große Erleichterung“. Endlich könne das Unternehmen einen Strich unter die Sache ziehen und wieder offen mit dem Kapitalmarkt kommunizieren.

VW hat für Rechtskosten im Abgasskandals bereits 18,2 Milliarden Euro beiseitegelegt. Diese Summe wird nun aber dem Konzern zufolge voraussichtlich nicht ausreichen. Mit Hunderten US-Zivilklägern - Kunden, Autohändler und US-Behörden – hatte sich VW bereits auf Vergleiche geeinigt, die über 17 Milliarden Dollar kosten könnten. Wie hoch die Belastung für das Jahresergebnis 2016 letztlich ausfallen werde, lasse sich derzeit noch nicht sagen, teilte der Konzern mit.

VW könnte bald das nächste Kapitel schließen
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5 Kommentare zu "Rekordstrafe in den USA: VW muss wohl 4,1 Milliarden Euro zahlen"

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  • Wer zahlt die Strafen? Der "normale" Mitarbeiter durch Gehaltseinbuße bzw. Kündigung oder die verursachenden Manager aus ihrer Privatschatulle? Geld haben diese Personen sich duch Boni genug genommen zum Schaden von VW und der Kundschaft!

  • Herr Mark Hoffmann11.01.2017, 15:09 Uhr
    Es langt schon, wenn wir mit der Grün-Sozialistischen Merkel wieder in einen grün-linken"Nazi-Deutschland" wieder angekommen sind.

    Herr Peter Spiegel11.01.2017, 16:13 Uhr
    Obama hat in Nazi-Deutschland Asyl beantragt. Kim Jong-un hat es genehmigt.

  • Das liegt wohl an den vielen guten und wertvollen Kontakten, die von WOLFSBURGER Mitarbeitern in viele wichtige Bereiche gepflegt werden...

  • Herr Mark Hoffmann11.01.2017, 15:09 Uhr
    Es langt schon, wenn wir mit der Grün-Sozialistischen Merkel wieder in einen grün-linken"Nazi-Deutschland" wieder angekommen sind.

  • Was ich nicht verstehen kann, dass in D keine Justiz oder Regierung und noch schlimmer der Aufsichtsrat keine Konsequenzen daraus gezogen hat. Der Staat erhält auf Jahre weniger oder keine Steuern, die Aktionäre weniger Dividende und der Vorstandsvorzitzende erhält eine Tagespension von 3.000 €. Jedem anderen Arbeitnehmer wäre fristlos gekündigt worden.Dafür werden auf die nächsten Jahre 20.000 Jobs gestrichen. Das ist soziale Marktwirtschaft!!!

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