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Renault Autobauer will Iran-Geschäft ausbauen

Seit dem Ende der Sanktionen herrscht unter europäischen Unternehmen Goldgräberstimmung im Iran. Renault will seinen Marktanteil in dem Land bis 2020 verdoppeln. Dazu muss der Konzern aber auch die Kapazitäten erhöhen.
Renault will seinen Marktanteil im Iran verdoppeln. Quelle: Reuters
Weitere Angebote geplant

Renault will seinen Marktanteil im Iran verdoppeln.

(Foto: Reuters)

London Der französische Autobauer Renault will seinen Marktanteil im Iran verdoppeln. Bis 2020 solle er bei 20 Prozent liegen, nach zehn Prozent im Jahr 2012, sagte der für die Region zuständige Vize-Präsident Peyman Kargar am Mittwoch auf einer Konferenz in London. Um dies zu erreichen, müssten auch die Produktionskapazitäten verdoppelt werden. Renault verkauft derzeit drei Modelle im Iran und plant einer Sprecherin zufolge mit seinen beiden Partnern Saipa und Iran Khodro weitere Angebote.

Nach der Einigung im Atomstreit hatten die Europäische Union (EU) und die USA im Januar die meisten Sanktionen gegen den Iran aufgehoben. Die Wirtschaft der Islamischen Republik erholt sich derzeit von den jahrelangen Strafmaßnahmen. Nach Angaben des Stabschefs von Präsident Hassan Ruhani, Mohammad Nahavandian, bemüht sich der Iran auch um eine Einstufung durch Rating-Agenturen. Dies ist ein notwendiger erster Schritt, um Zugang zum internationalen Kapitalmarkt zu erhalten.

Diese deutschen Unternehmen drängen in den Iran
Gabriel bei Irans Ministerpräsident Rohani
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Sigmar Gabriel schüttelt dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani zwar schon die Hand, doch noch müssen sich deutsche Unternehmen gedulden. Die Hoffnungen aber sind groß. Der Iran ist ein reiches Land, gemessen an der Kaufkraft lag die Wirtschaftsleistung 2014 hinter Spanien und der Türkei weltweit auf Rang 18. Das Land hat zudem laut US-Energieagentur die weltweit viertgrößten nachgewiesenen Erdölreserven.

(Foto: dpa)
Freude nach dem Atom-Abkommen
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Die Erwartungen wachsen allerdings nicht in den Himmel: Vor den Sanktionen 2005 importierte der Iran Waren „Made in Germany“ im Wert von nur rund 4,4 Milliarden Euro. 2014 waren es weniger als 2,4 Milliarden – Rang 50 der deutschen Handelspartner. Am deutlichsten gelitten hätten vor allem Maschinen- und Fahrzeugexporte, schreibt der Deutsche-Bank-Experte Heiko Peters.

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Siemens
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„Wir reden hier über 80 Millionen Menschen, die Energieversorgung benötigen, die natürlich auch Gesundheitsversorgung brauchen, die im Öl- und Gasgeschäft wieder auf die Beine kommen wollen“, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser. Chancen habe der Elektrokonzern durchaus. Ab 2010 hatte Siemens keine neuen Aufträge aus dem Iran mehr angenommen – das Umsatzvolumen wurde damals auf rund eine halbe Milliarde Euro beziffert.

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Autokonzerne
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Die deutschen Autohersteller geben sich vorsichtig. Man sei erst am Anfang, heißt es bei BMW, bei VW werden erste Gespräche auf politischer Ebene geführt. Laut Daimler-Chef Dieter Zetsche sind die Nutzfahrzeuge der Stuttgarter im Land begehrt. Branchenkenner sind aber skeptisch, ob deutsche Oberklassewagen im Iran schnell viele Käufer finden.

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Chemiebranche
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Die deutsche Chemie bewertet die jüngste Entwicklung wohlwollend. Es könne sich „nur belebend“ auswirken, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Utz Tillmann. Die Branche habe in der Region eine „lange Tradition“. Das gilt seit den 1970er-Jahren auch für den Konsumgüterkonzern Henkel. „Derzeit erwirtschaften wir in dem Land einen dreistelligen Millionenumsatz und sind zuversichtlich, dass wir dort auch weiter wachsen werden“, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted. Henkel ist Rorsted zufolge im Iran führend bei Waschmitteln, aber auch gut im Rennen im Geschäft mit Klebstoffen.

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SAP
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Auch Softwarekonzerne stehen im Iran in den Startlöchern. SAP-Finanzchef Luka Mucic meint: „Der Iran kann für uns ein sehr interessanter Markt werden. Historisch haben wir im Iran eine Industriestruktur, die uns bei SAP entgegenkommt, eine starke Öl- und Gasindustrie etwa.“

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Münchener Rück
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Unter den Finanzunternehmen verspricht sich der weltgrößte Rückversicherer Munich Re einiges. „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird der Rückversicherer dort eine Rolle spielen“, sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard.

(Foto: dpa)
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