Rendite soll in den Vordergrund rücken Klaus Maier wird neuer Vertriebsvorstand bei Mercedes-Benz

Die im vergangenen Jahr ins Schlingern geratene Pkw-Sparte von Mercedes-Benz bekommt einen neuen Vertriebschef.

HB STUTTGART. Nachfolger des bisherigen Bereichsvorstandes Joachim Schmidt werde der Chef des Lkw-Geschäfts in Europa und Lateinamerika, Klaus Maier, teilte Daimler-Chrysler am Mittwoch nach einer Vorstandssitzung in Stuttgart mit.

Der bisherige Vertriebs- und Marketing-Chef Schmidt soll in Kürze eine andere Führungsposition im Konzern übernehmen. Wohin Schmidt wechseln soll, teilte der Automobilhersteller nicht mit. In Unternehmenskreisen hieß es, die Neubesetzung des Vertriebspostens habe nichts mit den laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen Mercedes-Vertriebsmitarbeiter zu tun. In der deutschen Vertriebsorganisation ist es nach Unternehmensangaben zu Unregelmäßigkeiten zu Lasten des Konzerns gekommen. Zwei führende Mitarbeiter wurden inzwischen entlassen, der Chef des Deutschland-Vertriebs war Ende vergangenen Jahres in den Ruhestand geschickt worden.

Maier wird als Vertriebschef den Verkauf der Mercedes Car Group verantworten, zu der die Marken Mercedes-Benz, Maybach und Smart gehören. Maier gehörte lange zu den engen Mitarbeitern des neuen Mercedes-Pkw-Chefs Eckhard Cordes. Cordes hatte zuvor die boomende Nutzfahrzeug-Sparte von Daimler-Chrysler saniert, Maier verantwortete in diesem Geschäftsbereich bisher das Lkw-Geschäft von Mercedes in Europa und Lateinamerika. Unter seiner Führung baute die Marke die Marktführerschaft in Westeuropa bei schweren Lkw vor MAN und Volvo aus.

Mit dem neuen Vertriebschef dürfte die Rendite gegenüber dem Schielen auf hohe Stückzahlen in den Vordergrund rücken. Der 51 Jahre alte Maier hatte in seiner Bilanz für das vergangene Jahr zuletzt darauf verwiesen, dass die Mercedes-Lkw-Sparte bei deutlichen Absatzzuwächsen die Rentabilität gesteigert habe. Die Kapitalrendite habe 2004 weit über 15 Prozent gelegen. Maiers Nachfolger wird der Geschäftsführer des Motoren-Tuners Mercedes AMG, Hubertus Troska.

Die einst lukrativste Konzernsparte Mercedes Car Group hatte im vergangenen Jahr unter anderem wegen hoher Kosten für die Beseitigung von Qualitätsmängeln einen Gewinneinbruch erlitten. Im vierten Quartal war gerade noch die Gewinnschwelle erreicht worden. Mit einem Effizienzprogramm soll das operative Ergebnis bis 2007 um drei Milliarden Euro steigen und die Rendite auf sieben Prozent verdoppelt werden. Für 2005 hat sich die Sparte eine leichte Absatzsteigerung vorgenommen. 2003 waren 1,226 Millionen Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz, Smart und Maybach verkauft worden.

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