Bewerten Sie uns Beantworten Sie drei Fragen und helfen Sie uns mit Ihrem Feedback handelsblatt.com zu verbessern. (Dauer ca. eine Minute)
Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Rezessionsängste Türkisch-japanischer Autobauer Anadolu Isuzu unterbricht für 26 Tage die Produktion

Trotz mehrerer Konjunkturprogramme der Regierung ist der türkische Automarkt im vergangenen Jahr eingebrochen. Ein Konsortium zieht erste Konsequenzen.
Kommentieren
Anadolu Isuzu: Autobauer unterbricht für 26 Tage die Produktion Quelle: BLOOMBERG NEWS
Anadolu Isuzu

Der türkisch-japanische Autohersteller bekommt die drohende Rezession in der Türkei zu spüren.

(Foto: BLOOMBERG NEWS)

IstanbulDie immer trüberen Aussichten beim Weltwirtschaftswachstum werden in der Türkei bittere Realität. Die Firma Anadolu Isuzu, ein Konsortium des türkischen Autoherstellers Anadolu und des japanischen Produzenten Isuzu, schließt bis zum 13. April 2019 an insgesamt 26 Tagen das Werk.

Ab dem 14. Januar werde das Werk östlich von Istanbul im Januar selbst an sechs Tagen, im Februar und März an je acht Tagen und im April noch einmal an vier Tagen geschlossen, gab das Unternehmen vergangene Woche im türkischen Handelsregister bekannt.

Der Grund, den das Gemeinschaftsunternehmen angibt, lässt für die türkische Wirtschaft Schlimmes ahnen: So geht man bei Anadolu Isuzu davon aus, dass „die inländische Nachfrage schwach ist“. Offenbar zu schwach, um die Produktion wie gewohnt laufen zu lassen.

Das Vorgehen könnte eine gefährliche Spirale in Gang setzen: weniger Produktion bedeutet weniger Umsatz und Verkäufe. Wenn sich dieser Rückgang über weite Branchen fortsetzt, droht eine Rezession.

Am Montag senkte der Internationale Währungsfonds IWF die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft. So soll sich in Deutschland das Wachstum in diesem Jahr auf nur noch 1,3 Prozent verlangsamen. Das sind 0,6 Prozentpunkte weniger als noch im vergangenen Herbst.

Für die Türkei gibt der IWF keine konkrete Wachstumsprognose an. Doch die Autoren gehen von einer großen „Kontraktion“ der türkischen Wirtschaft aus. Die Europäische Kommission rechnet mit einem Rückgang des türkischen BIPs von 1,5 Prozent, die Ratingagenturen Moody’s und Fitch mit minus zwei respektive minus 1,9 Prozent.

Im dritten Quartal 2018 schrumpfte die türkische Wirtschaft bereits um 1,1 Prozent. Zahlen für das Schlussquartal im vergangenen Jahr liegen bislang nicht vor. Sollte das BIP jedoch auch in diesem Zeitraum rückläufig gewesen sein, würde technisch gesehen bereits eine Rezession vorliegen.

Vor allem zeigen viele makroökomische Indikatoren in dem Land nach unten. So ist nach Daten des türkischen Statistikinstituts TÜIK die industrielle Produktion rückläufig. Die Verkäufe im Einzelhandel sinken rapide. Auch die Exporte, die gerade im vergangenen Jahr als Retter der türkischen Wirtschaft galten, stagnierten im Dezember. Auch die Erhöhungen des Leitzinses für den Dollar dürften sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklungen in Schwellenländern wie der Türkei auswirken.

Den Rückgang bei den Autoverkäufen konnte man bereits im vergangenen Jahr beobachten. So brach der Verkauf von Fahrzeugen in der Türkei im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Drittel ein. Und das, obwohl die Regierung derzeit mit großzügigen Steuerermäßigungen auch beim Autokauf den Konsum anzukurbeln versucht hatte.

Das Joint Venture Anadolu Isuzu produziert vor allem Fahrzeuge für das Gewerbe, aber auch kleinere Autos für Privatkunden. Eine Handelsblatt-Anfrage blieb bisher unbeantwortet.

Alper Kanca, Chef des türkischen Verbandes für Automobilzulieferer Taysad, macht auch den Nachfrageschwund bei Nutzfahrzeugen in der Türkei für die schlechte Lage im Land verantwortlich. „Natürlich ist das Schrumpfen des Binnenmarktes ein Grund“, erklärte er auf Nachfrage. Er sieht bei PKW-Herstellern in diesem Jahr einen einstelligen Rückgang in der Türkei. „Der heimische Markt ist immer noch wichtig, aber nicht entscheidend für die derzeitigen Entwicklungen.“

Darüber hinaus glaubt er, dass vor allem der europäische Markt Schuld trage. In Deutschland, Frankreich und England sei die wirtschaftliche Entwicklung schwach, aus politischen und ökonomischen Gründen. „Das trifft immer auch die türkischen Produzenten.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Rezessionsängste - Türkisch-japanischer Autobauer Anadolu Isuzu unterbricht für 26 Tage die Produktion

0 Kommentare zu "Rezessionsängste: Türkisch-japanischer Autobauer Anadolu Isuzu unterbricht für 26 Tage die Produktion"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%