Rheinmetall Gewinn mehr als halbiert

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat seine Ziele im vergangenen Jahr nicht erreicht: Zwar legte der Umsatz zu, der Gewinn ging jedoch deutlich zurück. Nur in einer Branche fuhr Rheinmetall einen Rekordwert ein.
Update: 19.02.2015 - 10:31 Uhr Kommentieren
Der Rüstungskonzern hat im vergangenen Jahr weniger Umsatz und Gewinn gemacht. Quelle: dpa
Rheinmetall und die Rüstung

Der Rüstungskonzern hat im vergangenen Jahr weniger Umsatz und Gewinn gemacht.

(Foto: dpa)

DüsseldorfVerluste im Rüstungsgeschäft haben den Gewinn von Rheinmetall im vergangenen Jahr mehr als halbiert. Konzernchef Armin Papperger macht allerdings Hoffnung auf Besserung. Der um 466 Millionen auf 6,5 Milliarden Euro angeschwollene Auftragsbestand in dem Unternehmensbereich soll 2015 für Wachstum sorgen, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Eine exakte Jahresprognose dürfte zur Bilanzveröffentlichung am 19. März zu erwarten sein.

Bei einem Umsatzplus von sechs Prozent auf 4,7 Milliarden Euro sank das operative Konzernergebnis 2014 auf 102 (Vorjahr: 213) Millionen Euro. Während die Automobilzulieferung mit 184 Millionen Euro einen Rekordwert einfuhr, verbuchte die Rüstungssparte insgesamt ein Minus von 67 Millionen Euro. Dabei schlugen Sonderbelastungen von insgesamt 58 Millionen zu Buche. Neben dem Exportstopp für ein Trainingszentrum nach Russland belasteten auch Bußgelder von 37 Millionen Euro für Schmiergeldzahlungen in Griechenland. Zudem nannte das Management Rückstellungen für „Gewährleistungsansprüche aus einem Marinewaffenprojekt“ in der Nahost-Afrika-Region. Zu weiteren Details hüllte sich der Vorstand in Schweigen.

Das sind die größten Waffenhersteller der Welt
Platz 10: L-3 Communications
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Der US-Konzern hat vor zwei jahren den Aufstieg in die Reihe der zehn größten Waffenhersteller geschafft. Allerdings hat das Unternehmen aus New York 2015 in der Rüstungssparte mit 8,8 Milliarden US-Dollar etwas weniger Umsatz gemacht als im Vorjahr. L-3 liefert vor allem Kommunikationssysteme und Navigationssysteme an das Militär. Außerdem stellt der Konzern Körperscanner für Flughäfen her.

Quelle: SIPRI Arms Industry Database

Platz 9: Finmeccanica (Italien)
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Die Italiener bauen Flugzeuge, Hubschrauber, Panzer und Schiffsgeschütze, aber auch den Hochgeschwindigkeitszug ETR 500. Mit einem Umsatz von 9,3 Milliarden Dollar in der Militärsparte ist Finmeccanica nicht nur im internationalen Waffenmarkt bedeutend, die Firma ist auch zweitgrößter Arbeitgeber Italiens.

Platz 8: United Technologies (USA)
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US-Unternehmen dominieren die Top Ten der weltweit größten Rüstungsfirmen. Der Mischkonzern United Technologies hat mit seiner Militärsparte im vergangenen Jahr 9,5 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet. Damit konnte das Rüstungsunternehmen nicht an das starke vergangene Jahr anknüpfen – auch, weil die Hubschraubersparte Sikorsky Mitte 2015 für 9 Milliarden Dollar an Lockheed Martin verkauft wurde. United Technologies dürfte so 3 Milliarden Dollar an jährlichen Rüstungsumsätzen einbüßen.

Platz 7: Airbus Group (Europa)
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Fast wäre aus Airbus, der ehemaligen EADS, und der britischen BAE der größte Rüstungskonzern der Welt geschaffen worden. Doch die Fusion platzte. Das europäische Unternehmen, an dem Deutschland, Frankreich und Spanien künftig direkt beteiligt sind, kommt allein auf Platz sieben im Sipri-Ranking. Im Jahr 2015 standen Umsätze im Militärbereich von 12,9 Milliarden Dollar zu Buche – gut 700 Millionen mehr als im Vorjahr.

Platz 6: General Dynamics (USA)
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Flugzeuge, Fahrzeuge und Schiffe für den militärischen Bedarf stellt General Dynamics her. Rund 60 Prozent des Umsatzes werden mit Kriegsgütern gemacht. 2015 konnte GD deb Umsatz mit der Rüstungssparte weiter steigern – und zwar auf 19,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 5: Northrop Grumman (USA)
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Das US-Unternehmen bedient mit seinen Produkten die Schiff-, Luft- und Raumfahrt. Der Militärbereich macht mit 20 Milliarden Dollar über 80 Prozent der Umsätze aus. Bekanntestes Produkt ist der Tarnkappenbomber B-2.

Platz 4: Raytheon (USA)
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Ganz auf Militärprodukte ist das Unternehmen aus Waltham (US-Bundesstaat Massachusetts) spezialisiert. 94 Prozent seines Umsatzes macht Raytheon mit Kriegsgerät. Im Jahr 2015 waren es 21,8 Milliarden Euro. Raketen und Radar-Systeme gehören zu den bekanntesten Produkten. Raytheon stellt auch das Raketenabwehrsystem Patriot her.

Rheinmetall hatte im Herbst bereits zum zweiten Mal binnen weniger Monate wegen der schwächelnden Rüstungssparte seine Jahresprognose gekappt. Die nun veröffentlichten Zahlen übertrafen die Markterwartungen indes leicht. "Dies sollte dazu beitragen, dass Vertrauen zurückgewonnen wird", kommentierte Markus Turnwald von der DZ Bank, der die prall gefüllten Orderbücher in der Rüstungssparte hervorhob. Anleger griffen daher zu. Die Aktie notierte über vier Prozent im Plus bei 42,15 Euro und führte damit die Gewinnerliste im MDax an.

  • rtr
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