Rheinmetall Rüstungs-Boom sorgt für Gewinnsprung

Lange hat Rheinmetall mit seinem Rüstungsgeschäft kein Geld verdient. Doch nun rüsten viele Staaten auf – und der Düsseldorfer Industriekonzern macht in der Sparte wieder glänzende Geschäfte.
Update: 01.03.2017 - 10:22 Uhr Kommentieren
Die Rüstungssparte des Konzerns verbuchte ein Ebit von 147 Millionen Euro und damit ein Plus von 63 Prozent. Quelle: dpa
Rheinmetall-Panzer

Die Rüstungssparte des Konzerns verbuchte ein Ebit von 147 Millionen Euro und damit ein Plus von 63 Prozent.

(Foto: dpa)

DüsseldorfBoomende Geschäfte mit Rüstungsgüter haben den Gewinn bei Rheinmetall im vergangenen Jahr in die Höhe getrieben. Dank prall gefüllter Orderbücher zeigte sich Konzernchef-Armin Papperger auch für 2017 zuversichtlich. „Organisches Wachstum und die weitere Verbesserung unserer Ergebnisse bleiben auch im gerade angelaufenen Geschäftsjahr unsere Ziele“, teilte Papperger am Mittwoch mit. Weitere Details zum Ausblick will der Manager am 23. März auf der Bilanzpressekonferenz bekannt geben. Dann dürfte auch die Ausschüttung ein Thema sein. Für 2015 hatten die Aktionäre nach einem Gewinnsprung eine um 80 Cent auf 1,10 Euro erhöhte Dividende erhalten.

Nach ersten Berechnungen schnellte das operative Ergebnis (Ebit) im Konzern 2016 um 23 Prozent auf 353 Millionen Euro nach oben, während der Umsatz um acht Prozent auf 5,6 Milliarden Euro kletterte. Die Rüstungssparte mit einem Umsatz von 2,9 (Vorjahr: 2,6) Milliarden Euro steuerte mit einem Anstieg um 63 Prozent 147 Millionen Euro zum Ergebnis bei. Der Auftragsbestand schwoll auf 6,656 (Vorjahr: 6,422) Milliarden Euro an.

Mit dem lange defizitären Rüstungsgeschäft verdient Rheinmetall seit 2015 wieder Geld. Der Konzern profitiert davon, dass viele Länder im militärischen wie im zivilen Bereich aufrüsten. Rheinmetall entwickelt und produziert Panzer wie etwa den Puma oder Leopard, Waffen und Munition und ist auch auf den Gebieten der Flugabwehr und Elektronik unterwegs.

Das sind die größten Waffenhersteller der Welt
Platz 10: L-3 Communications
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Der US-Konzern hat vor zwei jahren den Aufstieg in die Reihe der zehn größten Waffenhersteller geschafft. Allerdings hat das Unternehmen aus New York 2015 in der Rüstungssparte mit 8,8 Milliarden US-Dollar etwas weniger Umsatz gemacht als im Vorjahr. L-3 liefert vor allem Kommunikationssysteme und Navigationssysteme an das Militär. Außerdem stellt der Konzern Körperscanner für Flughäfen her.

Quelle: SIPRI Arms Industry Database

Platz 9: Finmeccanica (Italien)
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Die Italiener bauen Flugzeuge, Hubschrauber, Panzer und Schiffsgeschütze, aber auch den Hochgeschwindigkeitszug ETR 500. Mit einem Umsatz von 9,3 Milliarden Dollar in der Militärsparte ist Finmeccanica nicht nur im internationalen Waffenmarkt bedeutend, die Firma ist auch zweitgrößter Arbeitgeber Italiens.

Platz 8: United Technologies (USA)
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US-Unternehmen dominieren die Top Ten der weltweit größten Rüstungsfirmen. Der Mischkonzern United Technologies hat mit seiner Militärsparte im vergangenen Jahr 9,5 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet. Damit konnte das Rüstungsunternehmen nicht an das starke vergangene Jahr anknüpfen – auch, weil die Hubschraubersparte Sikorsky Mitte 2015 für 9 Milliarden Dollar an Lockheed Martin verkauft wurde. United Technologies dürfte so 3 Milliarden Dollar an jährlichen Rüstungsumsätzen einbüßen.

Platz 7: Airbus Group (Europa)
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Fast wäre aus Airbus, der ehemaligen EADS, und der britischen BAE der größte Rüstungskonzern der Welt geschaffen worden. Doch die Fusion platzte. Das europäische Unternehmen, an dem Deutschland, Frankreich und Spanien künftig direkt beteiligt sind, kommt allein auf Platz sieben im Sipri-Ranking. Im Jahr 2015 standen Umsätze im Militärbereich von 12,9 Milliarden Dollar zu Buche – gut 700 Millionen mehr als im Vorjahr.

Platz 6: General Dynamics (USA)
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Flugzeuge, Fahrzeuge und Schiffe für den militärischen Bedarf stellt General Dynamics her. Rund 60 Prozent des Umsatzes werden mit Kriegsgütern gemacht. 2015 konnte GD deb Umsatz mit der Rüstungssparte weiter steigern – und zwar auf 19,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 5: Northrop Grumman (USA)
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Das US-Unternehmen bedient mit seinen Produkten die Schiff-, Luft- und Raumfahrt. Der Militärbereich macht mit 20 Milliarden Dollar über 80 Prozent der Umsätze aus. Bekanntestes Produkt ist der Tarnkappenbomber B-2.

Platz 4: Raytheon (USA)
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Ganz auf Militärprodukte ist das Unternehmen aus Waltham (US-Bundesstaat Massachusetts) spezialisiert. 94 Prozent seines Umsatzes macht Raytheon mit Kriegsgerät. Im Jahr 2015 waren es 21,8 Milliarden Euro. Raketen und Radar-Systeme gehören zu den bekanntesten Produkten. Raytheon stellt auch das Raketenabwehrsystem Patriot her.

In der Automobilzulieferung, die 2,656 (2,59) Milliarden erlöste, fiel der Anstieg des Ebit mit 8,3 Prozent auf 223 Millionen Euro zwar magerer aus als in der Rüstung. Die Sparte, die alle namhaften Autokonzerne mit Kolben, Pumpen oder Motorblöcken beliefert, markierte damit aber einen Rekordwert.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an: Die Aktie markierte mit einem Anstieg von 3,5 Prozent auf 74,65 Euro den höchsten Stand seit knapp zehn Jahren. Damit führten sie die Gewinnerliste im Nebenwerteindex MDax an.

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