Rheinmetall und Krauss-Maffei Großbritannien will wieder beim Panzer-Projekt „Boxer“ einsteigen

Rheinmetall und Krauss-Maffei bekommen künftig wieder Unterstützung aus Großbritannien. Die Briten wollen sich wieder beim „Boxer“ arrangieren.
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Ein Radpanzer „Boxer“" der Bundeswehr fährt in Afghanistan durch das Gelände. Quelle: dpa
Radpanzer "Boxer"

Ein Radpanzer „Boxer“" der Bundeswehr fährt in Afghanistan durch das Gelände.

(Foto: dpa)

LondonNach 14 Jahren will Großbritannien wieder in das von deutschen Konzernen dominierte Panzer-Projekt „Boxer“ einsteigen. Damit kann sich die deutsche Rüstungsindustrie Hoffnung auf einen weiteren Großauftrag zur Lieferung der Transport-Radpanzer machen. „Wir freuen uns, die British Army als weiteres Mitglied im Kreis derjenigen Streitkräfte begrüßen zu können, die den Boxer bereits erfolgreich nutzen“, teilte Rheinmetall-Vorstands-Chef Armin Papperger am Dienstag mit.

Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann stellen den „Boxer“ gemeinsam her. Großbritannien hatte den Radpanzer ursprünglich mit entwickelt, war aber 2004 aus dem Programm ausgestiegen.

Das britische Verteidigungsministerium erwartet nach eigenen Angaben, dass die „Boxer“ künftig in Großbritannien hergestellt und mindestens 60 Prozent der Produktion durch einheimische Firmen abgewickelt werden. Das werde mindestens 1000 Arbeitsplätze schaffen. Von Rheinmetall erwarte man erhebliche Auslandsinvestitionen.

Panzer, Waffen, Drohnen – was Rheinmetall alles baut
Radspähpanzer „Boxer“
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Wie Rheinmetall am Mittwoch mitteilte, verhandelt der Konzern exklusiv über die Lieferung von 211 Radspähpanzer vom Typ Boxer CRV nach Australien. Insgesamt erreicht der Auftrag damit ein Volumen von umgerechnet mindestens zwei Milliarden Euro. Der Boxer ist ein Radfahrzeug, dessen modularer Aufbau eine Vielzahl missionsspezifischer Varianten ermöglicht. Insgesamt hat Rheinmetall mehr als 700 Produkte im Portfolio.

Funktionsfahrzeuge „AMPV“
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Zur Rettung oder Evakuierung von Einsatzkräften stellt Rheinmetall auch gepanzerte Funktionsfahrzeuge wie den AMPV (Armoured Multi Purpose Vehicle) her. Er ist eine Gemeinschaftsentwicklung von Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann. Das Fahrzeug ist auf sogenannte „Out of Area“-Einsätze ausgelegt. Die Fahrgastzelle kann durch adaptive Schutzmodule je nach Situation angepasst werden und bietet Platz für eine fünf Mann starke Besatzung.

Panzer „Puma“
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350 Panzer des Typs „Puma“ sollen bis Ende 2020 an die Bundeswehr geliefert werden. Der „Puma“ löst damit das Auslaufmodell „Marder“ ab. Mit einem Gesamtvolumen von rund 1,6 Milliarden Euro ist das eine der größten Bestellungen in der Geschichte des Konzerns. Der Schützenpanzer bietet seinen Insassen einen bislang unvergleichbaren Schutz vor Minen, dem Beschuss mit Panzerabwehrwaffen und selbstgebauten Sprengsätzen.

Kampfpanzer „Leopard“
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Im Bereich der gepanzerten Kettenfahrzeuge ist Rheinmetall breit aufgestellt. Neben dem „Puma“ stellt der Konzern unter anderem den Kampfpanzer Leopard her. Das Modell ist gleichzeitig auch das Fahrgestell für ein weiteres Produkt...

Panzer „Kodiak 3“
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Ausgestattet mit einem Knickarmbagger, Minenschutz und eine Schnellwechselvorrichtung sowie ein Räumschild wird der Panzer vor allem zur Errichtung und Überwindung von Hindernissen auf dem Gefechtsfeld eingesetzt.

Soldatensysteme „Gladius“
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Die Kampfausstattung „Gladius“ rüstet Soldaten für Infanterie-Einsätze aus. Moderne Technologien und Kommunikationsmittel sollen den Truppen helfen, sich zu orientieren, und den Einsatz erleichtern. Rheinmetall rüstet mit der Kampfausstattung auch die Bundeswehr im Projekt „Infanterist der Zukunft“ aus. Mittlerweile heißt auch das Projekt „Gladius“. Die Ausstattung setzt sich unter anderem aus Bekleidung, Tragesystem, Waffen und Optik zusammen.

Turmsystem „Lance“
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Besonders im Kampf gegen den Terrorismus müssen sich Truppen gegen asymmetrische Bedrohungen wehren. Turmsysteme sollen dabei Schutz bieten. „Lance“ ist ein rundum geschützter Mittelkaliberturm und basiert auf einem modularen Turm-System (MTS). Dort können 200 Schuss zweier verschiedener Munitionstypen an der Hauptwaffe bevorratet werden. Nachmunitioniert wird, ohne dass die Soldaten den geschützten Fahrzeugraum verlassen müssen. Weltweit lieferte das Unternehmen bereits 6000 solcher Türme aus.

Die Verhandlungen mit dem Herstellerkonsortium sollen laut Verteidigungsministerium bis 2019 abgeschlossen sein und die ersten britischen Panzer 2023 in den Dienst gehen. Wie viele Panzer Großbritannien ordern will, wurde zunächst nicht bekannt.

  • dpa
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