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Ridesharing VW-Tochter Moia steht vor einem schwierigen Neustart in Hannover

Die Corona-Zwangspause ist für die Sammeltaxis auch in Hannover vorüber. Doch die wirtschaftliche Lage für Moia ist alles andere als einfach. 
20.08.2020 - 12:39 Uhr Kommentieren
Die neuen vollelektrischen Sammeltaxen von Moia in Hannover: In dieser Woche nimmt die VW-Tochter ihren Dienst dort wieder auf. Quelle: dpa
Moia in Hannover

Die neuen vollelektrischen Sammeltaxen von Moia in Hannover: In dieser Woche nimmt die VW-Tochter ihren Dienst dort wieder auf.

(Foto: dpa)

Düsseldorf In Hannover geht der Zwangsstopp für Moia, die Ridepooling-Tochter des Volkswagen-Konzerns, am Freitag dieser Woche zu Ende. „Nach der Corona-bedingten Pause nehmen wir den Betrieb mit neuen Fahrzeugen wieder auf“, kündigt Moia-Betriebschef Jens-Michael May an. Im Frühjahr hatte die VW-Tochter den Betrieb in der niedersächsischen Landeshauptstadt wegen der Pandemie eingestellt.

In Hamburg, der zweiten deutschen Stadt mit einem Moia-Service, hatte die Zwangspause nicht so lange gedauert. Dort sind die Sammeltaxis schon seit Mai wieder im regulären Betrieb unterwegs. Volkswagen hatte die Moia-Busse vor gut zwei Jahren erstmals auf die Straßen geschickt. Der VW-Konzern will mit seiner Tochter Moia eigene Erfahrungen beim Ridesharing sammeln und nimmt dafür auch Verluste in Kauf.

Im kleineren Hannover deckt Moia mit seinen Sammeltaxen das gesamte Stadtgebiet ab. In Hamburg beschränkt sich die VW-Tochter auf den Stadtbereich nördlich der Elbe. Ein großer Stadtbezirk im Süden wie Hamburg-Harburg wird von den Moia-Fahrzeugen auch weiterhin nicht angefahren. Die Moia-Busse fahren nicht auf festgelegten Routen. Je nach Bedarf und Nachfrage einzelner Kunden errechnen Algorithmen die Fahrtstrecken immer wieder neu. Moia verspricht, dass Fahrgäste maximal etwa fünf Minuten zum nächsten Haltepunkt laufen müssen.

Moia hat die längere Pause in Hannover für eine Umrüstung des Fuhrparks genutzt. Die Konzerntochter steigt dort auf rein elektrisch betriebene Kleinbusse um, die in Hamburg schon länger im Einsatz sind. Die elektrischen Moia-Busse waren in Zusammenarbeit mit dem VW-Werk Osnabrück und der Volkswagen-Transportersparte VWN entwickelt und produziert worden. Für die neuen E-Busse hat Moia am nördlichen Innenstadtrand von Hannover zugleich einen neuen Betriebshof gebaut.

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    „Elektromobilität wird in Hannover von jetzt an für jeden verfügbar. Wer Moia nutzt, fährt bequem, günstig und umweltfreundlich durch die Stadt”, begründet Moia-Manager May den Wechsel auf die Elektrobusse. Die VW-Tochter hatte ihren Service zunächst in Hannover – und noch vor Hamburg – mit konventionellen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor aufgenommen.

    Jede Moia-Fahrt wird mit rund zehn Euro subventioniert

    Moia verspricht, in den Kleinbussen auf die Corona-bedingte Sondersituation Rücksicht zu nehmen. Zwischen den Passagieren werde maximal Abstand gehalten, zwischen Fahrer und Fahrgastraum gebe es eine zusätzliche Abtrennung. Zudem gilt in den Moia-Bussen auch die Maskenpflicht. Höchstens fünf Passagiere können mitfahren.

    Die Corona-Zwangspause hatte die wirtschaftliche Situation von Moia noch einmal zusätzlich verschärft. Die VW-Tochter konnte die Kosten etwa durch Kurzarbeit für die Fahrer einerseits zwar reduzieren. Zugleich standen dem jedoch weniger Einnahmen gegenüber. Nur in Hamburg wurde ein Teil der Moia-Flotte auf Kosten der Hansestadt für einen zusätzlichen Nachtservice im Nahverkehr auf dem Höhepunkt der Coronakrise eingesetzt.

    Schon vor der Coronakrise hatte VW-Konzernchef Herbert Diess auf die schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen der Tochter hingewiesen. „Auch bei Moia werden wir den Aufwand deutlich reduzieren“, sagte Diess in einer internen Managementrunde zu Jahresbeginn. Volkswagen wolle zwar weiterhin in dem Geschäft vertreten sein, müsse sein Engagement aber zeitlich strecken, „bis die Voraussetzungen für die Profitabilität besser sind“, so Diess. Wie dazu ergänzend aus Konzernkreisen verlautete, muss Volkswagen jede Moia-Fahrt mit rund zehn Euro subventionieren.

    Volkswagen will die Moia-Flotte auch dazu nutzen, um auf absehbare Zeit Erfahrungen mit dem autonomen Fahren zu sammeln. Der Wolfsburger Konzern rechnet nicht damit, dass sich autonomes Fahren auf absehbare Zeit bei Privatkunden durchsetzen wird. Die Kosten von 100.000 Euro und mehr für autonome Systeme würden sich nur bei einem kommerziellen Einsatz wie etwa im Personentransport rentieren. Die Moia-Flotten in Hamburg und Hannover sollten Volkswagen dazu erste Erkenntnisse liefern.

    Die Coronakrise hat die wirtschaftliche Lage nicht nur für Moia, sondern für den gesamten VW-Konzern noch einmal wesentlich verändert. Wegen des daraus resultierenden Spardrucks könnte das gesamte Moia-Projekt noch einmal weiter gestreckt und zu zusätzlichem Kostenbewusstsein angehalten werden.

    Moia und die Entwicklung autonomer Systeme waren maßgeblich an die hannoversche Transportertochter VW Nutzfahrzeuge angebunden. VWN bekommt zum 1. September einen neuen Vorstandschef. Außerdem hat der bisherige Technikvorstand die VW-Transportertochter verlassen, wo er auch für das autonome Fahren verantwortlich war. Volkswagen könnte den gesamten Bereich der autonomen Systeme neu ordnen – eventuell auch mit Auswirkungen auf Moia. Denn zugleich kooperiert der Volkswagen-Konzern beim autonomen Fahren künftig auch mit dem US-Autohersteller Ford.

    Mehr: VW-Tochter verschiebt die Carsharing-Expansion.

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