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Riesenfrachter fliegen Aufträge davon Neuer Nackenschlag für Airbus

Die Frachtversion des Airbus A380 steht vor dem Aus. Die weltgrößte Leasingfirma ILFC wandelt eine Bestellung von fünf A380-Frachtflugzeugen in eine Order für fünf Passagiermaschinen des Riesenairbus um. Das teilte Airbus-Verkaufschef John Leahy am Montag in Paris mit. Damit bleibt nur noch der amerikanische Logistikkonzern UPS als Kunde übrig, der zehn Maschinen der A380F bestellt hatte.
An der A380-Passagierversion halten die meisten Airlines trotz der Verzögerungen fest, vom Frachter wenden sie sich dagegen ab. Foto: ap

An der A380-Passagierversion halten die meisten Airlines trotz der Verzögerungen fest, vom Frachter wenden sie sich dagegen ab. Foto: ap

fas/HB MÜNCHEN. Wie die Passagierversion ist auch der Frachter zwei Jahre hinter dem Zeitplan. Jetzt kommt die Maschine frühestens 2009. Während die Fluggesellschaften an der Passagierversion festhalten, wenden sich Interessenten vom Frachter ab, denn für die meisten Kunden ist das zu spät: Erst wandelte Airbus-Großkunde Emirates seine Frachtversion-Bestellung in Passagiermaschinen, vor einem Monat stornierte mit Fedex der nächste Großkunde zehn fest bestellte A 380F und orderte bei Boeing. Korean Air, ein weiterer potenzieller Großkunde, kaufte ebenfalls beim US-Rivalen.

Leahy erklärte am Montag zwar, Airbus werde mit der Frachtversion des A380 fortfahren, solange die Bestellung von UPS Bestand habe. Doch der Airbus-Mutterkonzern rechnet schon spitz: EADS-Finanzchef Hans-Peter Ring stellte Anfang November den Riesenfrachter bereits in Frage. Die Zukunft der Frachtversion hänge von der weiteren Entwicklung der Nachfrage ab, hatte er damals klar gesagt. Sollten weitere Stornierungen auflaufen, „dann müssen wir vielleicht neu entscheiden“, hatte Ring erklärt. „Wir stehen nicht unter Druck, uns hier zu entscheiden“, hatte UPS-Chef Mike Eskew zuletzt nach Rückzieher von Fedex gesagt.

Aus für A380F wäre harter Schlag für Hamburg

Airbus hat den Riesenfrachter parallel zur Passagiervariante entwickelt und hoffte, mit den höheren Stückzahlen auch die immensen Entwicklungskosten der A380 von 12 Mrd. Dollar besser hereinholen zu können. Weltweit wächst der Bedarf an Luftfrachtkapazitäten, die Nachfrage wird derzeit vor allem durch den Umbau älterer Passagiermaschinen befriedigt.

Die erneute Abbestellung eines Frachtkunden fällt in die Diskussion über die Arbeitsteilung zwischen den Airbus-Endmontagen zwischen Hamburg und Toulouse. Sollte Airbus die 380F fallen lassen, wäre das ein harter Schlag für das Airbus-Werk Hamburg. Denn die Frachtversion sollte an der Elbe endmontiert werden. Dort entsteht mit hohen Subventionen der öffentlichen Hand und gegen den massiven Widerstand der Anwohner eine verlängerte Landebahn für die A 380F. Diese Verlängerung der Landebahn wurde im wesentlichen mit der Frachtversion des neuen Riesenjets begründet, die womöglich niemals abhebt.

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