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Produktionsstätte von Glencore

Nickel-Kobalt-Produktion von Glencore in Australien.

(Foto: PR)

Rohstoffhändler Rohstoffriese Glencore unter Geldwäscheverdacht – Aktie bricht ein

Der weltgrößte Rohstoffhändler hat womöglich gegen die US-Korruptions- und Geldwäschegesetze verstoßen. Die Aktie verliert mehr als zehn Prozent.
03.07.2018 Update: 03.07.2018 - 12:08 Uhr Kommentieren

Zürich Glencore taumelt dem nächsten Skandal entgegen. Das US-Justizministerium habe Dokumente und andere Aufzeichnungen bei dem Rohstoffkonzern angefordert. Die Behörde prüft einen möglichen Verstoß gegen die amerikanischen Korruptions- und Geldwäschegesetze in Nigeria, Kongo und Venezuela.

„Glencore bewertet diese Vorladung und wird weitere Informationen zur gegebenen Zeit zur Verfügung stellen.“ Die Anleger reagierten geschockt auf den Vorwurf der Geldwäsche. Die Aktien von Glencore sackten um bis zu zwölf Prozent ins Minus. Investoren fürchten offenbar empfindliche Strafen für den Konzern.

Für den weltgrößten Rohstoffhändler sind es nicht die ersten Ermittlungen. Der Rohstoffriese ist in politisch heiklen Märkten aktiv und muss wegen seiner Geschäftspraktiken immer wieder Kritik einstecken, zuletzt etwa im Kongo.

Dort baut der Konzern im großen Stil Kupfer und Kobalt ab. Kobalt ist ein unverzichtbarer Rohstoff für die Elektromobilität. Um sich die Schürfrechte in dem afrikanischen Land zu sichern, ließ sich der Rohstoffkonzern auf einen fragwürdigen Deal mit dem israelischen Geschäftsmann Dan Gertler ein.

Gertler landete wegen mutmaßlicher Korruptionszahlungen auf einer Sanktionsliste der US-Regierung. Das brachte Glencore in eine heikle Lage, weil der Konzern sich zu Lizenzzahlungen an Gertler verpflichtet hatte.

Nach einem monatelangen Tauziehen nahm Glencore die Zahlungen an Gertler im Juni wieder auf. Auch ein juristischer Streit mit der vom kongolesischen Staat kontrollierten Bergbaufirma Gecamines schien beigelegt, nachdem die Glencore-Tochter Katanga sich zu Zahlungen verpflichtet hatte. Das Thema schien endlich abgehakt – doch nun haben die Kongo-Geschäfte offenbar die US-Justiz auf den Plan gerufen.

Für Glencore kommt die Vorladung aus den USA auch deshalb zur Unzeit, weil der Konzern sein Image aufpolieren will: Vorstandschef Glasenberg, der seit 2002 die Geschäfte führt, suchte das Gespräch mit Kritikern und schrieb sich Nachhaltigkeit und Transparenz auf die Fahnen.

So hat der Konzern in der vergangenen Woche etwa zum dritten Mal die Zahlungen an staatliche Regierungsstellen offengelegt. Demnach hat Glencore im vergangenen Jahr weltweit rund 4,5 Milliarden Dollar an Steuern, Lizenzen und Gebühren gezahlt. Davon flossen mehr als 400 Millionen Dollar an den kongolesischen Staat. Mit den Berichten kommt der Konzern seinen Kritikern entgegen, die Glencore und andere Rohstoffkonzerne wegen ihrer Verschwiegenheit aufs Korn genommen hatten.

Soviel Transparenz wäre früher wohl undenkbar gewesen: Glencore-Gründer Marc Rich galt als skrupelloser Geschäftemacher, der aus dem 1974 gegründeten Start-up den größten Rohstoffhändler der Welt formte. Seine Firma handelte mit Despoten wie Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi, auch mit dem südafrikanischen Apartheitsregime machte er Geschäfte.

Richs Ölgeschäfte mit dem Iran riefen in den 1980er-Jahren die amerikanischen Behörden auf dem Plan, er landete auf der „Most Wanted“-Liste des FBI. Amerikanische Agenten versuchten gar erfolglos, ihn zu entführen. Als eine seiner letzten Amtshandlungen begnadigte US-Präsident Bill Clinton Rich im Jahr 2001. Der Glencore-Gründer starb 2013 in Luzern.

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