Rohstoffkonzern aus Österreich Ölpreis-Verfall geht OMV an die Substanz

Der Gewinn steigt, die Erwartungen der Analysten sind übertroffen – doch beim österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV ist die Stimmung alles andere als gut. Der Ölpreis-Verfall macht dem Konzern immer mehr zu schaffen.
Dem österreichischen Öl- und Gaskonzern macht der Ölpreis-Verfall zu schaffen. Quelle: Reuters
OMV

Dem österreichischen Öl- und Gaskonzern macht der Ölpreis-Verfall zu schaffen.

(Foto: Reuters)

WienDer Ölpreis-Verfall setzt dem österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV immer stärker zu. Der um Lagereffekte bereinigte operative Gewinn (CCS Ebit) brach im dritten Quartal um ein Viertel auf 495 Millionen Euro ein, wie OMV am Donnerstag mitteilte. Der Rückgang fiel aber nicht so stark aus wie von Experten befürchtet. Deshalb lagen die Aktien im frühen Handel gut ein Prozent im Plus. Abgefedert wurden die sinkenden Erträge in der Ölförderung erneut von einem starken Raffineriegeschäft. „In diesem niedrigen Ölpreisumfeld profitierten die Ergebnisse weiterhin vom integrierten Geschäftsmodell“, erläutere Konzernchef Rainer Seele.

Das Raffineriegeschäft – die Herstellung von Benzin und Diesel sowie anderen Produkten aus Rohöl – ist seit dem Absturz des Ölpreises zu einem wichtigen Standbein für den Konzern geworden. Die hohe Nachfrage nach Mineralölprodukten habe erneut das Ergebnis unterstützt, teilte die OMV mit. Die entsprechende Raffineriemarge stieg im dritten Quartal auf 7,84 (Vorjahr: 4,90) Dollar je Barrel. Für das Schlussquartal erwartet die OMV jedoch aufgrund einer saisonal niedrigen Nachfrage und weiterhin bestehenden Überkapazitäten einen Rückgang der Marge.

Angesichts der schwächelnden Ölförderung hat der seit Juli amtierende neue Firmenchef eine Überprüfung der Ausrichtung angekündigt. Obwohl das Raffinerie-Geschäft auf Hochtouren läuft, will die OMV an ihrem derzeitigen Fokus - die Suche und Förderung von Öl und Gas - im Grunde festhalten. Die Ergebnisse der Strategie-Überprüfung will die OMV erst im Februar präsentieren. Der Absturz des Ölpreises ist eine der größten Herausforderungen für die Firmen der Branche.

Der Preis für einen Barrel der Sorte Brent hat sich innerhalb eines Jahres auf rund 50 Dollar etwa halbiert. Da keine wirkliche Erholung in Sicht ist, musste die OMV im dritten Quartal eine Abschreibung in der Höhe von eine Milliarde Euro vornehmen. Auch die Branchenriesen Royal Dutch Shell oder Total meldeten kürzlich herbe Gewinneinbußen. Der italienische Eni -Konzern rutschte sogar in die roten Zahlen. OMV strich Investitionen zusammen und trat auf die Kostenbremse. Um Geld in die Kassen zu spülen, sollen nun bis zu 49 Prozent an der Tochter Gas Connect Austria verkauft werden. Weitere Verkäufe sind nicht ausgeschlossen.

Diese Männer wollen den Ölpreis bestimmen
Treffen der Opec
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Treffen der Opec in Istanbul. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) würden die Fördermenge gerne begrenzen. Im September 2016 hatte das Ölkartell auch einen entsprechenden Plan verkündet. Passiert ist seitdem aber wenig. Die Skepsis wächst, dass es überhaupt zu einem Abkommen kommt. Diese Männer ringen um eine Einigung.

Saudi-Arabien
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Khalid al-Falih ist seit Mai 2016 Ölminister von Saudi-Arabien – und damit ein mächtiger Mann. Sein Land ist der wichtigste Akteur im Ölgeschäft. Doch auch den Scheichs macht der niedrige Ölpreis zu schaffen.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 158 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 266 Milliarden Barrel

Venezuela
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Der venezolanische Öl- und Bergbauminiser Eulogio del Pino. Vor einigen Jahren überholte Venezuela Saudi-Arabien, was die größten Öl-Reserven der Welt angeht.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 36 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 301 Milliarden Barrel

Die folgenden Teilnehmer des OPEC-Treffens sind nach den Öl-Reserven ihrer Heimatländer sortiert. Quelle: OPEC

Iran
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Der iranische Öl-Minister Bijan Namdar Zanganeh. Im Handelsblatt-Interview hatte er schon früh die Position seines Landes deutlich gemacht, sobald die Sanktionen gegen das Land aufgehoben sind: „Wir wollen schrankenlos Öl und Gas exportieren“

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 27 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 158 Milliarden Barrel

Irak
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Adil Abd Al-Mahdi war bis 2016 irakische Ölminister. Auf ihn folgte Jabbar Ali Hussein Al-Luiebi.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 54 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 143 Milliarden Barrel

Kuwait
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Der Finanz- und Ölminister Kuwaits: Anas Khaled Al-Saleh.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 49 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 101 Milliarden Barrel

Vereinige Arabische Emirate
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Der Energie- und Industrieminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Suhail Mohamed Al-Mazrouei.

Jährliche Öl-Exporte (Wert): 52 Milliarden Dollar

Öl-Reserven: 98 Milliarden Barrel

Eine Geschäftsankurbelung erhofft sich die OMV auch von einer Zusammenarbeit mit dem russischen Energiemonopolisten Gazprom. Neben der Entwicklung einer Öl- und Gas-Lagerstätte in Sibirien beteiligen sich die Österreicher in einem Konsortium mit der BASF -Tochter Wintershall, E.ON und Shell am Ausbau der Gaspipeline Nord Stream. Den Deal mit den Russen will die OMV über einen Tausch von Vermögenswerten abwickeln. Details sind noch nicht bekannt.

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