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Rohstoffkonzern K+S will Unternehmensteile verkaufen und erwägt Börsengang in den USA

Der Düngemittel- und Salzkonzern muss seine Verschuldung senken. Dafür plant Burkhard Lohr nun Teilverkäufe oder einen Börsengang der US-Aktivitäten.
10.12.2019 Update: 10.12.2019 - 17:42 Uhr Kommentieren
Der Düngemittelhersteller wird von der aktuellen Schwäche auf dem Markt für Kali getroffen. Quelle: dpa
Kalibergwerk von K+S in Giesen

Der Düngemittelhersteller wird von der aktuellen Schwäche auf dem Markt für Kali getroffen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Hohe Schulden, niedriger Börsenkurs, reduzierte Prognosen: Der Kasseler Rohstoffkonzern K+S kämpft derzeit mit vielen Problemen. Deshalb sucht Konzernchef Burkhard Lohr den Befreiungsschlag: Um die Verschuldung deutlich zu senken, will der Düngemittel- und Salzhersteller Unternehmensteile verkaufen und kann sich auch einen Börsengang der US-Aktivitäten vorstellen, wie Lohr im Gespräch mit dem Handelsblatt erläutert.
K+S ist als Düngemittelhersteller von der aktuellen Schwäche auf dem Markt für Kali getroffen. Diese Schwäche werde sich noch bis ins nächste Jahr hineinziehen, erwartet Lohr. „Unter diesen Bedingungen können wir operativ nicht ausreichend freien Cashflow erwirtschaften, um unsere Verschuldung wie geplant zu reduzieren“, sagte der K+S-Chef.

Da der schnelle Abbau der Verschuldung aber Priorität habe, müsse man andere Wege finden. „Deshalb prüfen wir jetzt verschiedene Optionen, von Verkäufen einzelner Geschäftsteile bis hin zu einem Börsengang der operativen Einheit Americas“, kündigte er an.

Der MDax-Konzern mit einem Jahresumsatz von zuletzt rund vier Milliarden Euro ist einer der weltweit größten Produzenten von Kali, das von Landwirten zur Düngung ihrer Felder eingesetzt wird. Daneben fördert der Konzern Salz, das unter anderem als Industrierohstoff oder als Streusalz verwendet wird.

K+S hatte bereits im vergangenen Jahr wegen wetterbedingten Produktionsstopps seine ursprünglichen Jahresziele nicht erreicht und vor ein paar Wochen dann auch die Ziele für dieses Jahr zurückgenommen. Angesichts des Vertrauensverlusts bei den Investoren kann es sich K+S kaum leisten, noch weitere Ziele einzukassieren. Deswegen setzt Lohr alles daran, den avisierten Verschuldungsabbau zu erreichen.

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    K+S hat sich vor allem durch die Erschließung des neuen Kaliwerks Bethune in Kanada stark verschuldet. Es ist mit rund drei Milliarden Euro die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte. Das im Mai 2017 eröffnete Werk soll die Zukunft von K+S im Kalimarkt sichern, da die Vorkommen in Deutschland nur noch wenige Jahrzehnte reichen.

    Lohr, der K+S seit Mai 2017 führt, hatte eine Halbierung der Verschuldungsquote bis Ende 2020 in Aussicht gestellt. Das Ziel ist Teil eines Programms, mit er nach Amtsantritt eine umfangreiche Neuordnung und ein Effizienzprogramm initiierte. In einer zweiten Phase des Programms soll K+S ab 2021 dann wieder auf Wachstum schalten.

    „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“ Quelle: K+S
    K+S-Chef Burkhard Lohr

    „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“

    (Foto: K+S)

    „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagte Lohr im Handelsblatt-Interview. Die Organisation sei neu aufgestellt, man werde voraussichtlich sogar mehr Synergien heben als die ursprünglich in Aussicht gestellten 150 Millionen Euro ab Ende 2020. Jedoch sei der Zeitplan beim weiteren Abbau der Verschuldung in Gefahr. Lohr: „Solange wir in diesem Punkt unsere Ziele nicht erreichen, können wir nicht in die Wachstumsphase starten.“ Weil er nicht auf eine Markterholung warten will, räumt er jetzt auf.

    Der Schwerpunkt liegt dabei auf der operativen Einheit Americas, in der die Salzaktivitäten von K+S in Nord- und Südamerika zusammengefasst sind. Dazu gehört das Geschäft mit Auftausalzen sowie Produkten für die Industrie und den Endverbraucher. K+S war im Jahr 2009 durch den Kauf von Morton Salt zum weltgrößten Salzhersteller aufgestiegen.

    „Im Salzgeschäft in Amerika können wir über den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung oder auch einen Börsengang Werte generieren. Wir sind nicht auf eine Transaktion beschränkt“, sagt Lohr. Es gebe interessierte Parteien für Anteilskäufe. Ein Komplettverkauf der operativen Einheit Americas sei aber nicht angedacht. Auch im Falle eines Börsengangs will K+S die Mehrheit der Aktien halten.

    Aktienkurs legt um vier Prozent zu

    Wie viel Geld Lohr durch Teilverkäufe oder einen Börsengang erlösen will, um die Verschuldung abzubauen, dazu macht der CEO keine genauen Angaben. Er dürfte aber mehr als eine Milliarde Euro anstreben, legt man die von Lohr per Ende 2020 angepeilte Verschuldungsquote des 2,7-Fachen vom Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zugrunde sowie die Prognosen der Analysten. Die erwarten laut Vara Research Ende 2020 eine Verschuldung von im Mittel rund 4,5 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn (Ebitda) von 763 Millionen Euro.

    Grafik

    In der Geschäftseinheit Americas erzielte K+S im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,45 Milliarden Euro sowie ein Ebitda von 222 Millionen Euro. Allein diese Geschäftseinheit könnte an der Börse für einen Wert zwischen 2,4 und 2,8 Milliarden Euro stehen. Dies ergibt sich etwa aus den Umsatz- und Gewinnrelationen des börsennotierten Salzkonkurrenten Compass Mineral. Der wird laut Bloomberg aktuell an der Börse in etwa mit dem Elffachen seines Ebitda bewertet.

    Mit den geplanten Maßnahmen will der K+S-Chef ein klares Signal an die Märkte senden. Die K+S-Aktie hat seit dem inoffiziellen und später zurückgezogenen Übernahmeangebot des Konkurrenten Potash Corporation im Jahr 2015 bald drei Viertel ihres Werts verloren und notiert nach Berechnungen der Analysten von Berenberg rund 15 Prozent unter dem Düngemittelsektor.

    Nach den wetterbedingten Produktionsstopps im vergangenen Jahr trüben in diesem Jahr Produktionskürzungen wegen der Marktschwäche das Bild. Am Dienstagmorgen notierte die Aktie bei rund zehn Euro. „Ist K+S ein sinkendes Schiff, das man verlassen sollte?“, titelte daraufhin das Finanzportal „The Motley Fool“. Nach der Bekanntgabe des Maßnahmenpakets am Dienstagnachmittag legte die Aktie von K+S um rund vier Prozent zu.

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