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Rückruf BMW 5er geht in Flammen auf – Südkorea will Tausende Autos von den Straßen verbannen

Defekte bei der Abgasrückführung sorgten in Korea für mehrere Fahrzeugbrände. Nun will das Land betroffene BMWs, die nicht repariert wurden, aus dem Verkehr ziehen.
Update: 14.08.2018 - 09:30 Uhr Kommentieren

Brandgefahr bei BMW – Südkorea kündigt Fahrverbote an

Tokio Der deutsche Premiumriese BMW hat ein Problem in Korea: Mehrere Fahrzeuge der Münchener waren wegen eines Defekts der Abgasrückführung in Flammen aufgegangen. Das südkoreanische Verkehrsministerium ordnete einen Rückruf an. Doch offenbar geht die Reparatur den Koreanern nicht schnell genug. Am Dienstag kündigte Südkoreas Verkehrsministerium ein Fahrverbot für alle zurückgerufenen, aber noch nicht inspizierten BMWs an.

Betroffenen wäre nach Stand von Montag etwa jedes vierte der rund 106.000 Fahrzeuge, die BMW in Korea in die Werkstätten beordert hat. Das geht aus einer Veröffentlichung des Ministeriums hervor.

Südkoreas Ministerium wurde hellhörig, nachdem Medien berichtet hatten, dass inzwischen auch schon inspizierte Autos und Modelle, die gar nicht auf der Rückrufliste standen, ausgebrannt sind. Laut Medienberichten ist die Zahl der BMW-Brände damit in diesem Jahr auf 39 Fälle angestiegen.

Und das Problem scheint sich nicht auf Korea zu beschränken: Nach ersten Berichten über Autos, die aus dem Nichts in Flammen aufgehen, rief BMW diesen Monat auch in Europa 323.700 BMWs zurück. Defekte Abgasrückführungsmodule können die Brände auslösen.

In Südkorea greift man deswegen nun hart durch. Verkehrsministerin Kim Hyun-mee machte keinen Hehl aus dem neuen Kurs. „Die Zentralregierung hat die regionalen Behörden aufgefordert, ab Mittwoch den Betrieb aller nichtinspizierten BMW-Fahrzeuge auszusetzen.“

Zusätzlich ordnete die Regierung an, die betroffenen Fahrzeuge einem Sicherheitscheck zu unterziehen. Zudem drohte die Ministerin dem Autobauer mit Strafen und Bußgeldern für den Fall, dass BMW nachgewiesen werden kann, absichtlich oder bösartig Reparaturen oder Rückrufe verschleppt zu haben.

BMW teilte mit, dass der Konzern der amtlichen Entscheidung Folge leisten werde. Außerdem bietet der Importeur betroffenen Kunden Mietautos an. Der Rückruf soll bis Jahresende abgeschlossen werden.

Eines ist klar: Die amtliche Maßnahme erschwert es BMW, den Schaden im lukrativen Exportmarkt Korea, der vor dem Skandal auf Hochtouren lief, zu begrenzen.

Im ersten Quartal dieses Jahres konnte BMW seinen Absatz in Korea immerhin um 48 Prozent auf rund 18.000 Fahrzeuge erhöhen. Damit verkaufte der bayrische Weltkonzern in Korea mehr Autos als im weit größeren Automarkt Japan. Doch ausgerechnet die populäre Mittelklasselimousine 520d ist nun von dem Rückruf betroffen.

Die Münchener bemühen sich um Schadensbegrenzung. Öffentlich bat der Autokonzern seine Kunden bereits mehrfach um Entschuldigung. Zuletzt verbeugte sich der Vorsitzende von BMW Korea, Kim Hyo-joon, am Montag vor einem Parlamentsausschuss.

BMW Korea-Chef Kim Hyo-joon verbeugt sich vor dem südkoreanischen Parlamentsausschuss. Quelle: AP
Entschuldigung auf Koreanisch

BMW Korea-Chef Kim Hyo-joon verbeugt sich vor dem südkoreanischen Parlamentsausschuss.

(Foto: AP)

Zudem flogen die Bayern kurz nach dem Start des koreanischen Rückrufs den für Qualitätsmanagement zuständigen Vizechef der BMW-Gruppe Johann Ebenbichler ein. „Die Ursache ist bloß ein Hardware-Problem, es hat nichts mit der Software zu tun“, versuchte er die Kunden zu beruhigen.

Doch die koreanischen BMW-Fahrer scheinen damit nicht zufrieden zu sein. Einige Kunden organisieren sich, um allein oder gemeinsam BMW Korea zu verklagen. Sie wollen beispielsweise herausfinden, wie lange BMW von den Problemen wusste. Berichte, dass am 9. August ein nicht zurückgerufener BMW 730Ld auf der Autobahn Feuer fing, verstärken die Sorgen.

Schlimmer noch, koreanische Medien streuen inzwischen Zweifel an Ebenbichlers Behauptung an, dass es sich um ein Hard- und kein Softwareproblem handeln würde. Die Funktion des Abgasrückführventils als auch des Kühlers und der Anteil des Abgases, das zurückgeführt würde, seien durch Software bestimmt, zitieren sowohl die Tageszeitung Hankyoreh als auch Joongang Kim Pil-su, Professor für Autobau an der Daelim-Universität.

Daher denke er, dass es sich nicht nur um ein Hardware-Problem handeln würde. Stattdessen müsse man das System als Ganzes untersuchen.

Die linke Zeitung Hankyoreh fragte zudem, „warum die Feuer nur in Südkorea so oft auftreten, obwohl in die Autos die gleichen Teile wie in Europa verwenden würden“. BMWs Behauptung von Hardware-Problemen würden dies nicht erklären. BMW steht damit in Südkorea weiter unter Druck.

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