Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Rückschlag für Bayer Französische Behörde will mehrere glyphosathaltige Produkte verbieten

Die anhaltende Kritik am Unkrautvernichter Glyphosat zeigt auch in Europa Wirkung. Frankreich verbietet ab 2020 etliche glyphosathaltige Produkte.
09.12.2019 Update: 09.12.2019 - 16:04 Uhr 1 Kommentar
Der Wirkstoff Glyphosat ist in etlichen Unkrautvernichtungsmitteln enthalten. Quelle: dpa
Glyphosat

Der Wirkstoff Glyphosat ist in etlichen Unkrautvernichtungsmitteln enthalten.

(Foto: dpa)

Paris Die französische Agentur für Lebensmittel- und Umweltsicherheit ANSES will einen Großteil der in Frankreich verkauften Produkte mit dem umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat verbieten. Nach 2020 dürften 36 Produkte nicht mehr verwendet werden, teilte Anses am Montag mit. Sie machen nach Angaben der Agentur fast drei Viertel des Volumens der im Jahr 2018 in Frankreich verkauften Glyphosatprodukte aus. Weiteren vier Produkten, die Glyphosat enthalten, soll die Zulassung aufgrund unzureichender Daten zu möglichen Gesundheitsrisiken verweigert werden.

Glyphosat wurde vom US-Konzern Monsanto entwickelt, den Bayer 2018 übernommen hatte. Da das Patent von Glyphosat seit Jahren abgelaufen ist, wird das Herbizid inzwischen auch von zahlreichen anderen Firmen hergestellt.

Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Bayer sieht sich in den USA deshalb mit rund 42.700 Klägern konfrontiert. Ein Bayer-Sprecher erklärte, das Unternehmen wolle zusätzliche Daten an ANSES übermitteln und sei zuversichtlich, dadurch die Zulassungen für seine glyphosathaltigen Produkte in Frankreich verlängern zu können. Bayer stehe „voll und ganz“ hinter seinen Produkten.

Die Vorwürfe gegen Glyphosat hat der Konzern stets zurückgewiesen und darauf verwiesen, dass Zulassungsbehörden weltweit das Herbizid bei sachgemäßer Anwendung als sicher bewerteten. Erst dieses Jahr hatte die US-Umweltbehörde EPA ihre Einschätzung bekräftigt, dass Glyphosat nicht krebserregend sei. In der EU läuft die Zulassung noch bis Ende 2022, in Deutschland soll es bis Ende 2023 komplett verboten werden.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Österreich kann Glyphosat derweil nicht wie geplant bereits ab Januar komplett verbieten. Grund dafür sei ein Formfehler, erklärte die österreichische Kanzlerin Brigitte Bierlein am Montag. Die EU-Kommission sei nicht ordnungsgemäß unterrichtet und der Gesetzesentwurf nicht im Voraus zur Notifizierung übermittelt worden, hieß es zur Begründung.

    Österreich hatte im Juli als erstes EU-Land ein Glyphosat-Totalverbot beschlossen. Allerdings steht das Land auch vor dem Problem, dass es Mitgliedsstaaten nicht möglich ist, von der EU zugelassene Pflanzenschutzmittel gänzlich zu verbieten; sie dürfen sie nur in der Anwendung einschränken. 

    Mehr: Bayer verschafft sich im Glyphosat-Streit mehr Zeit. Zwei bisher für Januar angesetzte Prozesse werden verschoben. Das ist ein klares Zeichen, dass Bayer mit Hochdruck an einem Vergleich arbeitet.

    • rtr
    Startseite
    Mehr zu: Rückschlag für Bayer - Französische Behörde will mehrere glyphosathaltige Produkte verbieten
    1 Kommentar zu "Rückschlag für Bayer: Französische Behörde will mehrere glyphosathaltige Produkte verbieten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Mehrere Medien berichten seit vergangener Woche, dass Monsanto mehrere Studien zu Glyphosat beauftragt und finanziert haben soll, dies aber in den Studien nicht gezeigt wurde. Ergebnisse dieser Studien seien positiv für Glyphosat gewesen, die Studien seien auf Fachtagungen als Ergebnisse der Justus-Liebig-Universität Gießen präsentiert worden und sind auf der Literaturliste des Bundestages.
      Leider lese ich im Handelsblatt dazu nichts.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%