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BMW

Der bayerische Automobilbauer hat aktuelle Geschäftszahlen vorgelegt.

(Foto: dpa)

Rückschlag im Premiumsegment So erklärt BMW-Chef Krüger den Gewinnrückgang beim Münchner Autobauer

Der bayerische Autokonzern BMW bleibt beim Quartalsergebnis klar hinter den Markterwartungen. Dafür gibt es mehrere Gründe.
02.08.2018 Update: 02.08.2018 - 08:44 Uhr 1 Kommentar

München Die ganz fetten Jahre scheinen auch in München fürs Erste vorbei zu sein. Nachdem zuletzt der Stuttgarter Auto- und Lkw-Hersteller Daimler seine Aktionäre mit einem Gewinneinbruch von mehr als einem Viertel im Vergleich zum Vorjahr schockte, bricht beim Erzrivalen BMW ebenfalls das Ergebnis ein. Der bayrische Dax-Konzern verdiente im zweiten Quartal nur noch 2,08 Milliarden Euro. Das ist ein Minus von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Insbesondere in der Kernsparte Automotive muss BMW Einbußen verkraften. Unter dem Strich sackte hier das Ergebnis um mehr als 14 Prozent ab – auf rund 1,5 Milliarden Euro. Der erwirtschaftete Umsatz zwischen April und Juni ist mit einem Minus von gut 700 Millionen Euro im Vergleich zum zweiten Quartal 2017 leicht rückläufig, mit insgesamt mehr als 25 Milliarden Euro aber noch immer solide.

Neben Währungseffekten drücken auch steigende Aufwendungen für Forschung- und Entwicklung auf das Ergebnis. Insbesondere die Investitionen in Elektroantriebe, neue Modelle und die Weiterentwicklung der Technik fürs autonome Fahren haben die Entwicklungskosten um 300 Millionen Euro im zweiten Quartal nach oben getrieben.

Gemeinsam mit Intel, Fiat-Chrysler (FCA) und dem Zulieferer Magna entwickeln die Münchener auf einem eigens dafür errichteten Campus selbstfahrende Autos. Man mache große Fortschritte, betont BMW-Chef Harald Krüger. Auf eine Lästerei von Elon Musk, dass er BMW beim autonomen Fahren nicht als Konkurrenten sehe, konterte Krüger defensiv. Wenn „Herr Musk, das nicht wahrnimmt“, so Krüger, sei das sein Problem. „Wir sind da gut unterwegs.“

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    Die Gewinnspanne vor Zinsen und Steuern (Ebit) rutschte in der Sparte Automotive unter die Zehn- Prozent-Marke. Im Vergleich zum Mercedes-Hersteller und Erzrivalen Daimler steht BMW mit einer Ebit-Marge von 8,6 Prozent im Kerngeschäft immer noch gut da. Bei Mercedes sackte die Gewinnspanne zuletzt auf 8,4 Prozent ab. Allerdings fällt BMW damit hinter die VW-Tochter Audi zurück, die fürs zweite Quartal 9,2 Prozent vorweisen kann.

    BMW verringert beim Absatz Rückstand auf Daimler

    Hinzu kommt: Die Marke mit dem Stern rechnet anders als BMW das Finanzergebnis in China in das operative Ergebnis der Pkw-Sparte mit ein. Vergleicht man Äpfel mit Äpfeln, sind die Münchner sogar weit renditestärker, als die publizierten Zahlen den Anschein erwecken. Bis zum Jahresende will Krüger bei der Profitabilität zurückkommen. Man sei 2017 der profitabelste Autohersteller der Welt gewesen, „diesen Anspruch haben wir auch im aktuellen Geschäftsjahr“, erklärte er.

    Beim Absatz liegen die Schwaben hingegen weiter vor den Bayern. Im zweiten Quartal verkaufte Mercedes rund 590.000 Fahrzeuge, BMW hingegen nur 542.000 Autos. Aber der Rückstand der Münchener auf die Stuttgarter wird geringer. Während die Absätze bei Mercedes zuletzt rückläufig waren, verbucht BMW immer noch ein Plus von 1,4 Prozent. Bis 2020 will BMW-Chef Harald Krüger mit seinem Konzern Mercedes wieder überholen.

    Voraussetzung sei aber, dass die weltpolitische Lage sich nicht weiter verschlechtere. BMW spreche sich klar für freien Welthandel aus. Insbesondere der Handelskrieg zwischen China und den USA könnte für BMW zum Problem werden.

    Denn China gehört nach wie vor zu den Wachstumstreibern für den deutschen Hersteller: Zuletzt hatte BMW sich darum mit dem chinesischen Technologiekonzern Baidu und dem Autohersteller Great Wall verbündet, um das Geschäft mit der Elektromobilität und selbstfahrenden Autos auch im größten Automarkt der Welt vorantreiben zu können.

    Ein wichtiger Markt sei aber nach wie vor Europa, sagte Krüger. Weil die Werke hier langsam am Rande der Kapazitätsgrenze arbeiten, hatte BMW vor wenigen Tagen den Bau eines Werks in Ungarn für eine Milliarde Euro verkündet. Schon bald sollen dort 150.000 Fahrzeuge gebaut werden. Welche Modellreihen nach Osteuropa verlagert werden, verriet der BMW-Chef aber noch nicht.

    Krüger zum Vorwurf der Dieselmanipulation

    Stattdessen nahm Krüger bei der Präsentation der Zahlen Stellung zu den Vorwürfen von Dieselmanipulationen. BMW hatte Anfang des Jahres gegenüber dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) eingeräumt, in zwei Fahrzeugmodellen, dem 750xd und dem M550xd, die falschen Abschalteinrichtungen eingebaut zu haben. „Wir haben hier einen handwerklichen Fehler vorliegen“, erklärte Krüger in einer Telefonkonferenz.

    Die Anzahl der betroffenen Autos habe sich mittlerweile von rund 11.000 auf knapp 8.000 Autos reduziert. Man habe begonnen, den Fehler zu beseitigen „Das Softwareupdate ist vom Kraftfahrtbundesamt genehmigt worden und wird tagesaktuell aufgespielt“, erklärte Krüger.

    In Deutschland ist der Anteil von Dieselmodellen an den BMW-Verkäufen in den vergangenen Jahren von 61 auf 47 Prozent gesunken, teilte der Konzern mit. Allerdings habe sich der Absatz in den vergangenen zwei Monaten deutlich stabilisiert, betonte Krüger. Mit einem Rücknahmeversprechen hatte der Konzern um das Vertrauen der Kunden geworben.

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    1 Kommentar zu "Rückschlag im Premiumsegment: So erklärt BMW-Chef Krüger den Gewinnrückgang beim Münchner Autobauer"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • BMW hat nicht eingeräumt illegale Abschaltvorrichtungen verwendet zu haben. Sie haben die falsche software auf die zwei Modelle gespielt. Von einer illegalen Abschaltvorrichtung ist dies aber weit entfernt. Bitte ausbessern und keine Falschmeldungen verbreiten!

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