Rückzug Opel verkauft nicht mehr in China

Auf dem wichtigsten Automarkt der Welt wird künftig kein Opel mehr verkauft. Mutterkonzern GM will die deutsche Marke ab Januar 2015 aus dem Markt zurückziehen. Dafür soll in Deutschland investiert werden.
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Ein letzter Blick: Der Opel Zafira Tourer wird auf der Shanghai Automesse wo so schnell nicht mehr zu sehen sein. Quelle: ap

Ein letzter Blick: Der Opel Zafira Tourer wird auf der Shanghai Automesse wo so schnell nicht mehr zu sehen sein.

(Foto: ap)

RüsselsheimEs ist noch kein Jahr her, da feierte Opel ein kleines Comeback in China. Erstmals nach fünf Jahren Abstinenz zeigten die Rüsselsheimer auf der wichtigsten chinesischen Automesse in Shanghai wieder eigene Modelle: den Insignia ST, den Astra GTC und den Zafira Tourer. Nur wenige Monate später folgt der Rückzug: Opel soll ab Januar 2015 in China keine Fahrzeuge mehr unter dem eigenen Logo verkaufen, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Die Entscheidung ist ein Teil der neuen Ausrichtung der Marken von Mutterkonzern General Motors. Während Konzernschwester Buick auf den chinesischen Markt künftig alleine punkten soll, überlässt Chevrolet im Gegenzug Opel den europäischen Markt. Vergangenes Jahr hatte die GM-Tochterfirma Hilden ihre Produktion in Australien gestoppt.

Für Opel-Chef Karl-Thomas Neumann ist der Rückzug eine längst überfällige Entscheidung. „Es hätte einen hohen dreistelligen Millionenbetrag erfordert, Opel zu mehr Bekanntheit zu führen und das Vertriebsnetz auszubauen.“ Mit 22 Händlern und rund 4.300 verkauften Fahrzeugen spielt Opel auf dem chinesischen Markt ohnehin eine marginale Rolle. Nun überlässt man den lukrativen Markt der Konzernschwester Buick, die mit 650 Händlern rund 810.000 Fahrzeuge absetzt.

Auch wenn Opel damit in den Wachstumsmärkten der Welt nicht mehr als Marke vertreten ist, erwarten sich die Verantwortlichen in Rüsselsheim zusätzlichen Schub durch die Zusammenarbeit mit der Konzernschwester. „Es ist unser klares Ziel, unsere Zusammenarbeit zu intensivieren. Dazu prüfen wir derzeit eine ganze Reihe von Projekten.“

Weitere gemeinsame Modelle sollen folgen: Schon in wenigen Jahren soll eine weitere Insignia-Variante unter dem Buick-Logo für den US-Markt in Rüsselsheim produziert werden. Dazu will das Unternehmen in Rüsselsheim 245 Millionen Euro investieren. Derzeit laufen am Rüsselsheim vier Varianten des Insignia und ab Januar 2015 der Zafira Tourer vom Band. Schon heute werden Modelle wie der Astra und der Mokka in China unter dem Buick-Logo verkauft.

Durch die Gleichteilestrategie könnte sich Opel auch die Einkaufsmacht des Mutterkonzern stärker zunutze machen und so die Kosten weiter senken. Zuletzt träumte Opel-Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug sogar davon, künftig Buick-Fahrzeuge für den chinesischen Markt bei Opel in Deutschland zu fertigen.

Die krisengeschüttelten Rüsselsheimer wollen sich künftig auf Europa konzentrieren und in Russland und der Türkei wachsen. Dank neuer Modelle wie dem Kleinwagen Adam, dem Geländewagen Mokka oder dem Cabrio Cascada legte Opel im vergangenen Jahr erstmals seit langem wieder zu.

Bis 2016 soll Opel so wieder schwarze Zahlen schreiben. Dazu wird Ende 2014 das Werk in Bochum mit einst mehr als 3000 Beschäftigten geschlossen. In Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern wurde dagegen der Kündigungsschutz bis Ende 2018 verlängert.

Glänzender Auftritt mit kleinen Macken
Opel Adam 1
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Glänzender Auftritt: Mit zwölf poppigen Lackfarben und drei verschiedenen Dachvarianten ist der Adam ein echter Hingucker. Mit weiteren bunten Accessoires und Dekoren kann man ihn gegen Aufpreis ganz persönlich gestalten.

Opel Adam 3
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Das zweifarbige Design macht ihn zu einem unverwechselbaren Charakter, ohne dass er wie die Konkurrenten Mini, Fiat 500 oder VW Beetle zu einem weiteren Retro-Auto geworden wäre. Eine gewisse optische Nähe hat er eher zum DS3 von Citroen.

Opel Adam 4
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Wem der Kühlergrill mit Streifen- und Wabendesign noch nicht verspielt genug ist, der kann ihn noch zusätzlich mit einer farbigen Grillspange aufmotzen.

Opel Adam 6
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Leichtmetallräder in 30 verschiedenen Ausführungen sind für den Adam verfügbar, hier in Cream White im "Hurrican"-Design. Einige Räder können auch noch für 28 Euro Aufpreis mit farbigen Clips veredelt werden.

Opel Adam 10
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Hommage an den Firmengründer: Adam Opel stand Pate bei der Namensgebung. Die durchbrochene C-Säule kombiniert mit Chromelementen geben der Optik einen ungewöhnlichen Touch.

Opel Adam 11
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Die 1,4 Liter-Maschine beschleunigt den Wagen zügig auf bis zu 185 Stundenkilometer. Kein Sportwagen, aber ein leistungsfähiges Triebwerk, das in der Stadt sehr gute Dienste leistet. Bei langen Autobahn-Fahrten nerven jedoch die hohen Drehzahlen.

Opel Adam 12
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Vier-Augen-Prinzip: Die reduzierte, klare Linienführung am Heck unterstreicht die junge Optik des Adam. Von einer Neigung zu barockem Blechkleid, die man Opel eine Zeit lang nachsagte, keine Spur.

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10 Kommentare zu "Rückzug: Opel verkauft nicht mehr in China"

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  • China ist genauso wie andere Markt für Opel nicht lukrativ, da die Marke dort unbekannt ist und die Investitionen für einen Markteintritt zu groß wären. Von daher ist die Entscheidung richtig Opel nicht auf diesen zu verkaufen, sondern unter den dort bereits bekannten Marken zu vertreiben. Was nur nicht passieren darf, ist das Opel intern als Verlustbringer behandelt wird (offiziell Gewinn wird Opel schon allein aus steuerlichen Gründen nie machen) während sich die Autos global eigentlich ganz gut verkaufen, aber nur nicht Opel heißen. 2011 war den Astra btw übrings das meist verkaufte Auto in China, heißt da aber Buick Excelle. Also ganz so schlecht kann er dann wohl doch nicht sein.

  • Woher wissen Sie das? Wahrscheinlicher ist, das Opel keiner kannte bzw. kennt. Oder konnten sie eine repräsentative Befragung in China durchführen, das die Chinesen zwar Opel alle kannten, aber nicht haben wollten? Ich denke nicht.

  • Die dürfen ja jetzt dafür in Rußland verkaufen...das ich nicht lache, das haben ihnen ja die Amis auch versaut, mit der Embargostrategie!

  • Opel hat früher auch nciht in China verkauft. Die haben nur angeboten. Aber kaufen wollte die Autos keiner.

  • Kein Wunder, dass es Opel nicht gut geht, wenn GM Opel regelmäßig gewisse Märkte vorenthält!

  • @notar: evtl mal das ganze gebilde verstehen lernen! -->

    Dazu als erstes Goldschmied fabian gucken. Dann prof. bernd senf "tiefere ursachen der weltfinanzkrise", andreas popp "danistakratie" und mario fleischmann "das zwangsgeldsystem". Wenn mans dann verstanden hat, findet man noch unzähliges im www dazu, wie z.b. gugeln -> "sklaven ohne ketten opel" Wer dann noch richtig schmunzeln möchte zieht sich noch die exportdaten in bezug auf den momentanen Target II saldo rein.

  • ..nicht, eben nur unterstützen. Warum? weil sies kann! warum? weil kein michel etwas tut. Warum? ...

  • Nicht nur Überschriften, sondern den ganzen Artikel lesen,oder besser nicht kommentieren.
    Nicht China verbietet Opel Verkäufe.

  • Zitat : Opel darf nicht mehr in China verkaufen

    - und nach dem VW die Fabriken in China gebaut, die Fachkräfte ausgebildet und die Produktion in Gang gesetzt hat,

    werden die Chinesen schnell auch Gründe finden, laut derer VW in China auch nichts mehr verkaufen darf !

    Konfuzius läßt grüßen !

  • Opel soll also weg vom Automarkt. Und was macht unsere Kanzlerin als diese Forderung zu unterstützen??

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