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Rüstungshersteller Rheinmetall prüft Börsengang der Autosparte

Kanonen für Panzer und Motorenteile für Autos laufen bei Rheinmetall bisher unter einem Dach. Das könnte sich ändern. Bei einem Börsengang von Kolbenschmidt Pierburg würde die Rüstung ins Zentrum rücken.
29.07.2011 - 16:14 Uhr 1 Kommentar
Die Hauptverwaltung des Rüstungsherstellers Rheinmetall in Düsseldorf. Quelle: dpa

Die Hauptverwaltung des Rüstungsherstellers Rheinmetall in Düsseldorf.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Deutschlands größter Rüstungshersteller Rheinmetall denkt über einen Rückzug aus dem Autogeschäft nach: Der Düsseldorfer Konzern prüft einen Börsengang seiner Tochter Kolbenschmidt Pierburg AG. Mit 10.000 Mitarbeitern erzielte sie im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro. Zur Dauer der Prüfung machte ein Rheinmetall-Sprecher am Freitag keine Angaben. Das Ergebnis sei völlig offen.

Rheinmetall besteht derzeit aus zwei etwa gleich großen Säulen. Die Rüstungssparte erwirtschaftete 2010 mit rund 9000 Mitarbeitern rund zwei Milliarden Euro Umsatz. Sie produziert gepanzerte Fahrzeuge, Flugabwehrsysteme, Waffen und Munition. Für den Kampfpanzer Leopard zwei liefert sie beispielsweise die Kanone, Elektronik und Munition. Die Autozuliefer-Sparte, die Kolbenschmidt Pierburg AG (Neckarsulm), stellt unter anderem Motoren-Kolben und -Blöcke sowie Pumpen her.

Im ersten Halbjahr 2011 stieg der Umsatz des Rheinmetall-Konzerns um ein Fünftel auf gut zwei Milliarden Euro und der Konzerngewinn um fast ein Drittel auf 75 Millionen Euro. Während beim Umsatz beide Sparten fast gleichstark zulegten, war die Autozuliefer-Sparte das alleinige Zugpferd beim Gewinnwachstum. Die Rüstungssparte verbuchte einen Rückgang, der mit unvorhergesehenen Projektkosten bei einem Auftrag begründet wurde. Das habe das Ergebnis der Sparte mit elf Millionen Euro belastet.

Die am Freitag vorgelegten Zahlen überzeugten an der Börse nicht: Rheinmetall war im Aktienindex MDax der größte Verlierer. In der Spitze gab die Aktie um fast fünf Prozent auf 56,46 Euro nach. Als Grund sahen Börsianer das Abschneiden im zweiten Quartal: Die Rentabilität sei nicht so hoch gewesen wie von Analysten erwartet. Der Konzerngewinn fiel in den zurückliegenden drei Monaten auf 25 Millionen Euro, nach 38 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

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    Der Vorstand hatte überraschend am späten Donnerstagabend mitgeteilt, dass er die Zwei-Säulen-Strategie überprüft. Beiden Sparten des Konzerns solle es jeweils ermöglicht werden, „ihre Wettbewerbspositionen mit größerer Flexibilität weiterzuentwickeln“. In diesem Zusammenhang werde insbesondere die Möglichkeit eines Börsengangs der Kolbenschmidt Pierburg AG untersucht. Der Vorstand behalte sich auch offen, an der Zwei-Säulen-Strategie festzuhalten.

    Rheinmetall hatte das Autozuliefergeschäft in der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise umgebaut, ein Werk in Hamburg geschlossen und weltweit einige hundert Arbeitsplätze abgebaut. Die Sparte schrieb 2009 rote Zahlen und kehrte 2010 in die Gewinnzone zurück. Nach Berechnungen von Steubing-Analyst Tobias Schmidt hat die Autozuliefersparte einen Wert von mehr als einer Milliarde Euro. Dem Rüstungsgeschäft werden in den nächsten Jahren höhere Wachstumsraten von Branchenbeobachtern und Management zugetraut. Insgesamt arbeiteten bei Rheinmetall Ende 2010 im Gesamtkonzern 21.700 Mitarbeiter.

    • dpa
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    1 Kommentar zu "Rüstungshersteller: Rheinmetall prüft Börsengang der Autosparte"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • per HV-Beschluß vom 26.7.07 wurden die Kleinaktionäre durch
      Sqeeze-out aus dem Unternehmen gedrängt. Jetzt soll das Unternehmen wieder an die Börse gebracht werden!!! Das Handelsblatt sollte sich dieses Falles einmal annehmen.
      MfG Gerhard Evers

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