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Rüstungsindustrie Geplante KMW-Fusion birgt politischen Sprengstoff

Krass-Maffei Wegmann will mit Nexter aus Frankreich fusionieren – und rüttelt Europas Wehrindustrie durcheinander: Die Debatte um eine europäische Rüstungspolitik kommt wieder auf, die Bundesregierung ist unter Zugzwang.
02.07.2014 - 14:09 Uhr Kommentieren
Ein Kampfpanzer vom Typ Leopard 2: Komplizierter wird die Lage, weil KMW viele seiner Modelle gemeinsam mit dem deutschen Konkurrenten und Partner Rheinmetall fertigt. Quelle: dpa

Ein Kampfpanzer vom Typ Leopard 2: Komplizierter wird die Lage, weil KMW viele seiner Modelle gemeinsam mit dem deutschen Konkurrenten und Partner Rheinmetall fertigt.

(Foto: dpa)

München Der Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) wirbelt mit seinen Plänen für eine Fusion mit dem französischen Rivalen Nexter Europas Wehrindustrie durcheinander. Das Geschäft birgt politischen Sprengstoff und gibt der Debatte um eine gemeinsame europäische Rüstungspolitik neue Nahrung. Vor allem wirft der Schachzug der Waffenschmieden viele Fragen auf, die Regierungen, Partner und Konkurrenten beschäftigten werden - und für die es kaum einfache Antworten geben dürfte. Nicht zuletzt, weil Waffengeschäfte hierzulande hoch umstritten sind.

Die große Koalition, ohnehin in Rüstungsfragen gerade in schwierigen Gewässern unterwegs, setzt das mögliche Geschäft unter Zugzwang. Erst am Dienstag mahnte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die Branche, sich in zivilen Geschäftsfeldern breiter aufzustellen, um Umsatzeinbußen besser abfedern zu können. Denn Gabriel will weniger Rüstungsexporte im umstrittene Lieferländer genehmigen.

Für die von Staatsaufträgen abhängigen Firmen keine schönen Aussichten, denn gerade im nahen und mittleren Osten gibt es viele Staaten, die mächtig aufrüsten. Eine der wichtigsten Waffenmessen, die Idex, ist in Abu Dhabi zu Hause. An Geld mangelt es den Ölstaaten der Region nicht. Und das gilt zunehmend auch für Schwellenländer wie Brasilien, Indien oder die Türkei. Zudem hängen viele Jobs an der Branche. Rund 100.000 Beschäftigte zählt der Branchenverband BDSV in der deutschen Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie.

Deutschland ist einer der größten Waffenlieferanten der Welt. Die Branche hat einen guten Ruf, ihre U-Boote, Panzer oder Feuerwaffen sind begehrt.

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    Doch die Industrie hat an vielen Fronten mit Problemen zu kämpfen. Während in vielen Armeen in Europa der Rotstift regiert, ist der Export bereits streng geregelt. Große Konkurrenten etwa aus den USA machen den vergleichsweise kleinen Firmen das Leben auf dem internationalen Märkten schwer. KMW will alldem die Fusion mit Nexter entgegensetzen. Der Schritt würde helfen, die Rüstung in Europa neu zu ordnen, schreiben beide Firmen am Dienstagabend.

    „Ihre gemeinsame strategische Neuaufstellung ermöglicht den Erhalt von Arbeitsplätzen und Kompetenzen im Kern der Europäischen Union“, heißt es in der Mitteilung. Zudem würden sich die Produktpaletten beider Unternehmen „nahezu überschneidungsfrei“ ergänzen. Der Zusammenschluss schaffe eine Einheit, „die mit Gewicht und Innovationskraft im internationalen Wettbewerb bestehen und wachsen kann“. In der Branche sorgt das für Stirnrunzeln, denn die Konzerne bieten beide moderne Kampfpanzer wie Leopard und Leclerc, aber auch bei anderen Produkten gibt es durchaus vergleichbare Modelle.

    Rheinmetall scheint überhaupt nicht begeistert zu sein
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