Rüstungsindustrie Rheinmetall gewinnt Milliarden-Panzerauftrag in Australien

Rheinmetall soll Australien 211 Panzer liefern. Es ist einer der größten Aufträge in der Geschichte des Rüstungskonzerns.
Update: 14.03.2018 - 08:39 Uhr 3 Kommentare

DüsseldorfDer deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hat einen der größten Aufträge der bisherigen Firmengeschichte erhalten. Und diesmal ist der Kunde kein fragwürdiges Regime im Nahen Osten.

Am Mittwochmorgen teilte der Konzern mit, dass Australien 211 Radspähpanzer vom Typ Boxer CRV bestellt. Insgesamt erreicht der Auftrag damit ein Volumen von umgerechnet mindestens zwei Milliarden Euro.

Gebaut werden die Panzer größtenteils direkt in Australien. Ein Argument, mit dem Rheinmetall internationale Konkurrenten wie die britische BAE Systems und die finnische Patria ausstach. Die Auslieferung der Panzer soll ab 2019 beginnen und bis 2026 andauern.

„Wir dürfen damit einen der größten Aufträge der jüngeren Unternehmensgeschichte erwarten“, erklärte Vorstandschef Armin Papperger. Der australische Regierungschef Malcolm Turnbull habe das Rheinmetall-Geschäft vorgeschlagen. Der Auftrag selbst steht dem Unternehmen zufolge aber noch aus. Mit im Boot seien 40 Firmen aus Australien.

Der für das Australien-Geschäft zuständige Manager Ben Hudson sprach von einem harten Auswahlverfahren. Er dankte seinem Team sowie „allen Unterstützern in Deutschland und Australien“. Der von den Australiern favorisierte Panzer wird laut Rheinmetall bereits von Deutschland, den Niederlanden und Litauen genutzt oder gerade angeschafft.

Mit dem Milliardenprogramm „Land 400“ will Australien sein Militär modernisieren. Fast 700 veraltete Panzer sollen dafür ersetzt werden. Der aktuelle Auftrag fällt in die zweite Phase des Programms, auch für die dritte Phase hat Rheinmetall sich beworben. Das Volumen des Auftrags könnte darum noch deutlich wachsen. Denn die Gesamtinvestitionen Australiens in die Modernisierung der Streitkräfte werden auf 20 Milliarden Dollar geschätzt.

Der Radpanzer Boxer könnte für den Düsseldorfer Konzern international weitere Großaufträge an Land ziehen. Auch in Großbritannien hat sich Rheinmetall an einer Ausschreibung über 500 Panzer beteiligt. Mit dem Großauftrag aus Australien haben die Deutschen hier Rückenwind – auch wenn eine offizielle Entscheidung noch aussteht.

Panzer, Waffen, Drohnen – was Rheinmetall alles baut
Radspähpanzer „Boxer“
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Wie Rheinmetall am Mittwoch mitteilte, verhandelt der Konzern exklusiv über die Lieferung von 211 Radspähpanzer vom Typ Boxer CRV nach Australien. Insgesamt erreicht der Auftrag damit ein Volumen von umgerechnet mindestens zwei Milliarden Euro. Der Boxer ist ein Radfahrzeug, dessen modularer Aufbau eine Vielzahl missionsspezifischer Varianten ermöglicht. Insgesamt hat Rheinmetall mehr als 700 Produkte im Portfolio.

Funktionsfahrzeuge „AMPV“
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Zur Rettung oder Evakuierung von Einsatzkräften stellt Rheinmetall auch gepanzerte Funktionsfahrzeuge wie den AMPV (Armoured Multi Purpose Vehicle) her. Er ist eine Gemeinschaftsentwicklung von Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann. Das Fahrzeug ist auf sogenannte „Out of Area“-Einsätze ausgelegt. Die Fahrgastzelle kann durch adaptive Schutzmodule je nach Situation angepasst werden und bietet Platz für eine fünf Mann starke Besatzung.

Panzer „Puma“
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350 Panzer des Typs „Puma“ sollen bis Ende 2020 an die Bundeswehr geliefert werden. Der „Puma“ löst damit das Auslaufmodell „Marder“ ab. Mit einem Gesamtvolumen von rund 1,6 Milliarden Euro ist das eine der größten Bestellungen in der Geschichte des Konzerns. Der Schützenpanzer bietet seinen Insassen einen bislang unvergleichbaren Schutz vor Minen, dem Beschuss mit Panzerabwehrwaffen und selbstgebauten Sprengsätzen.

Kampfpanzer „Leopard“
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Im Bereich der gepanzerten Kettenfahrzeuge ist Rheinmetall breit aufgestellt. Neben dem „Puma“ stellt der Konzern unter anderem den Kampfpanzer Leopard her. Das Modell ist gleichzeitig auch das Fahrgestell für ein weiteres Produkt...

Panzer „Kodiak 3“
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Ausgestattet mit einem Knickarmbagger, Minenschutz und eine Schnellwechselvorrichtung sowie ein Räumschild wird der Panzer vor allem zur Errichtung und Überwindung von Hindernissen auf dem Gefechtsfeld eingesetzt.

Soldatensysteme „Gladius“
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Die Kampfausstattung „Gladius“ rüstet Soldaten für Infanterie-Einsätze aus. Moderne Technologien und Kommunikationsmittel sollen den Truppen helfen, sich zu orientieren, und den Einsatz erleichtern. Rheinmetall rüstet mit der Kampfausstattung auch die Bundeswehr im Projekt „Infanterist der Zukunft“ aus. Mittlerweile heißt auch das Projekt „Gladius“. Die Ausstattung setzt sich unter anderem aus Bekleidung, Tragesystem, Waffen und Optik zusammen.

Turmsystem „Lance“
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Besonders im Kampf gegen den Terrorismus müssen sich Truppen gegen asymmetrische Bedrohungen wehren. Turmsysteme sollen dabei Schutz bieten. „Lance“ ist ein rundum geschützter Mittelkaliberturm und basiert auf einem modularen Turm-System (MTS). Dort können 200 Schuss zweier verschiedener Munitionstypen an der Hauptwaffe bevorratet werden. Nachmunitioniert wird, ohne dass die Soldaten den geschützten Fahrzeugraum verlassen müssen. Weltweit lieferte das Unternehmen bereits 6000 solcher Türme aus.

Die Aussicht auf den milliardenschweren Auftrag schob Rheinmetall-Aktien vorbörslich an die MDax-Spitze. Die Papiere gewannen am Morgen bei Lang & Schwarz 1,3 Prozent.

  • bay
  • rtr
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3 Kommentare zu "Rüstungsindustrie: Rheinmetall gewinnt Milliarden-Panzerauftrag in Australien"

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  • "Rheinmetall soll Australien 211 Panzer liefern. Es ist einer der größten Aufträge in der Geschichte des Rüstungskonzerns"

    Big deal.

    Das Zeug braucht Australien wie die ganze übrige Welt genauso dringend wie Minen, ABC-Waffen und Cyberkriminalität.

  • Ist zwar schön für Rheinmetall einen so dicken Auftrag an Land gezogen zu haben, aber, was wollen die Australier mit den ganzen Panzern? Ins Nachbarland einmarschieren? Oder als Drohgebärde, gegen Ozeanien?
    Sollte mich nicht wundern, wenn das Geschäft weiterginge und jemand anderer die Dinger noch besser gebrauchen könnte. Zwischenhandel nennt man sowas. Dann kommt nur noch ein Achselzucken und die lapidare Aussage: "Wir haben keinen Einfluss auf die Australier, was die mit den Dingern anfangen werden."

  • Beitrag von Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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