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Rüstungskonzerne Rheinmetall greift nach Krauss-Maffei Wegmann

Rheinmetall will den ewigen Rivalen Krauss-Maffei Wegmann (KMW) übernehmen. Die Eigner des Leopard-Entwicklers sind angeblich verkaufswillig.
Update: 26.11.2018 - 19:48 Uhr 1 Kommentar
Rheinmetall nimmt den Konkurrenten ins Visier. Quelle: dpa
Kampfpanzer von KMW

Rheinmetall nimmt den Konkurrenten ins Visier.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall steht vor der Übernahme des Wettbewerbers Krauss-Maffei Wegmann (KMW). In einer kurzen Pflichtmitteilung bestätigte das Unternehmen, dass dazu Gespräche mit den Eigentümern von KMW geführt würden. Diese könnten in einen Erwerb oder eine andere Form der Kooperation münden. Eine Zusammenarbeit wäre nach Angaben aus Branchenkreisen nur eine Vorstufe für eine Verschmelzung: „Ziel ist ein Zusammenschluss der beiden deutschen Panzerhersteller.“ KMW wollte sich bislang nicht dazu äußern.

Kommt der Deal zustande, dann entsteht Europas größter Hersteller von Kampfpanzern. Und die Position sollte ein fusioniertes Unternehmen noch ausbauen können: Deutschland und Paris wollen die nächste Generation dieser Ungetüme gemeinsam entwickeln – den Zuschlag für dieses Milliardengeschäft haben Rheinmetall und KMW erhalten.

Die Düsseldorfer sind zwar mehr als doppelt so groß wie KMW. Der kleinere Wettbewerber verfügt aber als Konstrukteur des Leopard 2 über die Expertise, die für die Entwicklung des Nachfolgers nötig ist.

Ein Selbstläufer ist der Deal nicht. Die beiden Firmen kooperieren zwar bei vielen Panzermodellen wie dem Schützenpanzer Puma. Zugleich sind sie aber auf dem Weltmarkt erbitterte Konkurrenten, die sich jedes Geschäft streitig machen. Dieser Wettbewerb hat die Manager von KMW und Rheinmetall gegeneinander aufgebracht. Argwöhnisch beobachte man die jeweilige Entwicklung des anderen, sagt ein Branchenvertreter.

Die Aversion ist so groß, dass sich KMW vor drei Jahren lieber mit dem französischen Konkurrenten Nexter zusammengeschlossen hatte als mit Rheinmetall. Dabei hätte schon damals die innerdeutsche Lösung mehr Vorteile gebracht: Als ein Unternehmen hätten die Firmen günstiger entwickeln und fertigen können. KMW und Rheinmetall betreiben ihre Fertigung in Kassel sogar auf einem Firmengelände.

Daraus wurde aber nichts: Über die Holding KNDS sind KMW und Nexter nun verbunden. Wirklich ausgezahlt hat sich dieser Deal aber nicht. Nexter und KMW werden getrennt geführt; wirtschaftlichen Nutzen hat dem Vernehmen nach keine Seite aus dem Zusammenschluss gezogen.

Statt des Werts ist das Misstrauen gewachsen. Sorgsam achteten die Franzosen darauf, dass Technik aus Deutschland aus den Nexter-Fahrzeugen ferngehalten wird. Der Frust innerhalb der KMW-Eigentümer wuchs daher mit der Zeit, wie es in deren Umfeld heißt.

Auch Frankreich soll offen für Neuordnung der Branche sein

Mit dem Frust wuchs auch die Bereitschaft, dem Werben von Rheinmetall-Chef Armin Papperger nachzugeben. Der hatte immer wieder Anläufe für einen Zusammenschluss unternommen. Er habe inzwischen Gespräche mit den Familienmitgliedern über einen Verkauf geführt. Wohl mit Erfolg: Diese seien dabei, ihm die Anteile zu veräußern, wie es heißt.

Bekommt er den Zuschlag, dann würde dies wohl das Ende von KNDS bedeuten. Rheinmetall soll zwar bereit sein, die gesamte Holding zu übernehmen. Dies gilt indes als wenig wahrscheinlich, da Nexter im Besitz des französischen Staates ist. KMW würde also beim Zustandekommen herausgeschält und mit Rheinmetall fusionieren, sagte ein Insider.

Gegenwind aus der Politik muss Papperger nicht fürchten. Die Bundesregierung befürworte eine solche Übernahme, wie es in Berlin heißt. Das Management der beiden Unternehmen sei darüber auch informiert worden.

Auch Frankreich soll grundsätzlich offen für eine solche Neuordnung der Branche sein. Dies dürfte vor allem wirtschaftliche Gründe haben. Im Gegenzug für die Vergabe des Panzer-Auftrags an Deutschland erhielt der französische Rüstungskonzern Dassault den Zuschlag für ein neues Kampfflugzeug. Der Wert für dieses Geschäft ist mit rund 500 Milliarden Euro fünfmal größer als die Panzer-Erlöse. „Das ist ein Konjunkturprogramm für Frankreich“, sagte ein Branchenmanager.

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1 Kommentar zu "Rüstungskonzerne: Rheinmetall greift nach Krauss-Maffei Wegmann"

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  • Diese Fusion ist ein gute Entscheidung. In erster Linie gilt es gegenüber der Bundeswehr eine noch stärkere Verhandlungsfront aufzubauen. Die Hersteller werden politisch derart gegängelt, daß es an ein Wunder grenzt wenn hier überhaupt noch geplant und investiert werden kann. Und wir brauchen eine eigene Rüstungsindustrie. Aber solange Minister wie v.d. Leyen das Sagen haben wird die Bundeswehr weiter verkümmern.

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