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Russisches Zivilflugzeug Erster Suchoi Superjet an Kunden übergeben

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Resonanz auf den Superjet ist dünn
Unter dem Strich stammen 80 Prozent der Bauteile von westlichen Zulieferern. Das soll Vertrauen wecken bei Kunden außerhalb des GUS-Raums.

Unter dem Strich stammen 80 Prozent der Bauteile von westlichen Zulieferern. Das soll Vertrauen wecken bei Kunden außerhalb des GUS-Raums.

Suchoi hat sich viel Rat geholt bei der Konstruktion dieses Flugzeugs: Boeing war ständiger Berater des Gesamtprojekts, die Ausstattung kreierte Russlands Stardesigner Wladimir Piroschkow, westliche Unternehmen wie der deutsche Mischkonzern Liebherr oder Italiens Alenia liefern den Großteil der Elektronik. Unter dem Strich stammen 80 Prozent der Bauteile von westlichen Zulieferern – das soll Vertrauen wecken bei Kunden außerhalb des GUS-Raums.

Doch bislang ist die Resonanz dünn. Nur 170 Bestellungen liegen für Russlands neuen Supervogel vor, ein Drittel davon sind Optionen. Trotzdem tönt OAK-Chef Pogosjan: „Wir werden im Laufe der nächsten 15 Jahre 800 Maschinen zu verkaufen.“ Das entspräche einem Weltmarktanteil im Segment der Regionalflieger von über zehn Prozent. Das klingt unrealistisch.

Unter potenziellen Kunden, darunter auch die Lufthansa, hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass Suchoi mit den Triebwerken Ärger hatte. Die neu entwickelten Düsen, die der russische Turbinenhersteller NPO Saturn in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Frankreichs SNECMA-Konzern nordöstlich von Moskau fertigt, ließen sich bisher nicht konstant in Serie fertigen: Immer mal wieder setzte ein Triebwerk aus. Russische Journalisten spotteten schon, der Superjet sei nicht super, sondern einfach nur ein Jet.

Zu allem Überfluss sickerte vor einigen Wochen durch, dass der Superjet drei Tonnen schwerer wird als geplant. Die Versprechen in Sachen Wirtschaftlichkeit dürften daher kaum zu halten sein. Zumindest warten Airlines erst einmal ab, wie sich die ersten Maschinen des Typs im Alltagsbetrieb schlagen: Nach Armavia wird Russlands Branchenriese Aeroflot ab Mai gleich mehrere Maschinen dieses Modells in den regulären Flugbetrieb aufnehmen.

Aeroflot-Chef Witalij Saweljew gilt als penibler Kunde mit hohen Qualitätsansprüchen. Wenn der Hoffnungsträger aus russischer Produktion seinen Ansprüchen genügt, könnte Suchoi den Durchbruch bei weiteren Auftraggebern schaffen. Saweljew indes soll sich über die massive Verspätung schwarz geärgert haben; erst am Montag drohte er wiederholt mit Schadensersatz-Forderungen.

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