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RWE-Chef Peter Terium „Es geht nicht um Entlassungen, sondern um Flexiblität“

RWE-Chef Peter Terium glaubt an die Energiewende. Doch mit ihr gerät der Energiekonzern auch an seine finanziellen Grenzen. Wie RWE zu alter Stärke zurückzufinden soll, erklärt Jürgen Großmanns Nachfolger im Interview.
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Peter Terium folgte Jürgen Großmann auf dem RWE-Chefsessel. Quelle: Reuters

Peter Terium folgte Jürgen Großmann auf dem RWE-Chefsessel.

(Foto: Reuters)

Herr Terium, was halten Sie als Niederländer von der Energiewende in Deutschland? Ist sie eine Blaupause für andere Nationen oder ein Himmelfahrtskommando?

In meinen Augen ist die Energiewende ein faszinierendes Ereignis. Natürlich ist das eine große Herausforderung - vergleichbar mit der ersten Reise zum Mond. Und in den meisten Ländern wäre so etwas auch nicht möglich. Aber wenn die Energiewende überhaupt irgendwo klappen kann, dann hier. Wenn das Experiment gelingt, dann wird es weltweit Nachahmer finden.

Das sind ja ganz neue Töne bei RWE. Ihr Vorgänger Jürgen Großmann hat wie kein Zweiter gegen die Energiewende und den Atomausstieg gekämpft.

Es stimmt, dass sich Jürgen Großmann entschlossen für die Kernenergie eingesetzt hat. Das war während der Debatte über die Energiewende auch richtig. Damals mussten schließlich alle Argumente auf den Tisch. Und sicherlich spricht Jürgen Großmann eine sehr deutliche Sprache. Dieser Abschnitt ist aber beendet. RWE gestaltet die Energiewende nach Kräften mit.

Na ja, der Atom-Dino hat dem Image des Konzerns doch schon geschadet, oder?

Das kann ich so nicht bestätigen. Während und nach der Diskussion haben wir jedenfalls keine Kunden verloren - unser Kundenstamm ist sogar gewachsen.

Wie stehen Sie selbst zur Kernenergie?

Ich bin kein Überzeugungstäter. Wenn ein Unternehmen sichere Technologien anbietet und das in einem Land gewollt ist, dann soll das Unternehmen das auch machen. Das gilt auch für die Kernenergie. Aber wir akzeptieren, dass die Kernenergie in Deutschland gesellschaftlich nicht mehr gewünscht ist.

Eine Ihrer ersten Entscheidungen war, dass RWE auch im Ausland nicht mehr auf die Kernenergie setzt. Wollten Sie doch ein Zeichen setzen, dass die Ära des Atomdinos beendet ist?

Das hat vor allem finanzielle und strategische Gründe. Wir sind - nicht zuletzt durch die Energiewende - an die Grenzen unserer Finanzkraft gestoßen. RWE muss Schulden abbauen und sparsam mit Investitionen umgehen. Der Bau von neuen Kernkraftwerken ist für uns nicht mehr tragbar. Unsere vorhandenen Anlagen betreiben wir jedoch weiter auf höchstem Sicherheitsniveau.

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1 Kommentar zu "RWE-Chef Peter Terium: „Es geht nicht um Entlassungen, sondern um Flexiblität“"

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  • Welch ein Unsinn wird hier verbreitet, um Gründe zu finden, die Bürger zu Gunsten von Gewinnsteigerungen noch mehr zu schröpfen. Hätten sich alle EVUs in den vergangenen Jahren verantwortlich darum gekümmert, ihre Stromnetze auf dem aktuellen Stand der Technik zu halten, dann wären heute keine exorbitanten Maßnahmen erforderlich. Aber die Gewinne wurden lieber für das profilneurotische Engagement in anderen Unternehmen verschwendet, also nicht zweckgebunden eingesetzt. Für diese Versäumnisse der Unternehmensführung sollen nun die Kunden zahlen. Weshalb sollen wir eigentlich ständig für die Unfähigkeit der Konzernführungen aufkommen? Weil wir abhängig von den Anbietern sind und es keine Alternative gibt. Wie? Wir haben einen freien Markt und könnten die Anbieter frei auswählen? Ja, wäre schön, wenn da die offensichtlichen Absprachen nicht wären - oder weshalb steigen die Energiepreise für die Verbraucher ständig an, obwohl nachgewiesener Maßen (siehe Studie der Grünen) die Preise an der Leipziger Strombörse in den letzten Jahren um rund 20 (i.W. zwanzig) Prozent gesunken sind. Wo regelt hier der Markt? Ach so, natürlich regelt der Markt, nämlich marktintern. Meint, dass die Gewinne gegenseitig zugeschoben werden. Es geht nämlich schon, dass der Industrie, egal wie hoch deren Verbrauch auch sein mag, besondere Rabatte gewährt werden. Aber da sprechen die Herren Vorstände ja mit ihresgleichen. Dem profanen Volk können die reduzierten Preise aber nicht gewährt werden, mit solcherlei Gekriech gibt man sich in Vorstandsebenen nicht ab. Das Volk ist so weit weg, so weit unten, außerdem kann es sich ja nicht wehren, weil es sich nicht einig ist und ihm immer wieder hypnotisch indoktriniert wird, dass es eh nichts ändern kann (ausreichend Wiederholung führt zu einem sicheren Lernerfolg). Willkommen im Feudalismus des Mittelalters. Wir haben die Technik des 21ten Jahrhunderts, befinden uns aber sozialpolitisch und sozialwirtschaftlich gesehen längst wieder in den Dark Ages.

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