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Sammelklagen und mieser Ruf So riskant ist Monsanto für Bayer

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Dicamba-Vorgänger sorgt für noch mehr Ärger
Die spektakulärsten Übernahmen des Jahres
Chinesen greifen nach Aixtron
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Der chinesische Fonds Fujian Grand Chip Investment bietet im Mai insgesamt gut 670 Millionen Euro für den kriselnden Spezialmaschinenbauer. Aixtron baut Maschinen für die Halbleiterbranche. Ende des Jahres blockiert US-Präsident Barack Obama den Deal wegen «Risiken für die nationale Sicherheit» der USA. Es ist der dritte solche Schritt seit 1990.

(Foto: Reuters)
Microsoft greift nach LinkedIn
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Der US-Konzern bietet im Juni rund 26 Milliarden Dollar für das Karriere-Netzwerk. Der Spezialist für Unternehmenssoftware Salesforce, der LinkedIn ebenfalls kaufen wollte, macht Wettbewerbsbedenken geltend. Microsoft sichert Rivalen von LinkedIn unter anderem Zugang die Einbindung in Bürosoftware zu.

(Foto: Reuters)
Midea übernimmt Kuka
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Der chinesische Haushaltsgerätehersteller legt im Juni seinen Übernahmeplan für den Industrieroboter-Bauer Kuka vor. Midea bewertet das Unternehmen mit 4,6 Milliarden Euro. Bis August halten die Chinesen rund 95 Prozent.

(Foto: dpa)
Verizon will Yahoo retten
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Der US-Telekomkonzern kündigt im Juli den Kauf des Web-Geschäfts des Internet-Pioniers für 4,8 Milliarden Dollar (4,4 Milliarden Euro) an. Der Deal gerät ins Wanken, nachdem bekannt wird, dass Yahoo bereits 2014 Daten von mindestens einer halben Milliarde Nutzer gestohlen wurden. Verizon wurde nicht darüber informiert.

(Foto: dpa)
Elon Musk baut sein Imperium aus
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Der Elektroautohersteller Tesla kauft die Ökostromfirma Solar City für rund 2,6 Milliarden Dollar. Kritiker werfen Tesla-Chef Elon Musk Interessenkonflikte vor, da er zugleich größter Anteilseigner bei Solar City ist. Zwei seiner Cousins hatten die Firma gegründet.

(Foto: Reuters)
Flixbus schluckt Postbus
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Der Fernbus-Marktführer kündigt im August die Übernahme des Konkurrenten an. Das Münchener Unternehmen steigert seinen Anteil damit auf etwa 80 Prozent. 2015 beförderten Fernbusse rund 20 Millionen Fahrgäste.

(Foto: Reuters)
Bayer sichert sich Monsanto
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Für einen nachgebesserten Preis von rund 66 Milliarden Dollar kauft der Dax-Konzern nach monatelangem Feilschen den US-Biotechkonzern. Die bisher größte Übernahme durch ein deutsches Unternehmen macht Bayer zur weltweiten Nummer eins im Geschäft mit Agrarchemie.

(Foto: dpa)

Dicamba wird vor allem eingesetzt, weil viel Gestrüpp, das Landwirten zu schaffen macht, über die Jahre eine Resistenz gegen Monsantos klassischen Unkraut-Killer Roundup entwickelt hat. Dessen Wirkstoff ist das hochgradig umstrittene Pestizid Glyphosat. Mit dem laut Monsanto meistverkauften „Pflanzenschutzmittel“ der Welt machte das Unternehmen Jahrzehnte lang gute Geschäfte, die Preise sind aber unter Druck, inzwischen treiben andere Produkten das Wachstum.

Trotz der Kontroversen lieferte Monsanto zuletzt überraschend starke Zahlen. Im vierten Geschäftsquartal (bis Ende August) legten die Erlöse dank hoher Nachfrage nach Saatgut für Sojabohnen und Mais im Jahresvergleich um knapp fünf Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar zu. Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr kletterte der Umsatz um über eine Milliarde auf 14,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn stieg von 7,0 Milliarden auf 7,9 Milliarden Dollar.

Allerdings gibt es wegen Roundup und Glyphosat sogar noch mehr Ärger als wegen Dicamba. So warnen Verbände und Wissenschaftler schon lange vor gesundheitlichen Risiken. In den USA klagen Krebspatienten, die Roundup als Verursacher ihrer Krankheit ansehen. In Gerichtsakten wird der Konzern zudem beschuldigt, entsprechende Studien manipuliert zu haben. Monsanto weist auch diese Vorwürfe zurück.

Der Ausgang der Sammelklagen ist ungewiss. Fest steht aber schon, dass Bayer sich mit dem geplanten 66 Milliarden Dollar schweren Zukauf nicht nur rechtliche, sondern auch gehörige Reputationsrisiken aufhalst. Bayer-Chef Werner Baumann ist sich dessen bewusst. „Wir werden das kombinierte Geschäft nach Abschluss der Übernahme nach unseren Maßstäben führen“, versprach er besorgten Aktionären im Frühjahr. Bayer rechnet nach jüngsten Angaben seiner Tochter Crop Science erst Anfang 2018 mit dem Abschluss der Übernahme. Verschiedene Aufsichtsbehörden müssen dem Deal noch zustimmen.

Der Argwohn gegenüber Monsanto wurde zuletzt auch in Brüssel deutlich. Das Europa-Parlament entzog den Lobbyisten des Konzerns die Zugangsausweise – ein außergewöhnlicher Vorgang. Grund war den Grünen zufolge die Weigerung, zu einer Anhörung zu erscheinen. „Wer demokratische Spielregeln ignoriert, verliert auch seine Rechte als Lobbyist im Europäischen Parlament“, erklärte Grünen-Fraktionschef Philippe Lamberts dazu. Nach wie vor gebe es Unklarheiten bei der Beurteilung von Glyphosat. „Monsanto muss sich den Fragen der Parlamentarier stellen und darf die Aufklärung nicht behindern.“

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  • dpa
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