Sanierungsplan abgelehnt Ringen um Opel-Werk in Bochum geht weiter

Nach einem Nein der Opel-Arbeiter zum Sanierungsplan droht das Aus für das Werk schon zwei Jahre früher. Das Unternehmen will nicht weiter verhandeln. Die IG Metall offenbar schon.
Update: 22.03.2013 - 04:12 Uhr 15 Kommentare

Opel-Arbeiter stimmen gegen Sanierungsplan

BochumNach dem Nein der Bochumer Opel- Beschäftigten zu einem Sanierungs-Tarifvertrag geht das Ringen um die Zukunft des Werks weiter. Zwar teilte die Geschäftsleitung mit, dass es keine weiteren Verhandlungen über den Tarifvertrag geben wird. Die IG Metall kündigte aber an, sich in den kommenden Wochen mit dem Betriebsrat und der Adam Opel AG über weitere Schritte abstimmen zu wollen.

Laut NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) bemüht sich die Gewerkschaft, das Unternehmen zu weiteren Gesprächen zu bewegen.

Die Beschäftigten hatten am Donnerstag den Sanierungsplan für den angeschlagenen Autobauer mit klarer Mehrheit abgelehnt. Jetzt droht das Ende der Autoproduktion bereits Ende kommenden Jahres und nicht erst Ende 2016.

Opel-Aufsichtsratschef Steve Girsky hatte angekündigt, die Fertigung in Bochum zum 1. Januar 2015 komplett einzustellen, falls es keine Einigung mit den Beschäftigten geben sollte. Bis Ende 2014 gilt in Bochum noch ein Kündigungsschutz.

Die Gewerkschaftsmitglieder sprachen sich nach Angaben der IG Metall mit 76,1 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen den Tarifvertrag aus. Sie folgten damit ihrem Betriebsrat, der den Sanierungsplan abgelehnt hatte. Die Wahlbeteiligung betrug 69,3 Prozent.

Mit dem zwischen Gewerkschaft und Unternehmen in mühsamen Verhandlungen erzielten Tarifvertrag sollte das Aus für die Fahrzeugproduktion um zwei Jahre verschoben werden. Nach 2016 sollten Bochum nur noch eine Teilefertigung und ein Ersatzteillager mit zusammen 1200 Arbeitsplätzen bleiben. Derzeit hat Opel dort noch 3200 direkt beim Unternehmen beschäftigte Mitarbeiter.

„Wir bedauern sehr, dass die Beschäftigten in Bochum ein attraktives Angebot nicht angenommen haben“, sagte der Bochumer Werksleiter Manfred Gellrich laut einer am Donnerstag in Rüsselsheim veröffentlichten Erklärung. „Eine große Chance ist nun vertan.“ Wie bereits zuvor klargestellt worden sei, werde es keine weiteren Verhandlungen zum vorliegenden Tarifvertrag geben. „Die Zafira Tourer Produktion und der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen werden Ende 2014 auslaufen“, hieß es weiter.

„Das Votum ist eindeutig“, kommentierte der Bezirkschef der IG Metall in NRW, Knut Giesler, das Ergebnis am Abend. Die Gewerkschaft werde den Tarifvertrag für den Standort Bochum nicht unterschreiben. Die Zusagen des Unternehmens seien den meisten Mitarbeiter zu vage. „Ich kann gut verstehen, dass sich die Menschen mit einem Auslaufen der Autoproduktion in Bochum und betriebsbedingten Kündigungen nicht abfinden wollen.“ Die IG Metall, der Betriebsrat und die Adam Opel AG müssten sich in den kommenden Wochen über weitere Schritte abstimmen.

Bochumer Ablehnung hat keine Auswirkung auf andere Werke
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15 Kommentare zu "Sanierungsplan abgelehnt: Ringen um Opel-Werk in Bochum geht weiter"

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  • Hier haben wohl viele nicht verstanden, was der Haupgrund der Ablehnung war: Es wurde ein Abwicklungsvertrag vorgelegt, an dem KEIN Bochumer Opelaner mitentscheiden durfte. Wenn ich einen Tod sterben soll, dann suche ich mir die Suicidmethode selber aus. Und warum sollte ich die letzten 2 Jahre auf die Tariflichen Zulagen verzichten? Arbeitslos sind wir bald eh alle und dann noch zustimmen, dass das Arbeitslosengeld geringer ausfällt?

    Die Bochumer haben sich damit längst abgefunden, dass in Bochum keine Autos mehr gebaut werden, nur wenn man loswerden will, dann gehört es sich mit uns zu reden.

    Gruß ein Bochumer, der seit Jahren keine übertarifliche Leistung bezieht, soviel zu "überbezahlt" usw usw.

  • Die meisten der Beschäftigten fallen weich, also braucht man sich keine Sorgen um die machen. Außerdem ist Wahljahr und ggf. greift Frau Merkel mit ordentlich Subventionen ein. Das wäre keine Überraschung.

  • Ich kenne die Einzelheiten des abgelehnten Planes nicht. Ich vermute aber mal, das sich 2016 für die Beschäftigten dadurch ihre Situation zu 2014 verschlechtert hätte. Also, warum noch denen zwei Jahre länger Autos bauen, wenn man vor Augen hat, das das Ende noch schlechter wird? Für läppsche zwei Jahre gibts es keinen Verzicht mehr. Eine strikte und korrekte Entscheidung, denn diese Menschen müssen eh was anderes machen, jeder für sich. Ich habe keinen Respekt vor Arbeitnehmern,die jeder für sich, sich verbiegen und drücken lassen und noch stolz DARAUF sind. Das ist keine Leistung, sondern Verachtenswert. Herr Schäuble interessierts eh nicht und muß es auch nicht, aber diese Leute unterstütze ich mit meinen Abgaben an die Arbeitslosenversicherung und das Finanzamt gerne.Danke für`s Lesen, Tüss.

  • Danke, Belegschaft.

    Kein Mensch braucht General Motors in Deutschland.

  • Scheinbar gehts den Leuten zu gut. Warum eigentlich eine Abfindung? Haben doch jahrelang einen übertariflichen Lohn bekommen.

  • So So - bei General Motors hat man keine Ahnung vom Autobau. Schönes Märchen - stimmt nur nicht und wird vom ständigen Wiederholen nicht besser.

    Die gleichen Manager, die angeblich vom Autobau keine Ahnung haben, sind in China erfolgreicher als die Überflieger aus Wolfsburg. In den USA verdienen sie inzwischen wieder richtig Geld, während Volkswagen dort als Nischenanbieter seine "hochwertigen" Fahrzeuge regelrecht verramschen muß.

    In Europa haben ja auch Ford, Peugeot, Fiat, Renault, Volvo ausgelastete Fabriken und erzielen Milliardengewinne. Nur Opel wird von amerikanischen Dumpfbacken ruiniert.

    Die Tatsache ist, das niemand das Werk in Bochum braucht und eine Schließung überfällig ist. Schlimm für die Arbeiter dort, aber wenn etwas produziert werden soll das niemand braucht, dann muß sich ein Dummer finden der das subventioniert und das will man in den USA nicht mehr sein.

  • Wer hat dir denn den Floh ins Ohr gesetzt. In Einzelfällen gab es vielleicht mal über 200.000. Die meisten gehen, wenn es dazu kommt, wahrscheinlich mit 100.000 -180.000 nach hause. Rechne mal nach, wie lange das reicht. Nichts kann einen ordentlichen Job auf Dauer ersetzen.

  • Was soll das denn. Arbeitest du in Bochum. Lebst du im Ruhrgebiet? Kennst du die erpresserische Geschichte, die dahinter steckt? Seit 15 Jahren wird nur gequetscht, verlangt, gekürzt, gestrichen. Das Ergebnis ist die logische Konsequenz, nicht die Überzeugungsatbeit eines Einselnen. Außerdem sind alle Grupierungen des Betriebsrates, die sich sonst eigentlich nie einig sind, auf der gleichen Spur.

  • "Nach 2016 sollten Bochum nur noch eine Teilefertigung und ein Ersatzteillager mit zusammen 1200 Arbeitsplätzen bleiben."

    Tja, dank dem Betriebsrat in Zukunft 1200 weniger Arbeitsplätze in Bochum - die anderen Werke wird's freuen...

  • Die Belegschaft hat genau richtig abgestimmt, hier handelt es sich immer noch um Menschen und nicht um Schafe die man erpressen kann, ich kann ihre Aussage nicht verstehen.GM setzt doch schon lange nicht mehr auf Opel sonder will doch nur seinen Ami Müll bei uns verkaufen. Die Verluste sind doch von Gm gesteuert um in Deutschland keine Steuern zahlen zu müssen und um die Mitarbeiter erpressen zu Können. Grüße aus Bochum

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