Schaeffler Autozulieferer profitiert von Schuldenabbau

Schaeffler hat durch seinen drastischen Schuldenabbau den Gewinn in die Höhe getrieben. 2017 soll das Wachstum weiter zulegen. Dem Autozulieferer bereitet allerdings der Verkauf von Opel an Peugeot Sorgen.
Update: 08.03.2017 - 15:45 Uhr Kommentieren
Die Autozuliefer-Sparte wächst – besonders durch das China-Geschäft. Quelle: dpa
Schaeffler-Hauptsitz in Herzogenaurach

Die Autozuliefer-Sparte wächst – besonders durch das China-Geschäft.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer fränkische Autozulieferer Schaeffler bangt nach der Übernahme der GM-Tochter Opel durch Peugeot um seine Position bei dem Rüsselsheimer Konzern. „GM ist eine unserer größten Kundenverbindungen“, sagte Vorstandschef Klaus Rosenfeld am Mittwoch in Frankfurt. „Bei PSA ist das nicht ganz so stark ausgeprägt."

Trotzdem erwartet das Familienunternehmen aus Herzogenaurach in diesem Jahr ein etwas stärkeres Wachstum: Der Umsatz soll währungsbereinigt vier bis fünf Prozent zulegen, stärker als 2016, als die Zuwächse mit 3,4 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro am unteren Rand der Erwartungen lagen. „Das Jahr ist für uns gut gestartet“, sagte der Vorstandschef. Bis 2020 hofft er auf Wachstumsraten von bis zu sechs Prozent.

Beim Gewinn will Schaeffler dagegen weiter vom drastischen Schuldenabbau profitieren, auch wenn sich 2017 der Schuldenabbau nicht im selben Tempo werde wiederholen lasse, wie Rosenfeld einräumte. Die Eigentümer Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler hatten im Herbst einen 1,7 Milliarden Euro schweren Kredit der Schaeffler AG komplett zurückgezahlt. Insgesamt sank deren Schuldenlast im vergangenen Jahr um 2,3 Milliarden auf 2,6 Milliarden Euro. „Es ist uns gelungen, die Verschuldungsthematik nachhaltig zu lösen“, sagte Rosenfeld. Sie hatte den Konzern mit weltweit fast 87.000 Beschäftigten nach dem Einstieg bei Continental mitten in der Finanzkrise gehörig ins Wanken gebracht.

Das sind die größten Autozulieferer
Platz 14: Valeo
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14,5 Milliarden Euro erwirtschaftete der französische Autozulieferer im vergangenen Jahr. Das Unternehmen wirbt unter anderem damit, dass jedes dritte Auto in Europa mit einer Valeo-Kupplung fährt.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 13: Goodyear
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Der US-Konzern ist der weltweit drittgrößte Reifenhersteller und kam 2015 auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro.

Platz 12: Lear Corporation
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Der amerikanische Zulieferer stattet vor allem das Innenleben der Autos aus, unter anderem mit Sitzgarnituren. Mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro kommt Lear auf Rang zwölf.

Platz 11: Faurecia
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Der französische Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die weltweit fast 100.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr 20,7 Milliarden Euro.

Platz 10: Michelin
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Der traditionsreiche französische Reifenhersteller kam 2015 auf einen Umsatz von 21,2 Milliarden Euro.

Platz 9: Johnson Controls
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Eine Batterie steht im Werk Johnson Controls in Hannover auf einem Produktionsband. Der Mischkonzern produziert und vertreibt Innenausstattungen und Elektroniksysteme vieler Autohersteller. Umsatz: 23,9 Milliarden Euro.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Das japanische Unternehmen ist vor allem für seine Reifen bekannt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 24,1 Milliarden Euro.

Die um mehr als 200 Millionen Euro schrumpfende Zinslast trieb den Nettogewinn um 45 Prozent auf 859 Millionen Euro. Für das laufende Jahr erwartet Finanzvorstand Ulrich Hauck aus dem gleichen Grund einen weiteren Gewinnsprung. Die Aktionäre von Schaeffler erhalten unter dem Strich aber nicht mehr Dividende. 50 Cent zahlt der Konzern für 2016 auf die Vorzugsaktien, ein Jahr zuvor waren 15 Cent davon als Sonderausschüttung gezahlt worden.

Operativ lastet das Geschäft mit der Industrie, das knapp ein Viertel des Umsatzes ausmacht, auf Schaeffler. Während das Autozuliefer-Geschäft 14,4 Prozent Umsatzrendite abwarf, waren es im Industriegeschäft bei sinkenden Umsätzen sieben Prozent. "Hier ist noch Arbeit zu leisten", sagte Rosenfeld. Doch auch 2017 dürfte das Industriegeschäft stagnieren. Ein Werk mit 270 Mitarbeitern in Elfershausen bei Schweinfurt wird geschlossen - zum ersten Mal in der Firmengeschichte. Weitere Schließungen seien nicht geplant, aber auch nicht auszuschließen. "Wir können keine Strukturen konservieren", sagte Rosenfeld.

Vor einem Umbruch steht auch die Autozuliefersparte – aber erst langfristig, wenn sich Elektroautos durchsetzen. „An reinen Elektroautos haben wir weniger Anteil als im Verbrennungsmotor“, räumte der Vorstandschef ein. Schaeffler setzt auf Entwicklungen wie die elektrische Achse. Sechs Serienaufträge und 20 weitere Projekte für Elektroautos gebe es bereits. „Wir fühlen uns hier bestens positioniert.“ Auch von einer Abkehr vom Diesel würde Schaeffler eher profitieren. In benzingetriebenen Autos seien mehr Schaeffler-Teile verbaut.

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