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Scheinwerferspezialist Schwächelnde Autoindustrie macht Hella weniger zu schaffen als anderen Zulieferern

Hella hat im ersten Halbjahr weniger Gewinn und Umsatz gemacht. Konzernchef Breidenbach prüft, ob Kurzarbeit notwendig sein könnte. Am Ausblick hält er jedoch fest.
14.01.2020 Update: 14.01.2020 - 11:38 Uhr Kommentieren
Der Zulieferer trotzt der schwächelnden Autoindustrie. Quelle: Hella
Hella-Qualitätsprüfung

Der Zulieferer trotzt der schwächelnden Autoindustrie.

(Foto: Hella)

Düsseldorf Rolf Breidenbach hat alle Eigenschaften, die ein Manager eines mittelständischen Unternehmens in Deutschland erfüllen muss. Der Chef des Autozulieferers Hella wirkt besonnen, vielleicht auch etwas unterkühlt. In seiner Art aber ist er auf jeden Fall so ziemlich das Gegenteil von Star-Managern aus den USA wie Tesla-Chef Elon Musk oder Amazon-CEO Jeff Bezos, die für ihre mitreißende Art bekannt sind. Womöglich sind es genau jene Eigenschaften, die in der Zuliefererbranche derzeit gefragt sind.

Denn die Stimmung bei den Autozulieferern ist angespannt. Fast alle Unternehmen, egal ob die großen, wie Bosch und Continental oder die mittelständischen wie Brose oder Mahle kämpfen gegen eine schwächelnde Autokonjunktur und stehen vor den Herausforderungen der Elektrowende und der Digitalisierung des Geschäfts. Gewinnwarnungen, Werksschließungen und Personalabbau lassen die Emotionen hochkochen und die Belegschaft auf die Straße gehen – bei Hella ist die Lage, zumindest noch, eine etwas andere.

Obwohl der MDax-Konzern bei der Vorlage seiner Halbjahreszahlen an diesem Dienstag sinkende Umsätze und Gewinne verkünden muss und Breidenbach nicht mit einer schnellen Erholung der Automärkte rechnet, fallen die Einbußen noch verhältnismäßig gering aus. Hella kappt weder seine Jahresprognose noch hat das Unternehmen Pläne, Werke zu schließen.

In der ersten Hälfte des versetzten Geschäftsjahres (vom 1. Juni bis zum 30. November 2019) sank der Umsatz um 3,2 Prozent von 3,4 auf 3,3 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis ging um rund 13,1 Prozent von 296 auf 257 Millionen Euro zurück.

Angesichts des herausfordernden Marktumfelds seien Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr wie erwartet zurückgegangen, erklärte der Hella-Chef. „Dennoch haben wir uns erneut besser entwickelt als der Markt“, sagte Breidenbach. So lag die Ebit-Marge im ersten Halbjahr immerhin noch bei 7,8 Prozent.

Hella-Chef setzt auf Kostendisziplin

Er bekräftigte Hellas Jahresziele und peilt demnach einen bereinigten Umsatz von rund 6,5 bis sieben (Vorjahr: 6,8) Milliarden Euro an sowie eine bereinigte operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) von 6,5 bis 7,5 (Vorjahr: 8,4) Prozent.

„Wir sind zufrieden mit unserer Profitabilität, wenn man sich anguckt, wie stark die Profitabilität unserer Marktbegleiter zurückgegangen ist“, sagt Breidenbach in der Telefonkonferenz. Die solide Bilanz sei vor allem auf eine strikte Kostendisziplin zurückzuführen.

Bereits im Herbst 2018 hatte Hella damit begonnen, im operativen Geschäft nach Einsparpotenzial zu suchen. Finanzchef Bernard Schäferbarthold hebt vor allem den gestiegenen bereinigten Cashflow hervor. Dieser ist um 19 auf 130 Millionen Euro gestiegen.

Stark präsentiert sich Hella im Automotive-Sektor. In dem Segment, in dem Hella unter anderem Produkte wie Batteriemanagementsysteme und Elektroniklösungen für E-Motoren anbietet, ging der Umsatz lediglich um 1,6 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zurück. Die weltweite Fahrzeugproduktion hingegen sackte im ersten Hella-Geschäftshalbjahr um über sechs Prozent ab.

Wie viel Umsatz und Gewinn Hella im Bereich der Elektromobilität generiert, verrät das Unternehmen allerdings nicht. In der Zuliefererbranche gibt es bislang kaum ein Unternehmen, das in diesem Segment nennenswerte Gewinne schreibt. Breidenbach sagt dazu lediglich, dass man mit der Entwicklung in diesem Bereich „zufrieden“ sei.

Auch beim Thema CO2-Neutralität, das so gut wie alle Zulieferer betrifft und einige auch überfordert, hält sich Hella-Chef Breidenbach bedeckt. Das Thema habe man auf dem Schirm. Es werde gerade geprüft, wie und wann Hella eine CO2-neutrale Produktion garantieren könne und werde dies zu einem späteren Zeitpunkt kommunizieren.

Weltweite Fahrzeugproduktion geht weiter zurück

Das Unternehmen aus Lippstadt rechnet nicht mit einer zeitnahen Erholung der Produktionszahlen und bewertet die Lage noch pessimistischer als die offiziellen Prognosen. Während der Markt im versetzten Geschäftsjahr 2019/2020 mit einem Rückgang der weltweiten Fahrzeugproduktion von 4,9 Prozent rechnet, geht Hella von einem Minus von rund sechs Prozent aus.

Das hat auch Auswirkungen auf das Personal. Gegenüber dem Vorjahr ist die Stammbelegschaft um 4,2 Prozent auf knapp 37.900 Mitarbeiter zurückgegangen. Es werden laut Breidenbach in allen Ländern und Sparten Personal abgebaut und weniger Leiharbeiter eingesetzt. Zudem sei Hella bei Neueinstellungen deutlich zurückhaltender und es werde geprüft, ob in einigen Werken Kurzarbeit notwendig sein könnte.

Nicht bbetroffen von der strikten Personalplanung hingegen ist der Forschungs- und Entwicklungsbereich. Hier werden weiterhin Mitarbeiter eingestellt, die Ausgaben sind im Vorjahresvergleich um 15 auf 330 Millionen Euro gestiegen. „Wir sind davon überzeugt, dass das die richtige Strategie ist und wir werden sie auch in einem herausfordernden Marktumfeld fortsetzen.“

Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, will Hella seine Marktanteile in Asien vergrößern. Bislang beträgt der Umsatz dort nur 17 Prozent. Derzeit befindet sich Hella laut Breidenbach in Diskussionen mit Evergrande, einem neuen Automobilhersteller aus China. Die Lippstädter wollen das Unternehmen im Bereich der Elektromobilität unterstützen.

Mehr: Der Autobauer Opel will über freiwillige Programme bis zu 4100 weitere Stellen abbauen. Im Gegenzug wird der Kündigungsschutz verlängert.

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