Schering Neuer Bayer-Chef streicht Traditionsnamen

Der neue Vorstandsvorsitzende Marijn Dekkers will Bayer als Dachmarke deutlich stärken und die Zahl der Markenauftritte konzernweit reduzieren. So soll rund vier Jahre nach der Übernahme des Berliner Pharmaunternehmens Schering AG auch der Name Schering verschwinden.
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Bald Vergangenheit: Bayer Schering Quelle: dpa

Bald Vergangenheit: Bayer Schering

(Foto: dpa)

FRANKFURT. Rund vier Jahre nach der Übernahme des Berliner Pharmaunternehmens Schering AG durch Bayer soll der Name Schering verschwinden. Wie der Leverkusener Konzern gestern mitteilte, wird das Pharmageschäft künftig nicht mehr unter der Marke "Bayer Schering Pharma" geführt, sondern nur noch unter der Marke "Bayer Healthcare". Diese Entscheidung ist Teil der neuen strategischen Ausrichtung des Markenportfolios von Bayer, mit der die Dachmarke mit dem Kreuz geschärft werden soll.

"Wir haben unser Portfolio gründlich analysiert und dabei festgestellt, dass die Vielfalt der Marken zu einer Verwässerung der Dachmarke geführt hat", begründete der seit Oktober amtierende Vorstandsvorsitzende Marijn Dekkers die neue Markenstrategie. Mit Blick auf Schering sagte Dekkers, dass das Unternehmen sich weiter stark auf die Pharma-Aktivitäten fokussiere und damit auch auf den Standort Berlin.

Die Traditionsmarke Schering geht auf den Apotheker Ernst Schering (1824 bis 1889) zurück. 2006 sicherte sich die Bayer AG zunächst die Aktienmehrheit an dem Unternehmen, ein Jahr später wurden die verbliebenen Minderheitsaktionäre herausgedrängt. Nach Angaben eines Sprechers müsse aber noch von Fall zu Fall entschieden werden, ob man bei einzelnen Produkten aus dem Schering-Portfolio den Namen Schering auf der Verpackung beibehalten werde, etwa weil die Patienten daran gewöhnt seien.

Mehr als 300 Tochtergesellschaften

Unter dem Dach von Bayer sind Hunderte Tochterfirmen angesiedelt. Der aktuelle Geschäftsbericht listet allein rund 300 vollkonsolidierte Beteiligungsgesellschaften aus, von A wie Alcafleu Management GmbH bis S wie Schering do Brazil. In der Gesundheitssparte Bayer Healthcare gibt es neben Bayer Schering Pharma beispielsweise noch Bayer Vital als Vertriebsgesellschaft oder Bayer Animal Health für die Tiermedizin. Unternehmenschef Dekkers erwartet, dass die weltweite Wahrnehmung des Konzerns von einer Konzentration auf die Dachmarke Bayer profitieren wird. Die Reduzierung der Markenvielfalt im Bayer-Konzern soll unter anderem in der Werbung, im Internet, auf Visitenkarten und an den Gebäude-Schriftzügen sichtbar werden.

Der Pharma- und Chemiekonzern, der im vergangenen Jahr mit weltweit 108 000 Mitarbeitern rund 31 Mrd. Euro Umsatz und ein Konzernergebnis von 1,36 Mrd. Euro erzielt hat, hat sein Geschäft in drei Teilkonzerne gegliedert. Während das Pharmageschäft unter Bayer Healthcare angesiedelt ist, läuft das Geschäft mit Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln unter Bayer Crop Science. Der dritte Teilkonzern Bayer Material Science gehört zu den weltweit größten Herstellern von Polymeren und hochwertigen Kunststoffen.

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