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Schienenkartell-Vorwürfe Ex-Vorstand von Thyssen-Krupp dementiert

Was wusste die oberste Konzern-Etage des Stahlproduzenten Thyssen-Krupp über illegale Preisabsprachen ihrer Schienen-Sparte? Nichts, beteuert ein Ex-Vorstand der Firma. Ein anderer fällt ihm in den Rücken.
21.09.2015 - 16:21 Uhr
Das Schienenkartell hält den Konzern weiter in Atem. Quelle: dpa
Thyssen-Krupp

Das Schienenkartell hält den Konzern weiter in Atem.

(Foto: dpa)

Bochum Im zweiten Strafprozess um ein Schienenkartell hat einer der angeklagten Ex-Vorstände von Thyssen-Krupp am Montag jegliche Beteiligung an illegalen Preisabsprachen bestritten. „Die Vorwürfe sind ehrabschneidend“, erklärte der 58-Jährige am zweiten Verhandlungstag vor dem Bochumer Landgericht.

Der einstige Top-Manager will erst im Mai 2011 erfahren haben, dass es Kartellabsprachen gegeben habe. Damals hatte es die ersten Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft gegeben. Er habe später zwar die politische Verantwortung für die „Verfehlungen“ einzelner Mitarbeiter übernommen, sich aber zu keiner Zeit selbst strafbar gemacht.

Belastet wird der Ex-Vorstand allerdings von einem der mitangeklagten ehemaligen Thyssen-Krupp-Geschäftsführer. „Er war genau über die Absprachen informiert“, sagte der 62-Jährige den Richtern. Von dem Vorstand sei auch der Vorschlag gekommen, Handys für die Absprachen zu nutzen, die nicht über den Stahlkonzern laufen. Zwischenzeitliche Überlegungen, die Kartellabsprachen zu beenden, seien dagegen vom zweiten angeklagten Ex-Vorstand von Thyssen-Krupp unterbunden worden.

Schaufelräder, Zementwerke und U-Boote
blech_veredelt
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Künftig soll das reine Stahlgeschäft wie etwa die Produktion von veredelten Blechen für die Automobilindustrie nur noch 30 Prozent des Konzern-Geschäfts ausmachen. Dennoch bleiben Blechrollen wie diese ein Kernprodukt.

(Foto: PR - ThyssenKrupp)
rolltreppen
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Rolltreppen und Fahrsteige – etwa in Flughafen-Terminals – gehören ebenfalls zum Thyssen-Krupp-Produktspektrum. Dieses Foto ist in einem Essener Einkaufszentrum aufgenommen worden.

(Foto: PR - ThyssenKrupp)
Aufzüge
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Allen Negativ-Schlagzeilen zum Konzern trotzt das Aufzuggeschäft von Thyssen-Krupp. Vor allem starke Absatzzuwächse in Asien erfreuen das Unternehmen. Das Bild zeigt ein System mit zwei Kabinen in einem Aufzugschacht beim Einbau in der Essener Konzernzentrale Anfang 2010.

(Foto: PR - ThyssenKrupp)
anlagenausrüstung
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Für die Automobilindustrie bietet Thyssen-Krupp auch den Aufbau von Anlagen, die etwa automatisch Fahrwerke oder andere Komponenten einbauen.

(Foto: PR - ThyssenKrupp)
zementklinkerproduktion_senegal
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Thyssen-Krupp setzt vermehrt auf Planung und Bau ganzer Chemie- und Industrieanlagen. Im Bild ein Zementklinkerwerk im Senegal.

(Foto: PR - ThyssenKrupp)
fördertechnik
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Dieses Schaufelradladgeärt steht im Hafen von Rotterdam und wird zur Verladung von Eisenerz eingesetzt. Geliefert wurde es von der Thyssen-Krupp-Sparte „Plant Technology“.

großwälzlager
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Großwälzlager von Thyssen-Krupp kommen etwa in Kränen zum Einsatz, die schwere Lasten bewegen.

(Foto: PR - ThyssenKrupp)

Den insgesamt sieben angeklagten Ex-Managern wird vorgeworfen, jahrelang Preise und Liefermengen für Schienen abgesprochen haben. Der Schaden für die Deutsche Bahn soll im dreistelligen Millionenbereich liegen. Die Strafverfahren gegen sieben weitere Beschuldigte waren in einem ersten Prozess im Mai 2015 gegen Zahlung von insgesamt 290.000 Euro eingestellt worden.

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