Schienenverkehr EU-Kommission sieht Zug-Fusion von Siemens und Alstom kritisch

Weil Siemens und Alstom führende Player im Schienenverkehr seien, hat die EU-Kommission Bedenken an einer Fusion angemeldet. Jetzt werden die Pläne zeitaufwendig geprüft.
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Die EU-Kommission befürchtet, dass die Fusion bei Zügen den Wettbewerb beeinträchtigen und zu höheren Preisen für Bahnbetreiber und deren Kunden führen könnte. Quelle: Reuters
TGV von Alstom, ICE von Siemens

Die EU-Kommission befürchtet, dass die Fusion bei Zügen den Wettbewerb beeinträchtigen und zu höheren Preisen für Bahnbetreiber und deren Kunden führen könnte.

(Foto: Reuters)

München/BrüsselGegen die geplante Zug-Allianz zwischen Siemens und dem französischen Konkurrenten Alstom hat die EU-Kommission Bedenken und will nun vertieft prüfen. Man wolle untersuchen, ob der Zusammenschluss den Wettbewerb behindere und die Preise zum Nachteil von Millionen Bahnkunden steigern könnten, erklärte EU-Kommissarin Margrethe Vestager am Freitagnachmittag in Brüssel.

Die EU-Kommission leitete am Freitag eine vertiefte Prüfung der geplanten Übernahme von Alstom durch Siemens ein, die bis zu vier Monate dauern könnte.

Nach vorläufiger Prüfung stehe zu befürchten, dass die Fusion bei Zügen und Signaltechnik den Wettbewerb beeinträchtigen und zu höheren Preisen für Bahnbetreiber und deren Kunden führen werde, teilte die Kommission mit.

Die EU-Kommission bezeichnet Siemens und Alstom als weltweit führende Player im Schienenverkehr. Bedenken hat die Kommission, weil nach dem Zusammenschluss der Wettbewerbsdruck bei Ausschreibungen sinken und somit die Preise für Rollmaterial und Signaltechnik steigen könnten.

„Dies würde zulasten der Eisenbahnbetreiber, der Infrastrukturbetreiber und letztlich auch der europäischen Kundinnen und Kunden gehen, die täglich Zug und U-Bahn fahren“, warnte Vestager.

Es sei nicht zu erwarten, dass chinesische Konkurrenten in absehbarer Zeit in Europa in diese Märkte vordringen könnten. Siemens und Alstom hatten ihre Pläne vor allem mit dem riesigen chinesischen Rivalen CRRC begründet.

Die Fusion wurde nach Angaben der Kommission am 8. Juni zur Genehmigung angemeldet. Nach der Entscheidung, dass vertieft geprüft wird, hat die Kommission nun weitere 90 Arbeitstage Zeit. Alstom hatte zuletzt bereits angedeutet, dass sich der Abschluss der Fusion wegen kartellrechtlicher Verfahren verzögern könnte. Ursprünglich sollte der Deal Ende 2018 abgeschlossen sein, nun könnte er sich ins erste Halbjahr 2019 ziehen.

  • dpa
  • rtr
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