Schiffbau Deutsche Werften sorgen sich vor chinesischer Konkurrenz

Der Auftragsbestand der deutschen Werften wird auf Jahre hinausreichen. Trotzdem sorgt man sich vor der Konkurrenz aus China.
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Der Familienunternehmer ist Präsident des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik. Quelle: Fassmer
Harald Fassmer

Der Familienunternehmer ist Präsident des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik.

(Foto: Fassmer)

HamburgDie deutschen Werften erwarten aus China eine Attacke auf ihre Kernmärkte. „Das ist eine Bedrohung, die wir sehen“, sagte Harald Fassmer, Präsident des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), am Mittwoch in Hamburg.

China habe den Bau von hochwertigen Spezialschiffen zu einem von zehn strategischen Zielen des Landes erklärt. „Und die Vergangenheit hat gezeigt, dass China konsequent umsetzt, was es sich vornimmt.“ Die chinesischen Werften hätten bereits zahlreiche Aufträge für Fähren von europäischen Stammkunden eingeworben und betrieben ehrgeizig den Einstieg in den Bau von Kreuzfahrtschiffen.

Fähren, Luxusjachten und Kreuzfahrtschiffe sind jedoch die Produkte der deutschen Werften für den Weltmarkt, nachdem sich die Branche aus dem Bau von Containerschiffen zurückgezogen hat. „Wir wissen um unsere Leistungsfähigkeit, aber es wäre grob fahrlässig, die Risiken zu unterschätzen“, sagte VSM-Hauptgeschäftsführer Reinhard Lüken. China habe andere Möglichkeiten als Europa und könne Verluste für längere Zeit hinnehmen.

In Deutschland gingen die Auftragseingänge 2017 nach einem Rekordjahr deutlich zurück, von 7,8 auf 2,3 Milliarden Euro. Lüken betonte aber, die Werften seien voll ausgelastet, die Produktion lag mit 3,1 Milliarden Euro so hoch wie seit vielen Jahren nicht mehr und der Auftragsbestand von 17,7 Milliarden Euro reiche auf Jahre hinaus.

Die Wertschöpfung des gesamten deutschen Schiffbaus, einschließlich der Zulieferungen und des Militärschiffbaus, sei auf rund 23 Milliarden Euro zu beziffern. Stark abgenommen hat jedoch die Zahl der Ablieferungen; im vergangenen Jahr waren es gerade mal 22 Schiffe.

Im Jahrzehnt zuvor konnten es auch mal mehr als 100 Einheiten in einem Jahr sein. Die Werften produzieren weniger Schiffe, die jedoch viel teurer sind.

  • dpa
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