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Schiffbau Marinewerften Lürssen und German Naval Yards wollen fusionieren

Die familiengeführte Lürssen-Gruppe will sich mit der Kieler German Naval Yards verbünden. Außen vor bleibt der einstige Branchenprimus Thyssen-Krupp.
13.05.2020 Update: 14.05.2020 - 00:49 Uhr 1 Kommentar
Aus Sicht von Branchenexperten ist eine Konsolidierung der deutschen Marinewerften überfällig. Quelle: dpa
Küstenschutzboot für Saudi-Arabien

Aus Sicht von Branchenexperten ist eine Konsolidierung der deutschen Marinewerften überfällig.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Schiffbauer Lürssen und German Naval Yards wollen ihre Marinesparten zusammenführen. Vertreter beider Unternehmen haben sich in Grundsatz darauf geeinigt, die Bereiche in einer Gemeinschaftsfirma zu bündeln, wie die Gesellschaften am Mittwoch mitteilten. Die beiden Gruppen würden damit endgültig Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS) als Marktführer ablösen.

Von der geplanten Fusion sind die jeweiligen Aktivitäten im zivilen Schiffbau ausgenommen. Vor allem Lürssen gilt als einer der weltweit führenden Produzenten von sogenannten Megayachten. In den kommenden Wochen wollen die Partner in spe die Details für das Gemeinschaftsunternehmen ausarbeiten. Zumindest indirekt deuteten die Werftenbetreiber an, dass die Führung bei Lürssen liegen wird. Die Führung über die neue Unternehmen werde bei der Bremer Gruppe liegen, hieß es.

Aus Sicht von Branchenexperten ist eine Konsolidierung der deutschen Marinewerften überfällig. Im Vergleich zu anderen Ländern reißen sich in dem Industriezweig zu viele Anbieter um die wenigen Aufträge, die pro Jahr vergeben werden. Lürssen, German Naval Yards und TKMS sind für sich genommen zu klein, um gegen Schwergewichte wie die Naval-Gruppe aus Frankreich bestehen zu können.

Mit der nun geplanten Fusion wollen Lürssen und German Naval Yards das Delta zur Konkurrenz verkleinern. „Wir sind davon überzeugt, dass eine Konsolidierung unserer Werften im Marineschiffbau sinnvoll und förderlich ist, um dadurch deren Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken“, erklärte Friedrich Lürßen, Gesellschafter der gleichnamigen Gruppe. Iskandar Safa betonte als Eigentümer der German Naval Yards-Dachgesellschaft Privinvest, dass die Neuordnung der Marinewerften überfällig sei. „Unsere Kunden brauchen Partner, die über die Größe und die Fähigkeit verfügen, umfangreiche, strategisch wichtige Aufträge zu erfüllen.“

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    Er zielt damit auf die Forderung aus der Politik, durch eine Konsolidierung einen schlagkräftiger Anbieter zu schafften. Die Bundesregierung plant derzeit Investitionen von über zehn Milliarden Euro, um die Seestreitkräfte zu stärken. Der größte Brocken ist dabei das Mehrzweckdampfschiff MKS 180. Der Bund hatte kürzlich den Auftrag an die niederländische Damen-Gruppe vergeben, da die deutschen Werften die Anforderung des Verteidigungsministeriums nicht erfüllen konnten. Gegen den Zuschlag für die Holländer geht die bei der Auftragsvergabe unterlegene German Naval Yards juristisch vor.

    Einstiger Branchenprimus bleibt außen vor

    Absehbar ist nun, dass die Firma von Iskandar Safa ihre Beschwerde zurückzieht. Denn über eine Hintertür könnte das Unternehmen aus Kiel nun doch an dem Deal beteiligt werden. Die vier bis sechs MKS 180-Einheiten sollen in den Baudocks von Lürssen gefertigt werden, die damit als Unterauftragnehmer einen Löwenanteil des Milliardendeals einstreichen wird.

    Außen vor bleibt Thyssen-Krupp Marine Systems, der einstige Branchenprimus. Ursprünglich hatte Lürssen und Safa auch mit Vertretern des Essener Mutterkonzerns über eine Dreier-Fusion verhandelt. Allerdings seien sich die Akteure nicht handelseinig geworden.

    Hinderlich sind vor allem zwei Aspekte: Zunächst einmal ist TKMS vor allem im Unterwasserbereich aktiv. An diesem Geschäft haben aber weder Lürssen noch German Naval Yards Interesse, da der Bau von U-Booten enorme finanzielle Risiken birgt.

    Hinzu kommt, dass Thyssen-Krupp an der Börse gelistet ist. Lürssen und German Naval Yards werden hingegen von Familien geführt. „Die betreiben ihr Geschäft anders und sprechen daher auch eine gemeinsame Sprache“, sagte ein mit den Vorgängen vertrauter Manager. Die Gespräche mit Thyssen-Krupp habe dies erschwert.

    Der Ausschluss des Essener Konglomerats ist nicht endgültig. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte der Überwasserbereich von TKMS in die neue Gemeinschaftsfirma integriert werden, wie es in Kreisen der Beteiligten hieß. Zunächst einmal gelte es aber, die Fusion der zwei Werften abzuschließen. Die Kartellbehörden müssen dem Vorhaben noch zustimmen, wie die Firmen erklärten.

    Mehr: Kieler Werft geht im Streit um Fregatten juristisch gegen Bundesregierung vor.

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    1 Kommentar zu "Schiffbau: Marinewerften Lürssen und German Naval Yards wollen fusionieren"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Hört sich nach einem guten - da für beide Seite zukunftsträchtigen - Deal an.
      Imponiert hat der klare Hinweis - wir als Familienunternehmen sprechen eine Sprache und die Art, wie wir Geschäfte machen ist gleich.

      Mal eine positive Nachricht in dieser Zeit der Weltuntergangsszenarien.

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