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Schmiergeldaffäre Ex-Siemens-Vorstände im Visier der Athener Justiz

Griechenlands Justiz ermittelt gegen hochrangige, ehemalige Siemens-Manager. Der Vorwurf: Bestechung und Geldwäsche. Ihnen drohen hohe Haftstrafen. Doch das Verfahren selbst gerät ins Zwielicht.
23.10.2012 - 07:31 Uhr 14 Kommentare
Polizisten vor einem griechischen Gefängnis: Deutschen Managern drohen hohe Haftstrafen. Quelle: dpa

Polizisten vor einem griechischen Gefängnis: Deutschen Managern drohen hohe Haftstrafen.

(Foto: dpa)

Athen Einen „roten Teppich“ werde er ausländischen Investoren ausrollen, versprach Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras kürzlich im Handelsblatt-Interview. Für eine ganze Reihe früherer Siemens-Manager gilt das allerdings nicht. Sie werden demnächst eine Vorladung des Athener Oberlandesgerichts bekommen. Im Prozess um die Schmiergeldpraktiken des Konzerns sollen sie als Beschuldigte vernommen werden – unter ihnen dem Vernehmen nach auch der frühere Siemens-Chef Heinrich von Pierer.

Es geht um den Vorwurf der gemeinschaftlichen aktiven Bestechung in einem besonders schweren Fall und die Legalisierung von Einnahmen aus krimineller Tätigkeit, also Geldwäsche. Bei einem Schuldspruch könnte den Betroffenen in Griechenland lebenslange Haft drohen.

Eine lähmende Bürokratie, ein korrupter Staatsapparat, willkürliche Finanzämter: Die Liste der Beschwerden ausländischer Investoren in Griechenland ist lang. Davon konnte sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Treffen mit Unternehmern während ihres jüngsten Athen-Besuchs überzeugen. Vor allem bei der Rechtssicherheit hapere es in Griechenland, sagen viele Manager. 

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    Wie unberechenbar die griechische Justiz sein kann, erfährt der frühere Siemens-Vorstand Volker Jung. 2006 geriet er ins Fadenkreuz hellenischer Strafverfolger: Als ehemaliger Vorsitzender des Aufsichtsrats der griechischen Siemens-Tochter sollte er sich zu den Bestechungsvorwürfen gegen Siemens Hellas äußern. Das Unternehmen hatte sich über viele Jahre hinweg in Griechenland mit Schmiergeldern lukrative Staatsaufträge gesichert.

    Im Juni 2009 lud die Justiz Jung zur Vernehmung. Der Ex-Manager reiste aus München nach Athen an – und wurde prompt festgesetzt. Fast 18 Monate musste der gesundheitlich angeschlagene Jung in seinem ungeheizten Ferienhaus auf der Kykladeninsel Paros im Inselarrest ausharren, sich regelmäßig bei der Polizei melden. Nachdem mehrere Anträge auf Aufhebung des Ausreiseverbots und Einstellung des Strafverfahrens abgelehnt wurden, setzte sich Jung im November 2010 nach Deutschland ab.

    Die griechische Justiz erließ daraufhin einen internationalen Haftbefehl. Deutschland vollstreckt ihn zwar nicht, aber selbst bei einem Ausflug ins benachbarte Österreich müsste der 73-Jährige damit rechnen, festgenommen und an Griechenland ausgeliefert zu werden – etwa wenn er in eine Verkehrskontrolle gerät.

    Weitere Siemens-Manager sollen angeklagt werden
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    14 Kommentare zu "Schmiergeldaffäre: Ex-Siemens-Vorstände im Visier der Athener Justiz"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Sie bevorzugen demnach die Türkei, dort möchte ich allerdings nicht eingebunkert werden....

    • @Kroisos
      Korrektur:
      es muss natürlich heißen: "... zur Unanständigkeit...".
      Pardon.

    • @jetzt-red-i
      Dies ist nur eine recht kleine Auswahl derjenigen griechischen Politiker, die in der letzten Zeit Geld auf ausländische Konten verschoben haben. Bezeichnenderweise handelt es sich dabei überwiegend um ausgerechnet die Personen, die zuvor die Bevölkerung gebeten hatten, ihr Geld auf griech. Banken zu lassen.
      An der Liste, die noch nicht vollständig ist, wird weiter gearbeitet. Den bisherigen Stand können Sie z.B. hier einsehen:
      http://ksipnistere.blogspot.gr/2012/10/blog-post_8079.html
      Bitte klicken Sie ggfs. auf die Google-Übersetzungsfunktion.

      Ich war so frei, Mehrfachüberweisungen aufzuaddieren.

      • Avramopoulos Dimitrios, ehemaliger Vize u. Außenminister von Samaras, 120.333,22 €
      • Antonaros Evangelos, ehemaliger Regierungssprecher von Papandreou (PASOK), 276.889,- €
      • Venizelos Evangelos u, Ehegattin, Regierungsmitglied u. ehemals Finanzminister 2.847.190,58 €
      • Genimata Fotini, jetziges Regierungsmitglied 115.106,42 €
      • Karamanlis Kostas u. Ehegattin, ehemals Premier, 85.306,590 €
      • Kouvelis Fotis u. Verwandtschaft, Demokratische Linke, Regierungsmitglied 48.061,220 USD
      • Kouvelis Fotis u. Verwandschaft, Demokratische Linke, Regierungsmitglied 652.604,82 €
      • Meimarakis Evangelos, ehemaliger Minister u. jetziger Regierungssprecher 149.665,62 €
      • Bakogianni Dora u. Ehemann, ehemals Ministerin 733.074,51 USD
      • Bakogianni Dora u. Ehemann, ehemals Ministerin 1.701.473,98 €
      • Pangkalos Theodoros, ehemals Papandreou-Vize u. Minister, 51.835,960 €
      • Petalotis Georgios, Ehemals Papandreou-Regierungssprecher u. Ehegattin 389.000,- €
      • Samaras Antonios, jetziger Ministerpräsident, 285.467,000 €
      • Chatzidakis Kostas, jetziger Minister 220.000,- €

    • @Kroisos
      Es ist doch völlig egal, wovon mein Weltbild geprägt ist.
      Fakt ist aber, dass unsere Politiker - als unsere Vertreter – sich mit kriminellen Regierungen verbünden.

      Sie tun ja gerade so, als müsse man unanständig sein, um gute Geschäfte zu machen.
      Das ist aber nicht so. Ich behaupte sogar, dass es u.a. gerade diese fehlende Distanz zum Anstand ist, die unsere Politiker und damit leider auch uns als Volk dahin gebracht hat, wo wir stehen.

    • großes "Schmierentheater"!

      Einige Verbrecher klagen andere Verbrecher an!

      Noch geschmackloser gehts nimmer.

    • 'zig-Tausenden Euros' ...na so schlecht laufen die Geschäfte ja auch nicht. Außerdem muß ich meine Londoner Immobilie abzahlen. Den Firmensitz wie Hellenic Bottling ins Ausland zu verlegen, so schlau war ich schon lange.

    • ..dümmer geht's nimmer....

    • [email protected] ...'deutschen Politiker da einlassen' dein Weltbild ist offensichtlich von christlicher Nächstenliebe geprägt, als von handfesten ökonomischen Logik.
      'Es fand in GR niemals ein Prozess gegen griechische Beteiligte am Bestechungsskandal statt.' ..na vielleicht ist die Justitz auch von Siemens bestochen bzw. haben sich die Verdächtigen abgesetzt. Das deutsche Volk sieht sich immer gern in der Opferrolle.

    • Dumm nur, wenn jene sich nach Deutschland abgesetzt haben, wo Schmiergelzahlungen in dem Sinne nicht strafbar sind.
      Im übrigen haben die Reeder ihren Firmensitz nicht in Griechenland. Man sollte eben nicht alles nachblappern

    • Absurd finde ich, dass in Griechenland bis jetzt weder ein griechischer Reeder noch ein ehemaliger oder noch im Amt befindlicher Politiker rechtskräftig wegen eines Steuervergehens oder der Verbringung von ungeklärten Beträgen in Höhe von zig-Tausenden Euros ins Ausland verurteilt wurde.

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