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Schokoladenhersteller Kakao-Preise versüßen Lindt das Geschäft

Lindt & Sprüngli muss den Vergleich zur Konkurrenz nicht scheuen. Der Schokoladenhersteller verzeichnet im ersten Halbjahr Wachstumsraten wie Nestlé oder Kraft. Geringere Rohstoffpreise lassen den Gewinn zudem wachsen.
21.08.2012 Update: 21.08.2012 - 14:16 Uhr Kommentieren
Lindt & Sprüngli verzeichnete im ersten Geschäftshalbjahr 2012 ein Gewinnplus. Quelle: dpa

Lindt & Sprüngli verzeichnete im ersten Geschäftshalbjahr 2012 ein Gewinnplus.

(Foto: dpa)

Zürich Die Euro-Schuldenkrise verdirbt den Verbrauchern in Italien und Spanien zunehmend den Appetit auf teure Schokolade des Schweizer Herstellers Lindt & Sprüngli. Doch die Konsumenten in Deutschland, Nordamerika und anderen Weltregionen ließen sich die goldenen Schokolade-Osterhasen und Pralinen des Zürcher Traditionskonzerns weiterhin schmecken und sorgten im ersten Halbjahr noch für ein Umsatzplus von 2,6 Prozent auf 1,03 Milliarden Franken (855 Millionen Euro). Unter dem Strich verdiente der Edelschokolade-Produzent dank gesunkener Kakaopreise und Einsparungen mit 36,6 Millionen Franken 14 Prozent mehr als vor einem Jahr.

In Europa halbierte sich das um Wechselkurseffekte bereinigte Umsatzwachstum auf vier Prozent. Stärker zulegen als vor einem Jahr konnte der Konzern in den beiden größten Märkten Nordamerika und Deutschland. Einen Wachstumssprung gab es in den anderen Weltregionen - allen voran in China und in Japan - die zusammen 14 Prozent zum Konzernumsatz beitragen.

Trotzdem hinkte das Unternehmen dem Konkurrenten Nestle hinterher, dessen Umsatz im Konfekt-Geschäft um 6,4 Prozent zulegte. Nestle ist in den stark wachsenden Schwellenländern besser positioniert. Hier will Lindt allerdings aufholen. Beispielsweise eröffnete das Unternehmen im April Läden in China, Tokio und Südafrika.

Mit der geografischen Expansion und Marktanteilsgewinnen will Lindt trotz der abnehmenden Kauflust der Kunden in Europa die ehrgeizigen Wachstumsziele erreichen. Für 2012 hat sich der Konzern ein um Wechselkurseffekte bereinigtes Wachstum von sechs bis acht Prozent vorgenommen - im ersten Halbjahr waren es 5,3 Prozent. „Jetzt müssen sie tief in die Tasche greifen und die Marketingausgaben ankurbeln, um das anvisierte Wachstum zu erreichen - und darunter wird die Marge leiden“, erklärte Patrik Schwendimann, Analyst der Zürcher Kantonalbank. Rückenwind verleiht Lindt im zweiten Halbjahr jeweils auch das Weihnachtsgeschäft. Die Lindt-Partizipationsscheine verloren leicht auf 3006 Franken.

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