Schuldenerlass Saab bittet um eine letzte Chance

Das Überleben der Marke Saab ist weiter ungewiss. Die Produktion steht schon länger still. Um eine Pleite abzuwenden, sollen nun die Gläubiger der Marke zu einem Verzicht bewegt werden.
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Die Schweden von Saab stecken in der Klemme und sind nun auf die Kulanz ihrer Gläubiger angewiesen. Quelle: dpa

Die Schweden von Saab stecken in der Klemme und sind nun auf die Kulanz ihrer Gläubiger angewiesen.

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TrollhättanDie Eigner des schwedischen Autobauers Saab haben einige ihrer Gläubiger um einen Schuldenerlass gebeten, um den maroden Konzern zu retten. Das chinesische Konsortium National Electric Vehicle Sweden (Nevs) verhandelt nach eigenen Angaben mit zwei großen Autoherstellern. „Die Verhandlungen schreiten voran, aber es ist kompliziert, eine Einigung zu erreichen, während wir uns in der Reorganisation befinden“, erklärte Nevs-Chef Mattias Bergman am Donnerstag. Um die Sanierung abzuschließen, sei eine Übereinkunft mit den Gläubigern notwendig.

Laut dem Vorschlag will Nevs den vollen Forderungen der meisten der rund 570 Gläubiger entsprechen. Etwa 100 von ihnen sollen von ihren Forderungen über 500 000 schwedischen Kronen (rund 52 000 Euro) dagegen nur die Hälfte zurückbekommen.

Vom Kult zum 08/15-Auto
Saab nach Insolvenzantrag vor ungewisser Zukunft
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Der sogenannte Ur-Saab von 1947: Der Name des ehemaligen schwedischen Flugzeugbauers ist eine Abkürzung für Svenska Aeroplan AB. Der Prototyp mit den schönen aerodynmischen Formen steht heute im Museum. Das Schicksal, allzu früh eingemottet zu werden, drohte auch zeitgenössischeren Modellen. Zwar genießen die Autos von Saab Kultstatus, vor allem die frühen Modelle. Nach diversen gescheiterten Rettungsversuchen musste Saab aber Anfang Dezember 2011 Insolvenz anmelden. Jetzt aber soll es doch weitergehen.

huGO-BildID: 23126087 Ursaab, Ur Saab, 1949
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Aerodynamik wie im Flugzeugbau: Der Ur-Saab aus den späten 40er Jahren begeistert noch heute durch niedrigen Luftwiderstandsbeiwert.

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Der schwedische Konzern Saab mit Hauptsitz in Trollhättan, Südschweden, wurde 1937 ursprünglich zur Herstellung von Militärflugzeugen gegründet. 1947 wurde das Unternehmen um die Auto-Produktionssparte Saab Automobile ergänzt. Aufgrund seines Wissens im Flugzeugbau wurde auch bei den Autos großer Wert auf die Aerodynamik gelegt. Anlehnungen daran finden sich bis heute bei der Gestaltung des Cockpits. Saab erwarb sich rasch den Ruf eines innovativen Unternehmens, der beständig gepflegt wurde und - zumindest bis zur Übernahme durch General Motors - anhielt. Im Juni 1946 stellten die Skandinavier den Prototyp des Saab 92 vor ...

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Neben dem aerodynamischen Design machte sich Saab einen Namen mit aufwändiger Sicherheitstechnik. Der Ur-Saab hatte einen quer eingebauten Zweizylindermotor, Frontantrieb, einen extrem stabilen Sicherheitskäfig und eine Form, die an eine Flugzeugtragfläche erinnert.

huGO-BildID: 23127002 saab Sonett I, MY1956
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Saab Sonett I, von 1956

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Der Saab 93 wurde 1955 vorgestellt. Zur Ausstattung gehörte ein längs eingebauter 33 PS starker 3-Zylinder-Zweitaktmotor mit 748 cmł Hubraum und ein 3 Gang-Getriebe. Typisch für alle Saab-Modelle war, dass das Zündschloss an der Mittelkonsole angebracht war.

Diese im Gegensatz zu den traditionellen Ausstattungen ungewöhnliche Position diente der Sicherheit. Forschungen hatten ergeben, dass sich bei Unfällen viele Fahrer beim Aufprall auf das harte Zündschloss die Knie zertrümmerten.

Außerdem hatte die Neuplatzierung einen Vorteil in Sachen Diebstahlschutz: Der Zündschlüssel kann nur bei eingelegtem Rückwärtsgang (bei Automatik auf Stellung P) abgezogen werden, das Getriebe ist dann mit einem Stahlbolzen gesperrt.

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Der Saab 96 war ein echter Dauerläufer: Ganze 20 Jahre lang lief der eiförmige Schwede von den Fließbändern. Er wurde von 1960 bis 1980 produziert.

Ein Gericht hatte Nevs im Dezember erneut Aufschub für die Sanierung des schwer angeschlagenen Autokonzerns gewährt. Der Gläubigerschutz war bis zum 2. März verlängert worden. Für den 26. Februar hat Nevs die Gläubiger nun zu einem Informationstreffen nach Trollhättan eingeladen, wo die Autoproduktion schon seit Mai 2014 stillsteht.

Der schwer angeschlagene Autohersteller Saab hatte im November mehr als ein Drittel seiner Mitarbeiter in Schweden entlassen. 200 der verbliebenen rund 550 Angestellten müssten wegen des andauernden Produktionsstopps noch im September gehen, hatte das chinesische Betreiberkonsortium damals mitgeteilt. Saab hat etwa 400 Millionen schwedische Kronen (43 Millionen Euro) Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten.

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