Schwache Geschäfte Jahrelanger Boom am US-Automarkt flaut ab

Alle großen Autohersteller verkaufen in den USA weniger Autos: General Motors und Toyota vermelden bereits im zweiten Monat Absatzeinbußen. Auch die deutsche Konkurrenz erwischt es: BMW mit einem Minus von 12,2 Prozent.
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Fast alle Autobauer in den USA mussten in den vergangenen zwei Monaten Absatzeinbußen hinnehmen. Quelle: dpa
Weniger Absatz

Fast alle Autobauer in den USA mussten in den vergangenen zwei Monaten Absatzeinbußen hinnehmen.

(Foto: dpa)

DetroitDer US-Automarkt verliert nach jahrelangem Boom zunehmend an Fahrt: Im April gingen die Verkäufe der meisten großen Hersteller zurück. Damit schwächelten die Geschäfte bereits den zweiten Monat infolge. Auch kräftige Rabatte brachten keinen neuen Schwung. Neben den US-Herstellern kamen diesmal auch deutsche Autobauer unter die Räder.

Der US-Branchenprimus General Motors (GM) musste ein Minus von sechs Prozent hinnehmen, nachdem es im März noch zu einem kleinen Plus gereicht hatte. Der zweitgrößte US-Hersteller Ford verkaufte gut sieben Prozent weniger Autos als vor einem Jahr, der italienisch-amerikanische Konkurrent Fiat Chrysler ebenfalls sieben Prozent und der japanische Rivale Toyota 4,4 Prozent weniger. Auch für die deutschen Hersteller läuft es in den USA nicht mehr so rund. BMW verzeichnete ein Minus von 12,2 Prozent. Mercedes-Benz von 7,9 Prozent.

Auch der jüngste Aufwärtstrend bei Volkswagen gerät schon wieder ins Stocken. Die Wolfsburger hatten sich nach einem Verkaufseinbruch im Zuge des Dieselskandals wieder etwas gefangen und zu Jahresbeginn starke Zuwächse verzeichnet. Im April legten die VW-Verkäufe verglichen mit dem Vorjahreswert aber nur noch um 1,6 Prozent auf 27 557 Autos zu.

Imageträger in der Nische
Ford Mustang
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Donald Trumps protektionistische Wirtschaftsagenda mit Strafzollandrohungen für deutsche Autoimporte hat wieder einmal die Diskussion aufflammen lassen, warum deutsche Autos in den USA beliebt sind, hierzulande US-Fahrzeuge hingegen verschmäht werden.

Chevrolet Camaro
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Das Scheitern der Marken Dodge, Chrysler und Chevrolet hat jedenfalls gezeigt, das billige Lowtech-Amis in Good old Germany nicht sonderlich gut ankommen. Einerseits.

Andererseits gibt es immerhin fünf US-Marken, die sich hierzulande mit unterschiedlich großem Erfolg und unterschiedlichen Aussichten zumindest in Nischen behaupten können...

Link: Den Handelsblatt-Test des Camaro Cabrios finden Sie hier

Jüngste US-Marke und derzeit in eigentlich aller Munde ist Tesla
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Der große Verdienst der Elektroauto-Pioniere ist es, die E-Mobilität auf ein Niveau zu hieven, von dem die meisten deutschen Autohersteller noch nur träumen können. Model S und Model X bieten neben dem emissionsfreien Antrieb atemberaubende Performance, viel Reichweite, feinen Luxus und ein ansprechendes Äußeres. Das kommt an...

Link: Fotostrecke: Was Teslas Model X im Detail bietet

Tesla Model X
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Zudem ist das Markenimage von Tesla extrem positiv. Immerhin konnten die Elektro-Spezialisten 2016 fast 2.000 ihrer Edel-Stromer in Deutschland absetzen, obwohl die beiden Baureihen mit Preisen von 80.000 bis 160.000 Euro ziemlich teuer sind.

Link: Tesla Model S P85D im Handelsblatt-Test

Tesla Model 3
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Was Tesla noch fehlt, ist ein massentaugliches Modell. Das wird 2017 in Form des Model 3 kommen und zugleich zeigen, wieviel Potenzial wirklich in der gehypten Marke steckt. Reüssiert der kompakte und günstige Stromer, dürfte Tesla hierzulande in deutlich höhere Stückzahlregionen vordringen.

Link: Fotostrecke von der Premiere des Model 3

Jeep Grand Cherokee Trailhawk
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Während sich Konzernmutter Chrysler nach der Trennung vom Daimlerkonzern sukzessive und 2016 sogar endgültig aus Europa zurückgezogen hat, durfte die Offroad-Tochter Jeep bleiben.

Der 4x4-Spezialist konnte mit seinen zum Teil kauzigen, vor allem aber für Fahrten abseits befestigter Straßen kompetenten Offroadern in jüngster Zeit sogar große Geländegewinne bei der deutschen Kundschaft verbuchen...

Ein positives Markenimage und eine lange Tradition helfen Jeep dabei, sich in Deutschland zu behaupten
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Darüber hinaus konnte die Allradmarke ihre Marktposition dank einer Modelloffensive in Deutschland deutlich ausbauen...

Nach der schweren Wirtschaftskrise stieg der US-Autoabsatz seit 2010 fast ununterbrochen bis auf ein Rekordhoch von 17,55 Millionen Fahrzeugen im vergangenen Jahr. Begünstigt von niedrigen Spritpreisen haben die Verbraucher dabei zunehmend auf den Kauf gewöhnlicher Pkw verzichtet und stattdessen bei größeren Geländewagen und Pickup-Kleintransportern zugegriffen. Allerdings ließen sie sich in vielen Fällen auch hier nur mit großzügigen Rabatten ködern. Zuletzt hielten sie sich aber zunehmend mit Neuwagen-Käufen zurück.

Die Autobranche steht deswegen vor einer schwierigen Gemengelage in den USA. Denn die Lagerhallen füllen sich und immer mehr Gebrauchtwagen drängen auf den Markt. Experten rechnen zwar weiter für 2017 mit einem Absatz von rund 17 Millionen Autos und damit immer noch mit einem recht hohen Niveau. Sie befürchten aber auch einen größeren Stellenabbau, wenn die Produktion heruntergefahren wird.

  • rtr
  • dpa
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