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Schwache Nachfrage Fiat droht mit Werksschließungen

Der italienische Automobilhersteller Fiat kämpft mit der schwachen Nachfrage in Europa. Fiat-Chef Sergio Marchionne droht darum erstmals mit Schließung weiterer Werke in Italien.
24.02.2012 - 16:40 Uhr Kommentieren
Fiat-Fabriken in Italien sollen produktiver werden. Quelle: dapd

Fiat-Fabriken in Italien sollen produktiver werden.

(Foto: dapd)

Rom Die maue Auto-Nachfrage in Europa könnte zwei der insgesamt fünf Fiat-Werken in Italien zum Verhängnis werden. Falls der geplante Export von Pkws in die USA nicht die gewünschten Früchte trage, müsse Fiat die Werke wohl schließen, drohte am Freitag Fiat-Chef Sergio Marchionne und brachte damit erstmals die Aufgabe weiterer Fabriken ins Spiel. 

Fiat hat erst im vergangenen Jahr ein Werk auf Sizilien geschlossen. Nun macht sich der Konzern darauf gefasst, dass sich die Nachfrage in Europa erst nach 2014 erholt. Weil die Bänder in den US-Werken der Tochter Chrysler auf Hochtouren laufen, will Marchionne nun die wachsende Nachfrage in den USA mit Wagen aus italienischer, mexikanischer oder kanadischer Produktion befriedigen. Deshalb hätten die derzeit verlustträchtigen italienischen Werke nun die Gelegenheit, wettbewerbsfähig für den US-Markt zu produzieren. „Falls dies nicht geschieht, müssen wir uns aus zwei der fünf Produktionsstätten zurückziehen“, warnte Marchionne in einem Interview mit der Zeitung „Corriere della Sera“. 

Marchionne hat Chrysler vor dem Untergang bewahrt und in den größten Gewinnbringer des Konzerns verwandelt. Die größte Gewerkschaft in Italien hat seinen Plänen zum Pkw-Export in die USA jedoch einen äußerst kühlen Empfang bereitet - sie brandmarkte die Idee als „schwach, überehrgeizig und abenteuerlich“. Außerdem scheint die Strategie von der im kommenden Jahr geplanten Wiedereinführung der Marke Alfa Romeo in den USA abzuhängen, obwohl Fiat damit in der Vergangenheit bereits mehrmals gescheitert ist. Marchionne bekräftigte, dass er Alfa Romeo nicht an VW verkaufen will. 

Die Schuldenkrise hat auch andere Autohersteller wie Peugeot und die General-Motors-Tochter Opel schwer in Mitleidenschaft gezogen. Auch Opel steht nach einem weiteren hohen Verlust vor weiteren Einschnitten. Der Konzern hat sich jedoch dazu verpflichtet, bis Ende 2014 keine Werke zu schließen, weil die 40.000 Opelaner in Europa jährlich auf 265 Millionen Euro verzichten. VW dagegen hängte die Konkurrenz dank seiner starken internationalen Präsenz ab und verdoppelte seinen Gewinn auf fast 16 Milliarden Euro.

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