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Schwache Nachfrage Opel schickt Mitarbeiter früher in die Werksferien

In Rüsselsheim stehen die Bänder schon ab Mitte November still. Der Autobauer reagiert damit auf die schwache Nachfrage und rüstet das Werk um.
18.11.2020 - 12:40 Uhr Kommentieren
Das Stammwerk wird dieses Jahr keine Autos mehr produzieren. Quelle: dpa
Opel-Mitarbeiter in Rüsselsheim

Das Stammwerk wird dieses Jahr keine Autos mehr produzieren.

(Foto: dpa)

Rüsselsheim Der Autobauer Opel hat am Stammsitz Rüsselsheim bereits die ersten Produktionsmitarbeiter in die Winter-Werksferien geschickt. Die Beschäftigten sollen voraussichtlich am 7. Januar kommenden Jahres zurückkehren und die Fertigung wieder aufnehmen, teilte das Unternehmen des PSA-Konzerns am Mittwoch mit.
Hintergrund sind die geringe Nachfrage nach dem in Rüsselsheim montierten Modell Insignia sowie die Vorbereitung der Produktionsanlagen auf zwei neue Modelle, die vom kommenden Sommer an das Werk besser auslasten sollen. Für die stark verlängerte Weihnachtsfreizeit werden Urlaub und Kurzarbeit genutzt. Zuvor hatte die „Wirtschaftswoche“ darüber berichtet.

Opel kämpft zunehmend gegen die Bedeutungslosigkeit an. Nicht nur das Flaggschiff Insigna verkauft sich schlecht – die gesamte Marke leidet seit Jahren an Absatzschwund. Seit der Übernahme durch PSA ist der Marktanteil der Rüsselsheimer in Europa von 6,3 auf 4,1 Prozent abgestürzt.

Einst wetteiferte Opel in der Bundesrepublik mit VW um die Krone des größten heimischen Fahrzeugherstellers. Heute dümpeln die Hessen auf dem Niveau von Importeuren. Schlimmer noch: Nach drei Quartalen sind die Verkäufe von Opel in 2020 um mehr als 45 Prozent eingebrochen. Kein anderer deutscher Autobauer hat im Zuge der Coronakrise einen solch drastischen Absatzrückgang erlitten.

Opel-Chef Michael Lohscheller begründet das Verkaufsminus vor allem mit einer ausgedünnten Modellpalette. So stellte seine Firma etwa Fabrikate wie Adam, Karl oder Cascada ein, um den Flottenverbrauch zu reduzieren. „Wir scheuen uns nicht, schwierige Entscheidungen zu treffen, um diesen Paradigmenwechsel umzusetzen“, betonte Lohscheller jüngst. Bis 2024 will er die gesamte Flotte von Opel unter Strom setzen und die Wende beim Absatz einleiten.

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    Aufschwung in China geht an Opel vorbei

    Gleichzeitig ist auch offenkundig, dass der rasante Aufschwung in China an Opel aktuell völlig vorbeigeht. Denn anders als alle anderen deutschen Automarken sind die Hessen im größten Pkw-Markt der Welt nicht vertreten. Lohscheller kann sich zwar durchaus vorstellen, dass es in China für Opel eine Chance gibt. Einen konkreten Beschluss, künftig nach Fernost zu exportieren, gibt es bislang aber nicht.

    Ohnehin sieht Lohscheller den Umbau von Opel längst noch nicht abgeschlossen. „Die Anzahl der Veränderungen wird noch deutlich zunehmen, das hat auch Corona gezeigt.“ So will der Manager etwa weiter die Strukturen und Flächen in den Werken straffen.
    „Wir haben in der Vergangenheit eine Welt gehabt, wo jeder gesagt hat: Mein Werk ist das größte“, erklärte Lohscheller. Das sei ein Irrweg. „Wir reduzieren die Flächen unserer Werke deutlich, teilweise bis zu 50 Prozent“, sagte Lohscheller. Insbesondere das Areal des Stammwerks in Rüsselsheim dürfte zurechtgestutzt werden – es war einst so groß wie das Fürstentum Monaco.

    Mehr: Das sind die fünf größten Verlierer im europäischen Automarkt

    • dpa
    • fhu
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