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Schwedischer Stahlkonzern SSAB bricht Gespräche mit Tata über Werkübernahme in den Niederlanden ab

Der schwedische Stahlkonzern nimmt Abstand von einer Übernahme des Tata-Stahlwerks in Ijmuiden. Die Entscheidung ist auch für Thyssen-Krupp relevant.
29.01.2021 Update: 29.01.2021 - 12:16 Uhr Kommentieren
SSAB hat die Gespräche über eine Übernahme abgebrochen. Quelle: Reuters
Tata-Stahlwerk in Ijmuiden

SSAB hat die Gespräche über eine Übernahme abgebrochen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Bei der Vorlage der Jahreszahlen am Freitag schwärmte SSAB-Chef Martin Lindqvist geradezu von dem niederländischen Werk des Konkurrenten Tata Steel in Ijmuiden nahe Amsterdam: „Es ist eine fantastische Anlage mit einer sehr guten Kostenstruktur“, erklärte der Vorstandschef des schwedischen Stahlherstellers. Doch leider passe das Werk nicht in die eigenen Pläne für die Transformation zu klimaneutralem Stahl.

Mit der Absage enden die Gespräche zwischen SSAB und dem niederländisch-britischen Konkurrenten über eine Übernahme der Produktionskapazitäten in Ijmuiden. Am Morgen hatte SSAB mitgeteilt, dass es Unsicherheiten darüber gebe, ob der Konzern im Fall eines Kaufs in der Lage wäre, seine Strategie für die Dekarbonisierung in Ijmuiden „mit den bevorzugten technologischen Lösungen“ möglichst schnell zu verfolgen.

Die Schweden zählen zu den Vorreitern bei klimaneutralen Produktionsverfahren und wollen bereits 2026 grünen Stahl anbieten, bei dem die Kohle im Produktionsprozess vollständig durch Wasserstoff ersetzt wird. Tata in den Niederlanden hingegen will bei der CO2-Reduktion stark auf sogenannte CCS-Technologien setzen, bei denen die Emissionen abgefangen und unterirdisch gespeichert werden („Carbon Capture and Storage“).

„Die Synergien, die wir bei der Transaktion erwartet hätten, würden die Kosten und die nötigen Investitionen nicht vollständig rechtfertigen“, erklärte Lindqvist nun die Absage der Gespräche. SSAB will stattdessen weiter in die eigenen Anlagen investieren. Übernahmen sind damit aber dennoch noch nicht vom Tisch: „Wir schauen uns kontinuierlich Investitionsmöglichkeiten an“, so der Manager – wenngleich SSAB nun in erster Linie das Tempo bei der Transformation zu klimaneutralen Produktionsverfahren erhöhen wolle.

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Standort erkennen

    Die Entscheidung dürfte neue Bewegung in den Verkaufsprozess der Stahlsparte von Thyssen-Krupp bringen. Denn anders als Tata setzt Thyssen-Krupp ebenfalls auf Wasserstoff, um die Kohle im Produktionsprozess langfristig zu ersetzen. Dabei ist der Zeitplan ähnlich ambitioniert wie bei SSAB: So will der Ruhrkonzern ab 2025 in den Markt für grünen Stahl einsteigen und baut dafür unter anderem eine Direktreduktionsanlage am Standort in Duisburg.

    Rennen um grünen Stahl

    Nachdem im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass SSAB und Tata miteinander über eine Übernahme des Werks in Ijmuiden verhandeln, galt der britische Rivale Liberty Steel eigentlich als letzter verbleibender Bieter für die Stahlsparte von Thyssen-Krupp. Erst Anfang der Woche hatte dessen Eigentümer, der indische Unternehmer Sanjeev Gupta, sein Angebot nachgeschärft.

    Auch er will möglichst früh mit der Produktion von grünem Stahl beginnen. So erklärte Gupta zuletzt im Gespräch mit dem Handelsblatt, bis 2030 solle die Transformation seiner Werke abgeschlossen sein. Das gilt auch für den Fall, dass es zu einer Übernahme von Thyssen-Krupp kommt. Gleichzeitig hatte Gupta eine Bestandsgarantie für alle Standorte abgegeben, um auch die Arbeitnehmer von seiner Offerte zu überzeugen.

    Auf Anfrage wollte SSAB-Chef Lindqvist nicht ausschließen, dass es möglicherweise zu Gesprächen zwischen SSAB und Thyssen-Krupp kommt. Allerdings betonte der 58-Jährige auch, dass SSAB sich verstärkt auf Investitionen in die eigenen Werke konzentrieren wolle. „Wir haben einen klaren Plan und fokussieren uns auf die Produktion von klimaneutralem Stahl“, so der Manager.

    Bei Tata Steel indes werfen die gescheiterten Gespräche neue Fragen auf. So hieß es in einer Mitteilung vom Freitag, der Konzern suche nach der Absage nun weiter nach einer strategischen Lösung für sein europäisches Portfolio. Neben dem Werk in den Niederlanden zählen dazu auch verschiedene Produktionsstätten in Großbritannien, die – anders als der Standort in Ijmuiden – zu großen Teilen als marode gelten.

    Mehr: Liberty schärft Angebot für Thyssen-Krupps Stahlsparte nach – Garantie für alle Standorte.

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