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Schwenkers Strategie Analyse: Das Ende der V-Kurve

Viele Unternehmen folgen in ihrer Entwicklung einer V-Kurve: Erst gesund schrumpfen, dann wieder wachsen. Dafür gibt es gute Gründe – Ballast abwerfen, Kraft tanken, dann richtig durchstarten. Und dennoch war uns allen immer klar, dass der eigentliche Königsweg darin besteht, beides gleichzeitig zu tun.
  • Burkhard Schwenker (CEO von Roland Berger)

Königsweg deswegen, weil es einen klaren konzeptionellen Zusammenhang gibt: Eine exzellente operative Performance – also ständige Restrukturierung – führt zu höheren Cash-Flows, diese wiederum können in Wachstum investiert werden und führen ihrerseits zu Größenvorteilen, die die operative Exzellenz weiter verbessern.

Gleichzeitigkeit heißt also, auch dann zu restrukturieren, wenn alles gut läuft, und dann auf Wachstum zu setzen, wenn alle anderen restrukturieren. Klingt schwierig und ist es auch, denn es muss Zweierlei gelingen: Mitarbeiter müssen zu Kostensenkungen motiviert werden, wenn es vermeintlich keinen Anlass dafür gibt, und sie müssen auf Wachstum eingeschworen werden, wenn vermeintlich Downsizing ansteht.

Dass dies möglich ist und Vorteile bringt, zeigen unsere Wachstumsstudien ganz deutlich: Den „Paralleloptimierern“ unter den weltgrößten 1 700 Unternehmen ist es gelungen, ihren Total Shareholder Return um 18 Prozent jährlich zu steigern, während die „Konsolidierer“ (die allein auf Restrukturierung gesetzt haben) mit zehn Prozent nur halb so viel zulegen konnten. Die „Konsolidierer“ laufen überdies Gefahr, sich durch zu starke Restrukturierung die Basis für Wachstum abzuschneiden.

Bleibt die Frage, wie es gelingen kann, aus der V-Kurve auszuscheren. Selbstverständlich sind Strategien so vielfältig wie die betriebenen Geschäfte. Bei genauerem Hinschauen zeigt sich aber eine Gemeinsamkeit: Die intelligente Kombination von Wachstumsfähigkeit und Wachstumsbereitschaft. Wachstumsfähigkeit meint dabei eine kreative Wachstumsstrategie, die richtige Wertschöpfungsstruktur, den Zugang zu den nötigen Ressourcen. Wachstumsbereitschaft betrifft dagegen das richtige „mindset“ bei den weichen Faktoren: Alle Unternehmen, die erfolgreich eine Doppelstrategie von Wachstum und Restrukturierung verfolgen, setzen auf klare Führung und Werte wie Leistungsbereitschaft, Selbstvertrauen, Integrität sowie gesunden Optimismus.

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