Selbstfahrende Autos Autonomes Fahren – Japans Autoriesen und Technologiefirmen schmieden neue Allianzen

Toyota und Honda kooperieren enger mit Technologiefirmen. Damit erhöhen die Unternehmen den Druck auf die Konkurrenz beim autonomen Fahren.
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Masayoshi Son, Vorsitzender von Softbank, und Akio Toyoda, Präsident von Toyota, wollen in Zukunft gemeinsam an selbstfahrenden Autos arbeiten. Quelle: dpa
Kooperation von Toyota und Softbank

Masayoshi Son, Vorsitzender von Softbank, und Akio Toyoda, Präsident von Toyota, wollen in Zukunft gemeinsam an selbstfahrenden Autos arbeiten.

(Foto: dpa)

Tokio, New YorkIm Geschäft mit selbstfahrenden Fahrzeugen und neuen Mobilitätsdiensten rücken Autohersteller und Technologiefirmen näher zusammen. Zwei neue Allianzen sorgten am Donnerstag für Aufsehen in der Branche: Japans führender Autokonzern Toyota gab die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Technologieinvestor Softbank bekannt. Konkurrent Honda wiederum beteiligt sich an der Roboterfirma von General Motors.

Toyota und die ebenfalls japanische Softbank wollen Anfang des nächsten Jahrzehnts gemeinsam Taxidienste in 100 Gemeinden in Japan starten. Ab der zweiten Hälfte wollen die Partner dann mit Toyotas autonomen Fahrzeugen Mobilität als Dienstleistung anbieten. Dazu gehören Lebensmittellieferungen, mobile Gesundheitsdienste oder rollende Büros. Das Gemeinschaftsunternehmen wird Monet Technologies heißen, der Name soll für „sichere und komfortable Mobilität“ stehen, wie Toyota mitteilte.

In der Partnerschaft kommen zwei starke Firmen zusammen: Toyota ist der finanzstärkste Autohersteller der Welt und bringt seine bestehenden Mobilitätsdienste in das Joint Venture ein. Softbank wiederum ist der größte globale Technikinvestor und stellt seine Plattform für das Internet der Dinge zur Verfügung.

Der Technologiekonzern ist zudem einer der größten Betreiber von Mobilfunknetzen in Japan und den USA. Er wird mit knapp über 50 Prozent die Führung an dem Start-up übernehmen. Zunächst sind die Projekte auf Japan konzentriert, doch beide Unternehmen schließen nicht aus, damit auch ins Ausland zu gehen.

Toyotas heimischer Konkurrent Honda sucht seine Chance beim autonomen Fahren in den USA: Die Japaner wollen insgesamt 2,75 Milliarden Dollar in die GM-Tochter Cruise investieren, die im Silicon Valley sitzt. Honda kauft sich mit 750 Millionen Dollar in Cruise ein. Weitere zwei Milliarden Dollar investieren die Japaner – auch in Form von Forschung und Entwicklung – binnen zwölf Jahren.

In den vergangenen Jahren hatte Honda zudem mit Waymo, der Google-Einheit für das autonome Fahren, über eine Kooperation verhandelt. Doch daraus ist nichts geworden.

GM-Tochter Cruise soll den Japanern helfen

Während Honda bei der Technologie zum fahrerlosen Fahren zurückliegt, liegt GM im Vergleich zu den US-Wettbewerbern vorn. Früher als Ford und Fiat Chrysler hat die Vorstandschefin Mary Barra die neuen Themen erkannt und entsprechend investiert. Im Mai 2016 hat GM das Start-up Cruise übernommen, das zu dem Zeitpunkt bereits die Erlaubnis hatte, fahrerlose Autos auf Kaliforniens Straßen zu testen.

Nach Ansicht von Branchenbeobachtern deutet alles darauf hin, dass Cruise beabsichtigt, ein komplett neues Auto zu bauen, und nicht auf einem alten aufbauen wird. „Wir haben schon einen Prototyp unseres autonom fahrenden Wagens entworfen“, sagte Cruise-Gründer Kyle Vogt und fügte hinzu: „Mit Honda an Bord wird unser Weg zur Produktion noch schneller sein.“

„GM ist der einzige Hersteller weltweit, der nicht nur über Mobilität und autonomes Fahren spricht, sondern durch externe Investoren auch den Wert herauskristallisiert“, schreibt der Analyst George Galliers von Evercore ISI. Den Einstieg von Honda bewertet Cruise mit 14,6 Milliarden Dollar. General Motors hat 2016 keine Angaben zum Kaufpreis gemacht. Experten gingen davon aus, dass das Unternehmen das Start-up für weniger als eine Milliarde Dollar übernommen hat.

Aber auch ohne die Tochter Cruise kann GM beim unterstützten Fahren bereits Erfolge vorweisen. In einem jüngsten Test der Verbraucherorganisation „Consumer Reports“ lag GM mit seinem bisherigen System des autonomen Fahrens sogar vor Tesla. Das „Super Cruise“-System von Cadillac, das nur über kurze Zeiträume eingreift, wurde noch vor dem Einstieg bei Cruise entwickelt.

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