SGL Kohlenstoff-Spezialist sieht sich auf Wachstumskurs

Nach dem Verkauf der verlustreichen Grafitelektrodensparte sieht sich der Kohlenstoff-Spezialist SGL wieder auf Wachstumskurs. Der Konzernumbau geht aber weiter auf Kosten von Arbeitsplätzen.
Update: 21.03.2017 - 13:35 Uhr Kommentieren
Im vergangenen Geschäftsjahr hinterließ das Geschäft mit Grafitelektroden, das massiv unter der Abschwächung in der Stahlindustrie litt, noch tiefe Spuren in der Bilanz. Quelle: dpa
SGL Carbon-Werk

Im vergangenen Geschäftsjahr hinterließ das Geschäft mit Grafitelektroden, das massiv unter der Abschwächung in der Stahlindustrie litt, noch tiefe Spuren in der Bilanz.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Kohlenstoff-Spezialist SGL sieht sich nach seiner Neuausrichtung wieder auf Wachstumskurs. „Das letzte Jahr war ein extrem wichtiges in der neueren Geschichte der SGL. Wir haben wichtige Meilensteine erreicht“, sagte Vorstandschef Jürgen Köhler am Dienstag bei der Bilanzvorlage. "Jetzt geht es darum, diese Transformation weiter voranzutreiben. Für 2017 erwartet er einen Anstieg des Umsatzes im fortgeführten Geschäft im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das Betriebsergebnis (Ebit) vor Sondereinflüssen sollte überproportional dazu steigen.

Unter dem Strich dürfte aber noch ein zweistelliger Millionenverlust zu Buche stehen. Sollte SGL noch in diesem Jahr den geplanten Verkauf seines Kathodengeschäfts unter Dach und Fach bringen können, könnte auch ein Gewinn anfallen. Spätestens 2018 wolle SGL aber wieder schwarze Zahlen schreiben.

Das Wiesbadener Unternehmen hatte im Oktober einen Käufer für sein kriselndes ehemaliges Kerngeschäft mit Grafitelektroden gefunden. Der Verkauf an die japanische Chemiefirma Showa Denko, aus dem SGL mindestens 200 Millionen Euro zufließen sollen, soll Mitte 2017 abgeschlossen werden. Um den Verkaufserlös zu maximieren, soll das Geschäft mit Kathoden, Hochofenauskleidungen und Kohlenstoffelektroden, das ebenfalls Teil des Geschäftsbereichs ist, separat verkauft werden.

Das sind die größten Autozulieferer
Platz 14: Valeo
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14,5 Milliarden Euro erwirtschaftete der französische Autozulieferer im vergangenen Jahr. Das Unternehmen wirbt unter anderem damit, dass jedes dritte Auto in Europa mit einer Valeo-Kupplung fährt.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 13: Goodyear
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Der US-Konzern ist der weltweit drittgrößte Reifenhersteller und kam 2015 auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro.

Platz 12: Lear Corporation
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Der amerikanische Zulieferer stattet vor allem das Innenleben der Autos aus, unter anderem mit Sitzgarnituren. Mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro kommt Lear auf Rang zwölf.

Platz 11: Faurecia
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Der französische Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die weltweit fast 100.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr 20,7 Milliarden Euro.

Platz 10: Michelin
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Der traditionsreiche französische Reifenhersteller kam 2015 auf einen Umsatz von 21,2 Milliarden Euro.

Platz 9: Johnson Controls
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Eine Batterie steht im Werk Johnson Controls in Hannover auf einem Produktionsband. Der Mischkonzern produziert und vertreibt Innenausstattungen und Elektroniksysteme vieler Autohersteller. Umsatz: 23,9 Milliarden Euro.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Das japanische Unternehmen ist vor allem für seine Reifen bekannt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 24,1 Milliarden Euro.

Sowohl von strategischen Investoren als auch von Finanzinvestoren bestehe Interesse an dem Geschäft, sagte Köhler. Insgesamt seien an mehr als 80 interessierte Parteien erste Verkaufsunterlagen versandt worden. „Wenn sie von einem Rücklauf von 50 Prozent ausgehen, liegen sie damit nicht schlecht.“ Der Verkaufserlös soll auch zur weiteren Entschuldung des Unternehmens beitragen.

2016 hinterließ das Geschäft mit Grafitelektroden, das massiv unter der Abschwächung in der Stahlindustrie litt, noch tiefe Spuren in der Bilanz. SGL verzeichnete unter dem Strich einen Verlust von 112 (Vorjahr: minus 295) Millionen Euro. Der Umsatz schrumpfte im fortgeführten Geschäft um 2,5 Prozent auf 769,8 Millionen Euro, wozu vor allem niedrigere Preise im Geschäft mit Textilfasern beitrugen. Das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen legte dagegen um gut 51 Prozent auf 20,7 Millionen Euro zu. Dazu trugen unter anderem das Geschäft mit der Autoindustrie im Bereich Carbonfasern sowie ein positiver Sondereffekt im Segment Luftfahrt bei.

Mit dem Konzernumbau setzt Köhler voll auf das Geschäft mit Carbonfasern und Spezialgrafitprodukten, von denen er sich in den kommenden Jahren kräftiges Wachstum verspricht. SGL wird durch den Verkauf seines Kerngeschäfts aber auch deutlich kleiner - 2015 setzten die Hessen noch 1,3 Milliarden Euro um. Bis 2020 will Köhler den Umsatz aber wieder auf 1,1 Milliarden steigern.

Auch weitere Einsparungen von rund 25 Millionen Euro bis Ende 2018 sind geplant; vor allem die Verwaltung wird an die neue Größe des Unternehmens angepasst. Nachdem zuvor - unter anderem durch Werksschließungen – bereits über 1000 Arbeitsplätze wegfielen, sei nun die Streichung von bis zu 190 Stellen geplant. Betriebsbedingte Kündigungen seien jedoch nicht vorgesehen. Gegenwärtig beschäftigt der Konzern mehr als 3900 Mitarbeiter.

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