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SGL und Chemchina Grafitelektroden im Visier der Chinesen

Chemchina hat offenbar ein neues Übernahmeziel in Europa ausgemacht: Die Chinesen verhandeln über den Kauf einer wichtigen Sparte von SGL Carbon – sind aber nicht die einzigen Interessenten.
Update: 27.05.2016 - 11:36 Uhr

Übernahmegerüchte bei SGL Carbon: Aktie gewinnt elf Prozent

Düsseldorf Die Wiesbadener SGL Carbon verhandelt mit mehreren Interessenten über die Übernahme ihres Geschäfts mit Grafitelektroden. Branchenkreisen zufolge gehört zu den möglichen Käufern auch der chinesische Staatskonzern Chemchina. Zudem hätten sich weitere Interessenten bei SGL gemeldet, hieß es am Freitag. Nach Informationen des Handelsblatts wird SGL von der Deutschen Bank und HSBC beraten.

SGL hatte das kriselnde Kerngeschäft mit Grafitelektroden vor einigen Monaten ins Schaufenster gestellt. Grafitelektroden für die Stahlproduktion sind bisher der größte Geschäftsbereich von SGL. Die Hessen leiden aber unter der Abschwächung in der Stahlindustrie, die zu massivem Preisdruck führt. Eine Übernahme der gesamten Firma, von der das „Manager Magazin“ am Freitag berichtet hatte, steht aber laut Unternehmenskreisen nicht zur Diskussion.

Die Vorbereitungen für die Abspaltung sind abgeschlossen. Jetzt würden die Gespräche mit möglichen Bietern geführt. Zu den Interessenten zählen neben Finanzinvestoren, darunter Triton und Apollo, vor allem Firmen aus der Branche. „Es ist absehbar, dass ein strategischer Interessent zum Zuge kommt“, hieß es in Finanzkreisen. Denn nur der könnte Synergien heben. Das Geschäft selbst biete keinen Raum, um es weiterzuentwickeln.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen
Biotest (2017)
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Das Biotechunternehmen aus Dreieich wird von chinesischen Investoren übernommen. Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden, teilte Biotest im April 2017 mit. Großaktionär Ogel, der bereit knapp über 50 Prozent an dem Unternehmen hält, unterstütze die Transaktion und werde seine Aktien andienen. Mit Biotest nimmt Creat ein weiteres Unternehmen ins Visier, das im Bereich Plasmaproteinprodukte tätig ist. Erst im vergangenen Jahr hatten die Chinesen die britische Firma Bio Products für rund 944 Millionen Euro gekauft. Biotest hat sich neben Plasmaproteinprodukten auf biotherapeutische Arzneimittel konzentriert.

(Foto: Biotest)
Kuka (2016)
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Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie – und ein Vorzeigeunternehmen. Rund 4,6 Milliarden Euro hat der chinesische Hausgeräte-Hersteller Midea im Sommer 2016 für den Erwerb von Kuka auf den Tisch gelegt. Eine Investition, die sich zu lohnen scheint: So konnte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2016 neue Aufträge im Rekordwert von 3,4 Milliarden Euro verbuchen – dies entspricht einem Zuwachs von über 20 Prozent. Kuka hat weltweit rund 13.200 Mitarbeiter.

(Foto: dpa)
Krauss-Maffei (2016)
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Im Januar 2016 verkauft der Finanzinvestor Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

(Foto: dpa)
Koki & Hilite (2014)
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Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer Koki. Ein Kaufpreis wird nicht genannt. Avic übernimmt im selben Jahr einen weiteren Autozulieferer: Für 473 Millionen Euro kauft sich das chinesische Unternehmen bei Hilite ein.

(Foto: Reuters)
Tailored Blanks (2013)
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Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

(Foto: Reuters)
Putzmeister (2012)
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Der Betonpumpenhersteller Putzmeister wurde 2012 von Firmengründer Schlecht an den chinesischen Baumaschinen-Riesen Sany Heavy Industry verkauft. Die ließen sich die Übernahme des Weltmarktführers für Autobetonpumpen rund 320 Millionen Euro kosten.

(Foto: dpa)
Kiekert (2012)
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Noch ein Weltmarktführer in chinesischer Hand: Der Autozulieferer Kiekert wird 2012 vom Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernommen. Das Unternehmen ist der Erfinder der Zentralverriegelung und Spezialist für Autoschlösser.

(Foto: dpa)

SGL gehört zu 27,3 Prozent der Unternehmerin und BMW-Großaktionärin Susanne Klatten. Weitere 18,3 Prozent hält BMW, auch Volkswagen und Voith halten Anteile. BMW hat mit SGL 2009 ein Joint Venture zum Aufbau einer Kohlefaserproduktion für die Autoindustrie aufgebaut. Das Gemeinschaftsunternehmen ist von den übrigen Unternehmensteilen getrennt und steht nicht zur Disposition.

Ein Sprecher des im SDax gelisteten Unternehmens erklärte, SGL Carbon habe potenzielle Interessenten für den Geschäftsbereich Grafitelektroden angeschrieben. Zu Chemchina wollte er sich nicht äußern. Chemchina hat in den vergangenen Jahren mit mehreren großen Übernahmen für Aufsehen gesorgt. So will der Staatskonzern für 43 Milliarden Dollar den Schweizer Saatgutproduzenten Syngenta übernehmen. Die SGL-Aktie stieg um bis zu 13,8 Prozent auf ein Fünf-Monats-Hoch von 12,03 Euro..

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